Olympia-Fazit

28. Februar 2010 21:07; Akt: 01.03.2010 00:05 Print

Schild: «Nicht ganz erreicht, was wir wollten»Schild: «Nicht ganz erreicht, was wir wollten»

von Herbie Egli, Vancouver - Die Olympischen Winterspiele in Vancouver gehören bald der Geschichte an. Die Athleten von Swiss Olympic haben mit sechs Goldmedaillen einen neuen Rekord aufgestellt. Dennoch ist Präsident Jörg Schild mit dem Erreichten nicht ganz zufrieden.

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Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild zieht Bilanz. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Natürlich strahlen die sechs Goldmedaillen der Schweizer Olympioniken am meisten. Die drei Bronze-Medaillen verblassen daneben schon fast. Swiss Olympic erwartete im Vorfeld der Spiele aber mehr Medaillen. Deshalb soll für die Zukunft noch mehr in den Spitzensport investiert werden.

«Wir haben kein Silber»

Müde aber grösstenteils zufrieden, lud die Delegations-Spitze von Swiss Olympic zur letzten Medienkonferenz im House of Switzerland in Vancouver. Bilanz ziehen war angesagt. Von der Qualität her konnten alle zufrieden sein. Von der Quantität hingegen nicht. «Wir hatten noch nie sechs Olympiasiege in weitgehend traditionellen Disziplinen. Daher bin ich sehr zufrieden», sagt Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild im Interview mit 20 Minuten Online.

Der frühere Handballspieler Schild konnte und wollte aber nicht verheimlichen, dass nicht alles nach Wunsch lief. «Wir haben kein Silber und drei bronzene Medaillen. Dazu 18 Diplome. Ein Drittel davon - also sechs - stammen von 4. Plätzen. Wenn man das Gesamte betrachtet, haben wir nicht ganz das erreicht, was wir wollten.» Das kurz vor den Spielen revidierte Ziel von Swiss Olympic war zehn bis zwölf Medaillen.

«Werden über die Bücher müssen»

Headcoach Gian Gilli blies ins gleiche Horn, wie sein Präsident. «Was die Quantität betrifft, haben wir die Zielsetzung nicht erreicht. Da müssen wir bei den Verbänden über die Bücher.» Der Bündner will die Hebel aber auch in einem anderen Bereich in Bewegung setzen. «Die Wissenschaft und der Spitzensport müssen noch mehr zueinander finden.»

Aus medizinischer Sicht kam die Schweizer Delegation mit einem blauen Auge davon. «Wir hatten nicht viele Verletzungen. Die vom Bobsport waren unnötig, was die Rahmenbedingungen der Bahn betraf», sagt der Schweizer Chefarzt Christian Schlegel. Er war auch froh, dass die zu Beginn ausgebrochene Magen-Darm-Grippe schnell eingedämmt wurde. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte sein Fazit vermutlich anders ausgesehen.

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