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Boardercross
17. Februar 2010 01:58; Akt: 17.02.2010 01:58 Print
Olivia Nobs schnappt sich Olympia-Bronze
Wie schon an der WM 2009 in Südkorea holte sich jene Schweizerin eine Medaille, von der man es nicht zwingend erwartet hätte. Olivia Nobs klassierte sich hinter Maelle Ricker (Ka) und Deborah Anthonioz (Fr) als Dritte.
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Best of Vancouver
Für die 27-jährige Neuenburgerin, deren Olympia-Teilnahme an sich erst durch das verletzungsbedingte Out von Tanja Frieden zu Stande kam, wäre sogar noch mehr drin gelegen. Im hochkarätig besetzten Final mit Weltmeisterin Helene Olafsen, Weltcup-Leaderin Ricker und der routinierten Anthonioz verlor Nobs als Zweite fahrend in einem denkbar dummen Moment die Balance und schaffte es kaum mehr über das folgende Hindernis. Weil hinter ihr fast gleichzeitig aber auch Olafsen zu Fall kam, reichte es der öfter als minimalistisch beschriebenen Westschweizerin zum grössten Erfolg ihrer Karriere.
SiegerportraitOliva Nobs. - 18. November 1982. - Wohnort: La Chaux-de-Fonds. - 169 cm/59 kg. - Beruf: Maturandin. - Hobbys: Sport, Reisen, Musik, Kino. Sprachen: Französisch, Englisch, Spanisch. - Persönliche Webseite: http://www.olivianobs.ch. -Wichtigste Erfolge: Olympia-Dritte 2010, WM-Zweite 2009, drei Weltcupsiege, fünf weitere Weltcup-Podestplätze, Zweite der Weltcup- Disziplinenwertung 2002/03.
Erst in Stoneham, als sich Frieden in der Qualifikation beide Achillessehnen riss, war Nobs' zweite Olympia-Teilnahme Tatsache geworden. Und nun rettete jene Fahrerin die Ehre des stärkstes Frauenteams der Welt, die Trainer Harald Benselin durch ihre teils nonchalante Fahrweise schon öfters Extra(überzeugungs)arbeit beschert hat. Kaum eine Fahrerin ist mit soviel Talent und Fahrgefühl gesegnet wie Nobs. Böse Zungen behaupte(te)n, dass die schon mehrmals verletzt gewesene Neuenburgerin wesentlich mehr daraus machen könnte. Spätestens seit der Nacht auf Mittwoch ist sie diesen Beweis niemandem mehr schuldig.
Francons Verbremser
Die Art, wie Mellie Francon trotz mehrstündiger Verzögerung des Wettkampfs wegen der schlechten Sichtverhältnisse die ersten drei Läufe des Tages gemeistert hatte, liess auf die vierte Schweizer Olympia-Goldmedaille der laufenden Spiele hoffen. Die Neuenburgerin setzte der Konkurrenz in beiden Runs der Qualifikation die schnellste Zeit vor und behielt, anders als etwa die Weltcup-Dritte Dominique Maltais, die Nerven. Francon gewann auch ihren Viertelfinal-Lauf auf souveräne Weise.
Im Halbfinal wurde der WM-Dritten von 2009 dann ein Verbremser zum Verhängnis. Ungefähr nach der Hälfte der Strecke stellte es der dynamischen Romande das Brett quer, den Geschwindigkeitsverlust konnte sie nicht mehr wettmachen. Selbiges unterlief ihr auch im nicht mehr relevanten kleinen Final, der siebten Schlussrang war für Francon angesichts des überragenden Starts in den Wettkampftag eine herbe Enttäuschung.
Bündnerinnen ohne Glück
Weniger gut lief es den beiden Zimmergenossinnen aus Flims. Simona Meiler, die im ersten Durchgang der Qualifikation heftig stürzte und sich dabei glücklicherweise nur an der Lippe (Platzwunde) verletzte, schied im Viertelfinal-Lauf mit Francon als Dritte aus. «Den Start habe ich völlig verpasst», analysierte die 20-jährige Bündnerin, die in der Folge nicht mehr aufholen konnte. «Ich war eigentlich nahe dran, hatte aber nicht genügend Speed zum Überholen.»
Sandra Frei fiel in ihrem Heat erst auf Rang 3 zurück und dann in den Fangzaun neben der Strecke. «Ich flog zu weit, weil ich zu wenig aktiv war», ärgerte sich Frei über den verpatzten Auftritt in der ersten K.o.-Runde. Für Meiler endete das Rennen im neunten Rang, Frei wurde Elfte.
