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Halbleer oder halbvoll
01. März 2010 12:41; Akt: 01.03.2010 12:48 Print
Glänzt das Gold wirklich so hell?
von Reto Fehr - Neuer Goldrekord an Olympischen Spielen, der erste Olympiatitel im Langlauf, Simon Ammann als erster doppelter Doppelolympiasieger im Skispringen und der Triumph in der Königsdisziplin Abfahrt. Kurz: Die Schweiz hat in Vancouver abgeräumt. Oder doch nicht?
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Die grossen Olympia-Verlierer
Nichts glänzt schöner als Gold. Was sind schon Silber oder Bronze, wenn man Gold haben könnte? Höchstens die Plätze für den ersten und zweiten Verlierer. Aus dieser Sicht hat die Schweizer Olympiadelegation bei Olympia 2010 zugeschlagen. Sechsmal Gold ist Rekord. Nur vier Nationen – darunter einwohnermässige Giganten wie Kanada, Deutschland oder die USA – haben mehr geholt.
Der Schweizer Headcoach Gian Gilli sagt denn auch: «Unsere sechs Goldmedaillen sind historisch. Und noch schöner lässt sie glänzen und funkeln, dass wir sie zumeist in den wichtigen, alten Sportarten geholt haben.» Ähnlich äussert sich Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild. Da haben sie recht. Wie viele ihrer 16 Medaillen würden die Österreicher wohl hergeben, um die Abfahrtsmedaille und die zwei Skisprung-Olympiasiege ihr Eigen zu nennen? Der Wert dieser Medaillen ist ähnlich hoch wie für Kanada die goldene Auszeichnung im Eishockey.
Silbermedaillen: Fehlanzeige
Es ist schon so: Goldige Medaillen glänzen mehr als andere. Nur, funkeln sie genügend hell, um die magere Ausbeute an zweiten und dritten Plätzen zu überstrahlen? Keine silberne Medaille reist in die Schweiz, nur deren drei in Bronze. Noch vor den Spielen rechnete man da und dort damit, dass der Medaillenrekord mit 15 Podestplätzen von 1988 wackelt.
Gilli stufte sein Team als «stark und ambitiös» ein und verwies auf «Hammer-Disziplinen» wie Bob, Snowboardcross der Frauen oder das Männer-Skiteam. Nur einer dieser Trümpfe stach – immerhin dreifach. Die Snowboarder versagten bis auf Olivia Nobs total und die Bobfahrer kehren erstmals seit 1964 ohne Edelmetall zurück. Selbst das Skiteam blieb vor allem aufgrund der schwachen Leistungen der Frauen unter den Erwartungen. Statt fünf bis sechs Siegesfeiern mit Schweizer Beteiligung mussten wir uns mit drei begnügen. Drei Medaillen aus acht Wettbewerben? Wirkliche «Hammer-Disziplinen» bringen mehr Ertrag.
Sechs 4. Plätze nützen nichts
Missionschef Erich Hanselmann wusste schon vor den Spielen, dass Medaillenchancen nicht mit Medaillengewinnen gleichzusetzen sind: «Man braucht im Schnitt drei Medaillenchancen für eine effektive Medaille.» Drei aus acht trifft dies in den oben erwähnten Disziplinen ziemlich genau. Für den Podestplatz zählen mehrere Faktoren. Das mussten auch die sechs Schweizer «Leder-Gewinner» feststellen. Stéphane Lambiel, Fabienne Suter, Iouri Podladtchikov, Ivo Rüegg (Zweierbob), Carlo Janka (Kombi) und die Curlerinnen wären mit etwas mehr Glück mit Edelmetall zurückgekehrt. So aber tragen sie nur zu den 18 Diplomen der Schweizer Delegation bei.
So bleiben wir auf neun Medaillen sitzen. Eigentlich zu wenig. Selbst die (vorsichtige) Zielsetzung von Swiss Olympic vor den Spielen mit zehn bis zwölf Podestplätzen wurde nicht erreicht. Im Gegensatz zu Turin 2006 stand die Schweiz fünf Mal weniger auf dem Treppchen. Ernüchternd. Oder nicht? «Was die Quantität betrifft, haben wir die Zielsetzung nicht erreicht. Da müssen wir bei den Verbänden über die Bücher», gibt Gilli zu.
Was ist Ihre Meinung? Heben die sechs Goldmedaillen die sonst magere Ausbeute auf? Zählt Qualität mehr als Quantität? Oder war die Zielsetzung und die Erwartungshaltung der Fans mit mindestens zehn Medaillen schlicht zu hoch? Hat die Schweiz sich selbst überschätzt? Diskutieren Sie in unserem Talkback mit!
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Alle 47 Kommentare














Halllo?!?
Sechs Olympiasiege!!Das ist überragend,keine Frage.Silber und Bronze sind nur Trostpreise.Wir können stolz auf unsere Athleten sein.
Zwiespältige Bilanz
Positiv: 6 Goldmedallien. Negativ: Dahinter wirds sehr dünn. Totalausfälle wie Cuche, Bobfahrer, Curlerinnen, Ski-Damen, Lambiel. Und nun können wir uns bald auf die Fussball-WM konzentrieren.
Auf die Einwohnerzahl hochrechnen!
Rechnet die Medaillen doch mal auf die Einwohnerzahl hoch! Die USA hätten 346 Medaillen gewinnen müssen! Deutschland 93! Österreich, *hust* haben uns von der Anzahl her geschlagen...