Biathletin Stephanie Schnydrig

23. Februar 2010 17:08; Akt: 23.02.2010 17:09 Print

«Mein Traum ist eine Olympia-Medaille»«Mein Traum ist eine Olympia-Medaille»

von Monika Brand - Die 19-jährige Stephanie Schnydrig hat hohe Ziele: Sie will sich im Weltcup etablieren und träumt von einer Medaille an Olympischen Spielen, vielleicht bereits in vier Jahren in Sotschi. Dafür betreibt das Nachwuchstalent grossen Aufwand.

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Stephanie Schnydrig ist eine der grossen Schweizer Biathlon-Nachwuchshoffnungen. (Bild: zVg)

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Dass Stephanie Schnydrig zum Biathlon gekommen ist, ist eigentlich purer Zufall. «Ich begann sehr früh mit Langlauf - allerdings nur zum Spass und ohne grosse Ambitionen», sagt sie. Dann habe sie zufälligerweise vor etwa sechs Jahren die Kombination von Langlauf und Schiessen kennengelernt. «Das hat mich sofort fasziniert und ich blieb daran mit grosser Leidenschaft hängen.»

Der Biathlon-Sport passte offenbar zur Walliserin wie die berühmte Faust aufs Auge. Mittlerweile kann die 19-Jährige schon zwei Top-Ten-Klassierungen an Junioren-Weltmeisterschaften aufweisen. Ihr Ziel ist nächste Saison dort einen Top-5-Rang einzulaufen. Längerfristig will Schnydrig sich im Weltcup etablieren. Dafür trainiert sie hart. «Ohne Schiesstrainings sind es rund 550 Stunden pro Jahr», sagt die Biathletin. Dazu kommen rund 10 000 Schüsse. «Da ich das Sportgymnasium Brig besuche, habe ich sehr gute Möglichkeiten, genügend Trainings während der Schulzeit absolvieren zu können.» So bleibt Schydrig auch noch genug Zeit, sich mit Kollegen zu treffen, zu lesen oder zu häkeln.

Mit der Staffel nach Sotschi?

Längerfristig hat sich die Walliserin eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen zum Ziel gesetzt. Sie hofft, dass die Schweiz möglicherweise in vier Jahren bei den Winterspielen in Sotschi eine Biathlon-Staffel stellen kann. Mit Selina Gasparin ist in Vancouver zumindest einmal eine allererste Schweizer Biathletin an Olympischen Spielen vertreten. Doch Schnydrig will nicht nur dabei sein, sie hat auch Ambitionen: «Mein grösster Traum ist eine Olympia-Medaille», sagt sie.

Prominente Sporthilfen-Patin

Damit die 19-Jährige ihren Traum realisieren kann, ist sie auf Unterstützung angewiesen. Denn in der Schweiz ist es noch nicht möglich, von diesem Sport zu leben. Mit der 14-fachen Orientierungslauf-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder hat Schnydrig eine prominente «Gotte», die sie mit einem jährlichen Beitrag im Rahmen einer Patenschaften der Stiftung Schweizer Sprothilfe unterstützt. Wie kommt das Biathlon-Talent zu dieser Ehre? «Ich glaube, das war ein riesen Zufall, dass ihre Wahl auf mich gefallen ist, da sie ein grosser Biathlon-Fan ist», sagt Schnydrig. «Ich fühle mich aber wirklich sehr geehrt, von Simone Unterstützung zu erhalten.» Die Patenschaft bedeutet der Nachwuchshoffnung sehr viel: «Ich schätze es sehr, denn schliesslich kann ich nicht vom Biathlon leben und bin auch noch in der Ausbildung.»

Damit der Biathlonsport in der Schweiz künftig mehr Ansehen geniesst und möglicherweise sogar ein Profi-Dasein für die Athletinnen und Athleten möglich ist, muss gemäss Schnydrig noch viel passieren. Die Entwicklung der Sportart stehe hierzulande «noch ganz am Anfang.» Nachwuchsförderung werde erst seit Kurzem betrieben. «Aber ich bin mir sicher, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Biathlon-Boom auch die Schweiz erreicht», zeigt sich die Walliserin zuversichtlich. Sie glaubt auch das Rezept dafür zu kennen: «Internationale Top-Resultate von Schweizer Biathleten. Dann, so denke ich, wird das Interesse am Sport explosionsartig steigen.»

20 Minuten Online porträtiert während den Olympischen Spielen in Vancouver in einer unregelmässigen Serie die Schweizer Nachwuchstalente von morgen.

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