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Unvergessene Olympia-Momente
25. Februar 2010 12:51; Akt: 25.02.2010 14:58 Print
Der Skandal-Nebel-Slalom von 1968
Der Riesenslalom der Frauen musste in Whistler wegen Nebel verschoben werden. Ein ähnliches Szenario wäre auch 42 Jahre zuvor bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble angebracht gewesen. Es kam anders und endete mit einem Skandal.
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Jean-Claude Killy war 1968 der Star. Der Franzose holte in der Abfahrt, dem Riesenslalom und dem Slalom Gold und entschied somit alle drei damals ausgetragenen Alpin-Disziplinen für sich. Während der Sieg in der Abfahrt (0,08 Sekunden Vorsprung) und derjenige im Riesenslalom (rund 2 Sekunden Vorsprung) unbestritten sind, muss hinter das dritte Gold im Slalom ein grosses Fragezeichen gesetzt werden. Grund dafür waren dichter Nebel und fragwürdige Disqualifikationen.
Schon ein zweiter Teil der Qualifikation, welcher für die Startnummernvergabe vorgesehen war, musste wegen dichtem Nebel abgesagt werden. So erhielten die Slalom-Fahrer einfach anhand der FIS-Punkte ihre Nummer. Obwohl selbst am Renntag dichter Nebel herrschte und die Fahrer das Rennen verschieben wollten, war dies nicht möglich. So setzte sich nach dem ersten Lauf der Franzose Killy vor den Österreichern Alfred Matt und Karl Schranz an die Spitze.
Zwei Disqualifikationen
Dramatisch wurde es im zweiten Durchgang: Der Norweger Hakon Mjoen stellte die Bestzeit auf und verdrängte Killy von der Führungsposition. Doch das Rennen war noch nicht entschieden. Schranz hatte seinen Lauf nach 22 Toren abgebrochen, weil ein Pistenarbeiter ihn anscheinend störte. Die Jury beschloss, dass der Österreicher nochmals fahren durfte. Dies gelang ihm hervorragend: Schranz sicherte sich den zweiten Platz. Jetzt ging es aber erst richtig los. Wenige Minuten später wurde Mjoen wegen zwei Torfehlern disqualifiziert – Schranz damit Olympiasieger. Als diesen liess er sich auch an der anschliessenden Pressekonferenz feiern. Aber dieses Resultat hatte nicht lange Bestand.
Ein Streckenposten meldete, dass auch Schranz in seinem abgebrochenen Lauf schon vor dem Rencontre mit dem Streckenarbeiter ein Tor ausliess. Fünf Stunden lang beriet die Jury, bevor sie mit 3:2-Stimmen zum Schluss kam, dass auch der Österreicher disqualifiziert werden musste. Zwischen dem Pistenarbeiter und Schranz' Abbruch des ersten Laufs soll kein Zusammenhang bestanden haben. Damit war der einheimische Killy Olympiasieger. Pikant: Von der Jury waren zwei Mitglieder Franzosen und eines ein Schweizer. Den Vorschlag des britischen Juroren, Killy und Schranz die Goldmedaille zu überreichen, war aufgrund des Reglements nicht möglich.
Schranz und sein Olympia-Pech
Natürlich hatten die Vorkommnisse in Österreich und Frankreich Folgen. In den Medien leisteten sich beide Seiten Entgleisungen. Die Österreicher behaupteten, dass der Pistenarbeiter sich Schranz absichtlich in den Weg stellte und so für Killys Sieg sorgen sollte, die Franzosen konterten mit der These, dass es diesen «mysteriösen Pistenarbeiter» gar nicht gab und Schranz nur eine Ausrede für sein Versagen suchte.
Wie auch immer, Schranz und Olympia passten nicht zusammen. Der hervorragende Skifahrer hat in seiner Sammlung nur eine Silbermedaille vom Riesenslalom 1964 in Innsbruck. 1968 ging er leer aus und zu den Spielen 1972 wurde er nicht zugelassen, weil er auf einem Foto vor den Spielen ein T-Shirt mit Kaffee-Werbung trug, was im damaligen Amateurstatus noch verboten war. Schranz kehrte anschliessend nach Österreich zurück, wo er von tausenden Fans heroisch empfangen wurde. 16 Jahre später erhielt er vom damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch eine Olympia-Ehrenmedaille. Immerhin.
(fox)











