Zürich

17. Juni 2010 11:15; Akt: 17.06.2010 11:41 Print

Tränengas statt FreudentränenTränengas statt Freudentränen

Die Stadtpolizei Zürich hat am Mittwochabend an der Zürcher Langstrasse nach dem Sieg der Schweizer Nationalmannschaft über Spanien überschwänglich feiernde Fussballfans mit Tränengas und Gummischrot auseinandergetrieben.

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Was macht ein echter Fussballfan während der Pausen zwischen den Matches? Liegt doch auf der Hand: Fingernägel lackieren! Woher wir wohl wissen, dass der Einsender dieses Fotos, Reinhard Gröger, wohnhaft in Ottmar Hitzfelds Heimat (Kreis Lörrach), Linkshänder ist? Darum! Nach dem überwältigenden Sieg der Nati musste Abkühlung her: die Schweizer Botschaft in Bangkok ging nach dem Match baden. Das 200 Jahre alte Chalet von L. Frei aus Gsteigwyler im Berner Oberland erstrahlt in Rot-Weiss. So macht arbeiten Spass: Dieses Büro legte am Tag des ersten Schweizer Matches ab 16:00 Uhr die Arbeit nieder und der Chef spendierte Getränke, Hot-Dogs und Pommes-Chips. Patrioten verzichten der Schweizer Nati zu Ehren sogar auf den Sonnenschutz - zumindest partiell. Sehr geehrter Herr J. P. Seifert: Wir fiebern gespannt dem Bericht Ihres Dermatologen entgegen! Der Mann der Stunde: Ottmar Hitzfelds Pappkarton-Double feierte gestern an der Zürcher Langstrasse den historischen Sieg. Die Gebete der Schweizer Fans wurden erhört. Sie verwandelten gestern das Land in eine riesige Festhütte. In Aarau ging die Post besonders ab, wie unzählige Leserbilder zeigen. Jawohl, jawohl, jawohl! Tausende waren an der Zürcher Langstrasse ausser Rand und Band. "Heute sind wir Weltmeister!!!!" Die acht Monate junge Zwillinge Livia und Dennis haben auch mitgefeiert... So feiert die Schweiz in Winterthur das sensationelle Goal von Fernandes. Jubel in Schaffhausen. Auch Luzern steht kopf. Am Zürcher HB gehts rund. Autocorso auf dem Bundesplatz. An der Langstrasse feiern auch die Kleinen. So feiern die Bauern in Wynigen BE. Party in Pfäffikon. Auch in Baden wird gefeiert. Die Grossen mit Feuerwerk an der Langstrasse. Jubelstimmung im Hof des Zürcher Landesmuseums. Schweizerfahnen überall. Wil SG Uster Jubel brandet durch Solothurn. Die Armee hisst die Schweizer Fahne. Sogar die Polizei feiert mit! Jubel in Rapperswil. Public Viewing in der AFG-Arena nach dem Pfostenschuss von Derdiyok. Zürich Bahnhofsplatz Badener Fans von oben. In Wetzikon ist es offenbar zu kleinen Scharmützeln zwischen Fans gekommen. Auch die Hunde sind glücklich.

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Das Freudenfest nach dem historischen Sieg der Schweizer Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Südafrika sei von mehreren Dutzend offenbar alkoholisierter Fans getrübt worden, teilte die Stadtpolizei am Donnerstag mit. Polizisten seien grundlos mit Flaschen und andern Gegenständen beworfen worden, so dass Gummischrot und Reizstoffe hätten eingesetzt werden müssen.

Zwei Polizisten wurden durch Wurfgeschosse und Faustschläge leicht verletzt. Sie mussten ambulant im Spital behandelt werden, wie es in der Mitteilung heisst. Eine Person habe auf der Polizeiwache angegeben, während eines Polizeieinsatzes leicht verletzt worden zu sein.

Langstrasse wurde zum Festplatz

Nach dem Schlusspfiff hatten hunderte von Fans die Langstrasse in einen Festplatz verwandelt. Kurz vor 18.20 Uhr musste Teile der Langstrasse im Kreis 4 und 5 gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Auch auf den Strassen rund um den Bahnhofplatz kam der Verkehr zum Erliegen. Der Verkehr musste vorübergehend umgeleitet und der Trambetrieb eingestellt werden.

Mehrere überschwengliche Fans stiegen auf Autos, die im Kolonnenverkehr stecken geblieben waren. Ein Autolenker erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung, weil jubelnde Fans auf sein Fahrzeug eingeschlagen und erheblichen Sachschaden angerichtet hatten. Eine 43-jährige Frau wurde in der Menge verletzt, als ihr ein unbekanntes Fahrzeug über den Fuss fuhr.

Wie die Stadtpolizei Zürich weiter mitteilte, hinterliessen die Fans grosse Abfallmengen. Die betroffenen Strassenzüge in den Kreisen 1, 4 und 5 hätten zuerst gereinigt werden müssen, ehe sie für den Verkehr wieder freigegeben werden konnten. Die Langstrasse im Kreis 5 und die gesperrten Bereich beim Hauptbahnhof konnten erst nach 21 Uhr, die Langstrasse im Kreis 4 gar erst gegen 1.30 Uhr wieder befahren werden.

(sda)