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Medaillenlos glücklich
17. Februar 2010 08:15; Akt: 17.02.2010 10:31 Print
«Häts dir is Hirni gschneit, Schatzi?»
von Herbie Egli, Vancouver - Von den vier Snowboardcross-Trümpfen stach einer: Olivia Nobs. Die 27-Jährige holte sich die Bronzemedaille – und steht trotzdem mit leeren Händen da.
«Das ist nicht wie ein Traum, das ist ein Traum», so Olivia Nobs kurz nach dem Rennen gegenüber SF. Die Schweizerin, welche im Weltcup in dieser Saison als beste Resultate drei achte Plätze ausweisen konnte, fuhr trotz Sturz im Finallauf aufs Podest. Die aus La Chaux-de-Fonds stammende Athletin packte nach dem Erfolg gar etwas Schweizerdeutsch aus: «Häts dir is Hirni gschneit, Schatzi?», fragte sie die Reporterin, als diese sie aufforderte, eine Kostprobe auf Deutsch zu geben. Natürlich war die Antwort so vorher abgemacht.
«Die Medaille war mein Ziel»
Wenig später im Studio erklärte Nobs dann auch, woher sie den Ausdruck kennt: Sie habe diesen Satz von ihrer Teamkollegin Tanja Uhlmann (nicht in Vancouver) gelernt. Viel mehr könne sie auf Deutsch nicht sagen – oder dann nur Dinge, welche selbst nach einem Bronzemedaillengewinn nicht ins TV gehören. Wie unser Video mit der Medaillengewinnerin zeigt, ist dies masslos untertrieben.
Feiern lassen musste sich Olivia Nobs gestern Abend ohne Edelmetall um den Hals. Die 27-Jährige aus La Chaux-de-Fonds nahm es aber mit Humor. Schliesslich bekommt sie ihre Bronzemedaille einen Tag später verliehen.
«Es war einfach fantastisch»
Anders als in Whistler - wo die Schweizer Medaillengewinner zu Fuss ins House of Switzerland kommen - dürfen sie in Vancouver mit dem Boot zum Schweizer Haus fahren. Dort angekommen meinte die sympathische Neuenburgerin: «Es ist etwas komisch, die Medaille nicht in den Händen zu halten. Es ist trotzdem ein gutes Gefühl. Ich habe gut gekämpft heute und bin sehr zufrieden.» Sie hat von der zurückgetretenen Tanja Frieden sogar ein Gratulations-SMS aus der Schweiz erhalten, das sie sehr gefreut hat.
Auf die Frage, wie sie den ganzen Tag erlebte, entschuldigte sich Nobs zuerst mit ihrem französischen Akzent für ihr Deutsch. «Ich kann nur ein bisschen 'Züri-Dütsch' sprechen.» Trotzdem versuchte die Neuenburgerin dann die Läufe zu erklären. «Es war ein grosser Kampf auf der Strecke. Am Anfang waren es sehr schwierige Wetterverhältnisse. Der Schnee wurde aber von Lauf zu Lauf besser. Es war einfach fantastisch.»
Die Medaille kam für viele überraschend. Nicht so für Nobs: «Ich habe immer an die Medaille geglaubt. Für mich war es ein Ziel», so die 27-Jährige gegenüber SF. Realisiert hatte sie ihre Leistung noch nicht ganz. «Das wird dann anders, wenn ich die Medaille erhalte.»











