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Viererbob
28. Februar 2010 00:41; Akt: 28.02.2010 06:53 Print
Schweizer erstmals medaillenlos seit 1964
Die letzten Schweizer Hoffnungen auf eine Bob-Medaille haben sich nicht konkretisiert. Der Vierer von Ivo Rüegg fiel am zweiten Tag vom vierten auf den sechsten Rang zurück. Gold ging an den Amerikaner Steven Holcomb.

Kein Glück im Schneegestöber für Rüegg und Co. - nur der 6. Schlussrang.
Ivo Rüegg/Thomas Lamparter/Beat Hefti/Cédric Grand, die Weltmeister von 2007 in St. Moritz, mussten ihre Hoffnungen schon nach dem dritten Lauf faktisch begraben. Sie realisierten nur die achtbeste Laufzeit, womit sich ihr Rückstand auf Edelmetall von 0,25 Sekunden auf 0,66 erhöhte. Im letzten Durchgang fuhren sie auf Platz 5, da sich aber der Kanadier Pierre Lueders keine Blösse gab, resultierte kein Ranggewinn mehr.
Rüegg, der erfahrene Steuermann aus Tuggen, blieb unter den Erwartungen. Die Hoffnungen, zusammen mit seinen explosiv startenden Hinterleuten den besten Start hinzulegen, erfüllten sich nicht, zudem hatte man ihm fahrerisch mehr zugetraut. Im Vierer kam sicherlich auch hinzu, dass der Wallner-Schlitten aus Österreich nicht so schnell war, wie man dies erhofft hatte.
Der Sieg ging wie erwartet an die Crew von Steven Holcomb, der André Lange und den Lokalmatadoren Lyndon Rush auf die Ehrenplätze verwies. Der deutsche Gigant bewies im letzten Durchgang ein letztes Mal sein grosses Können und holte sich mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung Silber.
Holcomb, der 29-Jährige aus Utah setzte sich vom ersten Lauf an auf Platz 1 und erweiterte so sein Palmarès, das auch den Weltmeister-Titel 2009 und den Disziplinenweltcup-Gesamtsieg 2010 umfasst. Vor drei Jahren, als er wegen einer chronischen Krankheit vor dem Verlust des Augenlichts und logischerweise auch vor dem Karrierenende stand, hätte er sich kaum erträumen lassen, dass er in Whistler die erste US-Goldmedaille im Männerbob seit 62 Jahren holen würde.
Weit in den Geschichtsbüchern zurückblättern muss man auch, um auf ein ähnliches Schweizer Bob-Olympia-Debakel zu stossen. 1964 in Innsbruck waren die Schweizer Bobstars letztmals ohne olympisches Edelemetall geblieben, auf der harsch kritisierten Piste von Whistler resultierte nun ein unschöner Mix von «Pleiten, Pech und Pannen». Rüegg/Grand hatten mit dem Boblet Bronze als Vierte um 0,34 Sekunden verpasst, hinzu kamen die Forfaits von Beat Hefti (Zweier) und Daniel Schmid (Zweier und Vierer).
Bob. Männer. Vierer. Schlussklassement.
1. Steven Holcomb/Steve Mesler/Curtis Tomasevicz/Justin Olsen (USA 1) 3:24,46. 2. Andre Lange/Kevin Kuske/Alexander Rödiger/Martin Putze (De 1) 0,38 zurück. 3. Lyndon Rush/David Bissett/Lascelles Brown/Chris le Bihan (Ka 1) 0,39. 4. Thomas Florschütz/Ronny Listner/Andreas Barucha/Richard Adjei (De 2) 1,12. 5. Pierre Lueders/Justin Kripps/Neville Wright/Jesse Lumsden (Ka 2) 1,14. 6. Ivo Rüegg/Thomas Lamparter/Beat Hefti/Cédric Grand (Sz 1) 1,25. 7. Karl Angerer/Andreas Bredau/Alex Mann/Gregor Bermbach (De 3) 1,60. 8. Jewgeni Popow/Alexej Kirejew/Dennis Moisejtschenkow/Andrej Jurkow (Russ 3) 1,67. - Klassiert, aber gestürzt: John Jackson (Gb 1). - Nicht klassiert und gestürzt: John Napier (USA 2), Alexander Zubkow (Russ 2), Wolfgang Stampfer (Ö 1), Milan Jagnesak (Slk 1), Hiroshi Suzuki (Jap 1). - Nicht gestartet u.a.: Michael Klingler (Lie 1).- 20 klassiert.
(si)













