Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Mike Schmid
22. Februar 2010 23:00; Akt: 22.02.2010 21:34 Print
Im Sommer pickelt Gold-Schmid wieder
von Marcel Allemann, Kanada - Er habe gerade ein «Gstürm» im Kopf, erklärte Mike Schmid (25) nach seinem Gold-Coup. Aber es sei «ein schönes ‹Gstürm›».

Bodenständiger Olympiasieger: Mike Schmid will im Sommer wieder Strassen bauen. (Bild: Keystone)
Unser Skicross-Olympiasieger ist ein Mann der grossen Taten, nicht aber der grossen Worte. Interviews auf Französisch? Fehlanzeige. «Ich kann nur ‹salut› sagen», erklärt er einem welschen Journalisten. Interviews auf Englisch? Fehlanzeige! «Meine Englisch-Kenntnisse sind sehr klein.» Was er sagt, das sagt er in breitem Berner Dialekt, mit ruhiger, fast behäbiger Stimme. Kein Vergleich zum wilden Tanz, den er jeweils auf der Piste aufführt.
«Ich kann noch gar nicht realisieren, was da geschehen ist», berichtet Schmid über sein «Gstürm im Kopf» und lächelt: «Es ist einfach unglaublich.» Noch unglaublicher ist es für ihn, da am Tag des grossen Triumphs seine Schwester Franziska ihren 28. Geburtstag feierte. «Vor meiner Abreise haben wir noch darüber gesprochen, dass dies doch eigentlich unser Tag wäre», erzählt der Berner Oberländer. Kaum stand sein Olympiasieg tatsächlich fest, rief er in die auf ihn gerichtete TV-Kamera: «Gratuliere, Fränä!» Ob sich die TV-Zuschauer in Kanada oder Japan unter diesen zwei Worten wohl etwas vorstellen konnten? «Das war eine spontane Idee und keineswegs einstudiert», klärt Schmid auf.
Der neue Olympiasieger ist ein liebenswerter, naturverbundener Bursche. Frutigen im Berner Oberland ist sein Dorf und die Famlie dort sein Ein und Alles. Im Sommer arbeitet Schmid als Strassenbauer. Bei Hitze den ganzen Tag zu pickeln, macht ihm nichts aus: «Ich arbeite gerne.» Er kann sich auch nicht vorstellen, dass sein Olympiasieg etwas daran ändert: «Ich brauche das Geld, das ich als Strassenbauer verdiene.»
Und so wird man im Berner Oberland schon bald in den Genuss von goldenen Strassen kommen – gebaut von einem Olympiasieger.











