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Sex am Sihlquai rückläufig
14. September 2011 10:56; Akt: 14.09.2011 12:30 Print
Vom Outdoorpuff zur Flaniermeile
von Antonio Fumagalli - Der berühmteste Strassenstrich der Schweiz – das Zürcher Sihlquai – wird seinem Namen kaum mehr gerecht. Die Zahl der Prostituierten hat klar abgenommen.

Im Sommer 2011 haben am Zürcher Sihlquai weniger Prostituierte angeschafft als im Jahr zuvor. (Bild: Keystone)
Die milden Frühherbsttage wären für die Freiluftvariante des horizontalen Gewerbes, das insbesondere am Zürcher Sihlquai eine grosse Verbreitung gefunden hat, eigentlich ideal. Ein Augenschein vor Ort bestätigt aber das Gegenteil: Weiterhin stehen vornehmlich aus Osteuropa stammende Sexarbeiterinnen am Strassenrand und bieten ihre Dienste an – ihre Anzahl hat im Vergleich zum Sommer 2010, als der Zürcher Strassenstrich förmlich explodierte, aber abgenommen: «Die Situation hat sich merklich entspannt, wir erhalten massiv weniger Klagen im Zusammenhang mit der Prostitution», sagt Beni Weder, Quartiervereinspräsident des angrenzenden Stadtteils Wipkingen.
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Wie ein Strassenstrich gezügelt wird
Die Einschätzung lässt sich auch mit Zahlen belegen: Das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) hat für die Monate Juni, Juli und August 2011 insgesamt 71 Meldescheine für Sexworkerinnen in den Strichzonen ausgestellt – in der gleichen Periode des Vorjahres waren es 104. «Der Rückgang ist am Sihlquai zu spüren», sagt AWA-Sprecher Can Arikan. Er verweist aber darauf, dass der Anteil der Meldescheine für Strassenstrich-Prostituierte nur einen Bruchteil ausmache – der weitaus grössere Teil gehe an Arbeiterinnen in geschlossenen Klubs.
Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig. Besonders ins Gewicht fallen die Sofortmassnahmen, die der Zürcher Stadtrat per 6. Juni beschlossen hat. Sie verlangen von den Prostituierten, dass sie sich erst bei der Stadtpolizei als Selbstständigerwerbende registrieren lassen, um danach beim Kanton vorstellig zu werden. Dabei müssen sie unter anderem auch den Nachweis einer Schweizer Krankenversicherung erbringen.
Bald wieder Sex unter der Brücke?
Die Stadtpolizei will damit Falschangaben der Frauen in Bezug auf ihr Alter und eine allfällige Zwangssituation früher erkennen – mit Erfolg. «Die vom Stadtrat getroffenen Massnahmen haben sich positiv ausgewirkt, die Situation hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert», so Sprecher Marco Cortesi. Die Beschwerden aus der Bevölkerung hätten deutlich abgenommen und die Prostituierten hielten sich fast ausnahmslos an die neuen Gegebenheiten.
In Wipkingen atmet man ob der Entwicklungen der letzten Monate auf. Auch dank dem Reinigungseinsatz von Langzeitarbeitslosen sind die Hinterlassenschaften von Prostituierten und Freiern im Quartier weniger präsent. Zudem wird – sofern die eingegangenen Rekurse nicht fruchten – ab 1. Januar 2012 der Strassenstrich nach Altstetten umziehen. Quartiervereinspräsident Weder sieht aber bereits das nächste Ungemach am Horizont: «Unter der Hardbrücke gab es vor dem Umbau eine dunkle Ecke, die vom Milieu gerne benutzt wurde. Nach der Neueröffnung müssen wir ein wachsames Auge darauf werfen.»
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Alle 75 Kommentare






























Unaushaltbar
Echte Männer behandeln Frauen anständig und respektvoll. Lüstlinge, die zuwenig erfolgreich sind, um gratis an Sex zu kommen, sollen wenigstens ihren Mann stehen und ins Etablissement gehen, wo die Frauen anständig bezahlt werden und ihnen die nötige Infrastruktur zur Verfügung steht, wenigstens den letzten Resten Würde zu behalten. Auch wenn das halt etwas mehr Geld kostet.
Amsterdam
Geht euch doch alle mal den Redlight-District in Amsterdam anschauen. Die wissen wie es geht! Die Mädels mieten ihr kleines Reich und hinten passt einer auf, damit die Kunden den Ladies nichts tun. Es funktionniert also doch.
Kompliment an Zürcher Stadtrat
Die Sofortmassnahmen, die der Zürcher Stadtrat per 6. Juni beschlossen hat haben sich positiv ausgewirkt. Dieses Gewerbe braucht unbedingt Schutz und ein Verständnis ihm gegenüber.