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Guerdats Goldpferd Nino

09. August 2012 17:46; Akt: 09.08.2012 17:47 Print

Ein Wallach zwischen Genie und Wahnsinn

Die ganze Schweiz freut sich mit Steve Guerdat über die zweite Goldmedaille von London. Den grössten Anteil am Erfolg leistete aber Wallach Nino des Buissonnets, das störrische Sprunggenie.

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Steve Guerdat wusste, wem er seine olympische Goldmedaille zu verdanken hat. Als der nach der Medaillenübergabe wieder auf seinem Pferd sass, zeigte der stolz auf seinen Franzosen-Wallach. Nino des Buissonnets leistete sich im Einzel-Springreiten keinen einzigen Abwurf und war der Garant für den Olympiasieg. «Mein Pferd sprang hier von Runde zu Runde besser, er ging fantastisch», freute sich der eher zurückhaltende Guerdat.

Dass der Romand mit Wohnsitz in Herrliberg ZH bei Olympia auf den 11-jährigen Nino des Buissonnets setzen wird, war lange nicht klar. Mit Nasa und Carpalo hat der 30-Jährige zwei weitere Top-Pferde in seinem Stall. Erst beim Weltcup-Final in ’s-Hertogenbosch, als sich Guerdat im Stechen nur vom Amerikaner Rich Fellers mit Flexible bezwingen lassen musste, wurde klar, dass Nino auch bei Olympia zum Zug kommen wird.

Eigenwilliges Ausnahmepferd

Der braune Franzosen-Wallach - Nachkommen wird es also keine geben - ist nicht einfach zu reiten. Für ein Springpferd ist er nicht allzu gross, doch das macht er mit Kraft locker weg. Zwischen den Hindernissen kann der eigenwillige und ungestüme Nino heftig werden, über dem Sprung ist er aber fantastisch. «Zwischen Genie und Wahnsinn», beschreibt Guerdat selbst sein Goldpferd. «Nino kann alles. Er ist ein Ausnahmepferd. Kein Hindernis ist ihm zu hoch. Im Wettkampf wird er jeden Tag besser. Er bekommt Vertrauen in die Umgebung, wird einfacher zu reiten. Da er ein sehr schnelles Pferd ist, kann er zudem auch am ersten Tag schnell gehen, ohne dass man zu viel Risiko eingehen muss, was eine gute Ausgangslage für die folgenden Tage bedeutet.»

Im Juni 2010 kaufte Guerdats Förderer, Milliardär Urs E. Schwarzenbach, den talentierten Wallach für einen siebenstelligen Betrag aus Deutschland. Geboren wurde Nino im Januar 2001 in Frankreich als Sohn von Kannan und Nachkomme der Narcos Linie. Als er auf den Rütihof nach Herrliberg kam, war er noch nicht ganz «fertig». Anfänglich hatten Guerdat und Nino Mühe sich aneinander zu gewöhnen. Viel Arbeit und Geduld war nötig. «Nach einigen Wochen der Anpassung fanden wir uns immer besser», so der Olympiasieger. «Jetzt harmonieren wir perfekt.»

Der King im «Stall»

Den Anteil von Nino am Olympiasieg schätzt Guerdat auf ungefähr 50 Prozent. Manchmal sei es aber auch 70:30 oder 30:70. Das Goldpferd kriegt nun einige Wochen Ferien. «Nino ist kein Pferd, das gerne lange im Stall bleibt. Er ist derzeit so gut in Form. Wenn in den nächsten zwei Tagen gesundheitlich alles in Ordnung ist, wird er in drei, vier Wochen wieder langsam an Turnieren eingesetzt.»

Zu Hause in Herrliberg wird der braune Wallach nun definitiv der Star im Stall sein. «Wir werden ihn verwöhnen. Dann wird er schon merken, dass er jetzt der ‹King› ist», sagt Guerdat stolz und erklärt, wie sein Pferd tickt: «Beim Handführen geht er nach links, wenn er nach rechts sollte. Will dann Gras fressen, wenn er nicht sollte. Aber das sind Dinge, die man einem besseren Pferd eben erlaubt. Daran wird er in den nächsten paar Tagen merken, dass er etwas Tolles geleistet hat.»
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Steve Guerdat über sein Goldpferd Nino des Buissonnets. (Video: 20 Minuten Online)

(pre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bella Müller am 09.08.2012 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Das das Pferd aber schon 11 Jahre alt ist und dann noch eine Goldmedaille bekommt überrascht mich.

    einklappen einklappen
  • rachel am 09.08.2012 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rösseler

    Echt super was Steve und Nino in London geleistet haben! Herzliche Gratulation an das sympathische Duo ;)

  • Julia am 09.08.2012 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischen Genie und Wahnsinn

    Christina Liebherrs No Mercy wurde auch schon so betitelt. Es sind doch einfach alles unglaublich talentierte Reiter und Pferde. Aber es ist schön, dass auch das Pferd im Fokus der Aufmerksamkeit steht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bella Müller am 09.08.2012 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Das das Pferd aber schon 11 Jahre alt ist und dann noch eine Goldmedaille bekommt überrascht mich.

    • henry miller am 09.08.2012 21:43 Report Diesen Beitrag melden

      kein alter

      nun bella, dieses pferd ist im besten alter für den spitzensport. 14-, 15jährige pferde sind top-athleten mit sehr viel erfahrung und wissen genau was zu tun ist. leider sind die tiere in diesem sport auch schnell kapputt, denken wir mal an callvaro. der mensch erntet den ruhm der hauptakteur stirbt

    • Eva Küng am 09.08.2012 21:56 Report Diesen Beitrag melden

      gutes Alter

      Das ist das beste Alter für ein Pferd. Für richtig schwere Prüfungen ist er eher sogar noch einer der Jungen. Super Leistung, Wow!

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  • Julia am 09.08.2012 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischen Genie und Wahnsinn

    Christina Liebherrs No Mercy wurde auch schon so betitelt. Es sind doch einfach alles unglaublich talentierte Reiter und Pferde. Aber es ist schön, dass auch das Pferd im Fokus der Aufmerksamkeit steht!

  • rachel am 09.08.2012 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rösseler

    Echt super was Steve und Nino in London geleistet haben! Herzliche Gratulation an das sympathische Duo ;)

  • fredy kaufmann am 09.08.2012 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation an Nino und Steve Guerdat

    Eine spitzenleistung von Pferd und Reiter. Gratulation