«Safe-Kit»

03. Februar 2010 12:13; Akt: 03.02.2010 14:09 Print

Sex, Drugs and Rock'n'Roll bei OlympiaSex, Drugs and Rock'n'Roll bei Olympia

von Herbie Egli - Bei Olympischen Spielen geht es ab. Nicht nur was die Wettkämpfe betrifft - auch im Athletendorf. Damit neun Monate später nicht ein Baby-Boom einsetzt, haben die Organisatoren vorgesorgt.

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Die Olympiaringe in Form von Kondomen. (Bild: Keystone)

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Über 5000 Athleten und Athletinnen kämpfen vom 12. bis 28. Februar im Grossraum Vancouver um Olympia-Medaillen. Begleitet werden sie von tausenden von Trainern und Betreuern. Der Gewinn von Edelmetall wird nach den offiziellen Siegerzeremonien jeweils in den eigens eingerichteten Häusern der Länder gefeiert. Später auch noch im kleineren Rahmen im Athletendorf. Dort hat es Platz für knapp 3000 Sportler und Offizielle. Jedes Appartment kann vier Personen beherbergen.

«Athleten haben mehr Sex»

Olympische Spiele sind nicht nur auf sportlicher Ebene völkerverbindend. Auch privat kann das Feuer entfacht werden. Bestes Beispiel: Roger Federer und Mirka Vavrinec fanden an den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney zusammen. Zehn Jahre später sind sie glücklich verheiratet und stolze Eltern von Zwillingen. Natürlich war das alles so geplant bei Federers.

Falls es in Vancouver gewisse Athleten nicht so weit kommen lassen, aber doch die Nähe eines anderen Olympioniken spüren wollen, können sie vom «Safe-Kit» Gebrauch machen. Dieses Sicherheits-Köfferchen wird von den Organisatoren in Vancouver an jeden Teilnehmer abgegeben. Inhalt: Kondome, phosphorisierende Leuchtstäbe und Handwärmer. «Bei so einer grossen Veranstaltung haben Athleten, Betreuer und auch Zuschauer mehr Sex und konsumieren mehr Drogen», erklärte Projektmanagerin Gilliam Maxwell. «Sie können Spass haben und Partys feiern, doch wir wollen dafür sorgen, dass es für sie sicher ist.»

Swiss Olympic bestens vorbereitet

Das «Safe-Kit» wird nach der Ankunft in Vancouver also auch in den Besitz der 146 Schweizer Olympia-Teilnehmer kommen. Was die Familienplanung angeht, setzt Swiss Olympic auf den Verstand jedes einzelnen Athleten. Bei der nationalen Kleiderabgabe in der Schweiz wurden jedenfalls nicht speziell Kondome verteilt. «Wir haben betreffend sexueller Prävention nichts abgegeben», sagt Dr. Christian Schlegel, der Ärztechef der Schweizer Olympiadelegation, zu 20 Minuten Online. «Das ‹Safe-Kit› schadet aber sicher nicht und ist sinnvoll.»

Für kleinere Notfälle haben die Schweizer Olympioniken eine Apotheke bekommen. Darin hat es die üblichen Utensilien wie Medikamente, Verband und Pflaster. Letztere beide kommen aber hoffentlich nur zum Einsatz, wenn sich ein Athlet oder eine Athletin bei der Siegesfeier mit der Medaille leicht verletzen sollte.

Olympia 2010 aktuell