Boardercross Frauen, Viertelfinals
Snowboardcross. Frauen:
1. Maelle Ricker (Ka).
2. Deborah Anthonioz (Fr).
3. Olivia Nobs (Sz).
4. Helene Olafsen (No).
5. Lindsey Jacobellis (USA).
6. Nelly Moenne Loccoz (Fr).
7. Mellie Francon (Sz).
8. Zoe Gillings (Gb).
9. Simona Meiler (Sz).
10. Doresia Krings (Ö).
11. Sandra Frei (Sz).
LIVE-TICKER
mit Res Blum
- Geschafft! Olivia Nobs geht im Final nicht leer aus und sichert sich die Bronze-Medaille.
- Ricker übernimmt die Führung, Nobs setzt sich auf Platz 2, stürzt aber und die Medaille ist dahin. Ricker holt sich Olympia-Gold, Anthonioz sichert sich Silber, Olivia Nobs trotz Sturz noch auf Bronze.
- Jetzt läuft die Entscheidung, Nobs, Olafsen, Ricker und Anthonioz sind gestartet.
- Aber zuerst muss noch der B-Final absolviert werden, mit dabei Mellie Francon. Auch diesmal bleibt sie nicht fehlerfrei und stürzt nach einem Sprung. Immerhin gibts ein Diplom für Francon, als 7. beendet sie das Rennen.
- Die Nervosität am Start wächst, noch ein Lauf entscheidet über Gold, Silber, Bronze und - Plastik, den will sich keiner von den vier Girls umhängen.
- Im Finale stehen somit Olivia Nobs, die Norwegerin Olafsen, Kanadas Liebling Ricker und die Französin Anthonioz.
- Im zweiten Halbfinal scheitert mit Jacobellis die grosse Favoritin.
- Olivia Nobs schafft den Finaleinzug, Mellie Francon ist weg, immerhin eine Schweizerin hats geschafft, in den Final zu kommen.
- der 1. Halbfinal ist gestartet, Francon scheidet nach wenigen Metern aus, bzw, wird stark zurückgebunden, Olivia Nobs hält sich gut und kämpft an der Spitze mit.
- Mit dem Sesselift werden die Fahrerinnen zurück zum Start gebracht, kaum Zeit zum Verschnaufen für die Athletinnen.
- Im Halbfinal treffen Francon und Nobs im gleichen Lauf aufeinander, Gillings und Olafssen wollen ihren Finaleinzug verhindern.
- im vierten Lauf qualifizieren sich Jacobellis und Anthonioz für das Halbfinale.
Somit sind zwei von vier Medaillenchancen für die Schweiz noch im Rennen.
- Sandra Frei startet im dritten Lauf, schnappt sich schnell die zweite Position. Streut dann aber einen Rumpler ein und muss sich überholen lassen. Sie erhöht das Risiko und fliegt von der Piste.
- Nobs übernimmt die Führung und fährt einen Start-Ziel-Sieg ein, zwei Schweizerinnen bereits im Halbfinal.
- keine Pause, gleich der zweite Heat, mit Olivia Nobs kommt schon die dritte Schweizer Medaillenhoffnung.
- Meiler kämpft um den zweiten Platz, schafft es aber nicht, bleibt auf dem dritten Rang sitzen - Francon überlegen weiter, Gilling ebenfalls.
- Francon fährt vorne weg, Ramberger schon gestürzt.
- Ramberger, Gillings, Francon und Meiler sind gestartet. Die beiden Schweizerinnen starten nebeneinander und katapultieren sich aus dem Starthaus.
- die Entscheidung naht, die erste Viertelfinal kündigt sich an. Francon und Meiler sind im gleichen Lauf zugeteilt und starten im ersten Viertelfinaldurchgang.
- nach stundenlanger Verzögerung wegen Nebels und starken Winden bei den Qualiläufen beginnen die Viertelfinals in Kürze. Mit dabei noch alle vier Schweizerinnen.
Francon dominierte Qualifikation
Mellie Francon hat im Snowboardcross ihre Gold-Ambitionen mit dem souveränen Sieg in der Qualifikation unterstrichen. Die Romande behielt nach einer mehrstündigen Verschiebung wegen schlechter Sichtverhältnisse die Nerven.
Damit hat sich die Dritte der letzten WM eine ideale Ausgangslage verschafft. Im Viertelfinal wird sie die Startposition wählen können. Die zweitplatzierte US-Olympiasiegerin Lindsey Jacobellis büsste im Vorprogramm gegenüber ihrer wohl härtesten Rivalin 0,98 Sekunden ein.
Auch die übrigen Schweizerinnen überstanden den Cut der Top 16 souverän. Olivia Nobs reihte sich auf Platz 4 ein. Simona Meiler (9.) steigerte sich nach einem Sturz im ersten Lauf markant. Sandra Frei (11.) tastete sich im Nebel nur langsam ans Limit.
Eine bittere Enttäuschung hatten die Kanadierinnen zu verkraften: Dominique Maltais verabschiedete sich nach einem Crash frühzeitig. Die Bronze-Gewinnerin von Turin hatte sich in ihrer Heimat Chancen auf den Gold-Coup ausgerechnet.









