Marcel Hirscher

13. Februar 2018 06:51; Akt: 13.02.2018 10:55 Print

«Ich fahre noch nicht nach Hause»

Marcel Hirscher gewinnt erstmals Olympia-Gold. Das Schweizer-Quartett geht in der Kombination leer aus.

Premiere: Der Österreicher steht erstmals bei einem Olympia-Rennen ganz zu oberst auf dem Podest.
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Es ist der Tag der Vollendung für Marcel Hirscher. Endlich hat er sie: die Goldmedaille. Nun kann er behaupten, alles gewonnen zu haben, was man in den technischen Disziplinen gewinnen kann. Hirscher ist Gesamtweltcupsieger. Weltmeister. Und nun eben Olympiasieger. Er gewann die Kombination letztlich mit 23 Hundertsteln Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault.

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Es war kein einfaches Rennen. Weder für Hirscher noch die restlichen Starter. Immer wieder fegten Böen über die Piste, die so manchen Athleten aus dem Konzept brachten. Viele, aber ihn nicht: Marcel Hirscher. Nach dem Rennen sagte er im SRF: «Als ich meinen Slalomlauf startete, sah ich die Linie nicht. Ich dachte mir: Das darf nicht wahr sein. Ich wusste deshalb nicht, wie gut ich unterwegs war. Umso mehr war ich froh, dass es am Ende gepasst hat.»

Aerni verliert im Slalom viel Zeit

Mit einem breiten Lächeln fügte er an, dass der Medaillengewinn unfassbar sei. «Die eigentliche Sensation ist mein Abfahrtsrennen», so der Österreicher. Ihm gelang ein ansprechender erster Lauf – er wurde Siebter und legte da den Grundstein für seinen späteren Erfolg.

Nun, da Hirscher endlich Olympiasieger ist, kann er auch befreit in die nächsten Rennen gehen. «Keine Sorge, ich fahre noch nicht nach Hause. Aber eigentlich könnte ich das», sagte der 28-Jährige mit einem Grinsen. Weniger zum Lachen zumute ist es den Schweizern. Weder Kombi-Weltmeister Luca Aerni (11.) noch Mauro Caviezel (12.) gelang ein Exploit. Carlo Janka wurde 15., Justin Murisier schied aus.

Aerni verlor allein im Slalom 2,22 Sekunden auf Hirscher. Warum er so viel Zeit verloren habe, wisse er nicht, sagte der 24-Jährige nach dem Rennen in die Fernsehkameras. «Ich spürte, dass es nicht ein super Lauf war, aber ich dachte nicht, dass der Rückstand so gross sein würde.» Er habe den Rhythmus nicht gefunden, sei in den Kurven immer wieder weggerutscht.

Neues Rennen, neues Glück

«Der Hang ist schwierig, man muss von oben bis unten viel riskieren, das war eine Challenge für mich», sagte derweil Mauro Caviezel. Schon am Morgen bei der Abfahrt sei sein Plan nicht ganz aufgegangen. Die Abfahrt wurde verkürzt, wodurch die Slalomfahrer auch weniger Zeit auf die Speedspezialisten einbüssten. «Ich habe mir schon mehr erhofft», gab der 29-Jährige zu. Er hoffe nun, dass es in den kommenden Tagen windstill werde. «Neues Rennen, neue Chance.»

Das Rennen ebenfalls möglichst schnell abhaken muss auch Carlo Janka. Ihm gelang nach seinem Kreuzbandriss zwar ein ansprechendes Rennen, aber zufrieden war er am Ende gleichwohl nicht. Dementsprechend antwortete er auf die Frage, was er denn von der Kombination mitnehmen könne: «Nichts, es geht ja nur um Medaillen.» Er sei heute schlicht zu weit weg von den Topathleten gewesen.

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(cst)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stöff am 13.02.2018 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleibe fair

    Ich gratuliere fair. Der Beste in diesem Rennen hat gewonnen. Einfach kein Gejammer unsere waren fern ab.

  • Neukki am 13.02.2018 05:46 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Konkurenz

    Die Schweizer sind nur Statisten, leider...

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  • Chruselimeitli am 13.02.2018 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation an Hirscher

    Der Beste hat gewonnen! Und verdient hat er es auch, hier gibt es kein Wenn und Aber. Herzliche Gratulation.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tiroler am 13.02.2018 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Der Hirscher

    zeigt den Eidgenossen wie man Ski fährt. Herzlichen Glückwunsch.

    • Wiener am 13.02.2018 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tiroler

      Ohne Hirscher währen wir nicht so gut.

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  • Herbert100 am 13.02.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Kombi-Team ohne Esprit

    Das Resultat ist für die Skination Schweiz enttäuschend. Doch konnte man wirklich mehr erwarten? Die einzige echte Schweizer Medaillenhoffnung Aerni war schon seit Wochen ausser Form!

  • Thomas Bueeler am 13.02.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hirscher, einfach Klasse

    Marcel Hirscher ist einfach eine Klasse für sich. Da gestehe ich als Schweizer gerne ein dass er verdient und zum Glück auch gewonnen hat, da das Wetter auch Überraschungen zugelassen hätte. Aber Hirscher liess sich nicht beeindrucken, Bravo.

  • Kupfi666 am 13.02.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Die Abfahrt war ja wohl ein Witz sie hätten von Anfang an einen Slalom fahren sollen. Zum Glück wird diese unfaire Disziplin abgeschaft. Klar der beste Slalom Läufer hat gewonnen Glückwunsch an den Hirschen

    • Stöff am 13.02.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Abfahrt war zu kurz, Sieger passt.

      Das ist ja ganz ein anderes Thema und da bin ich 100% gleicher Meinung. Entweder mit Fahrzeit 1.45 Min die Abfahrt durchführen oder gar nicht. Wenn dann die Abfahrt verkürzt und vereinfacht wird, passiert dies auch mit dem Slalom. Der wurde heute in der Länge um 70 Meter gekürzt, war aber recht schwer gesteckt. Am Sieger gibt es nichts zu rütteln, der hat seine Leistung auf beiden Strecken gezeigt.

    • Dani am 13.02.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es

      Grundsätzlich war die Kombi heute wirklich sehr seltsam. Die Abfahrt zu einfach und der Slalom vom Russen-Trainer zu schwierig gesteckt. Eine doppelte Benachteiligung für die Abfahrer. So hatten die Italiener, Norweger und der Dressen keine Medaillenchance. Eigentlich wäre das perfekt für Aerni gewesen...

    • Hrh am 13.02.2018 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stöff

      Bei der Abfahrt fehlte der schwierigste Teil und beim Slalom die letzten sehr flachen ca. 7 Tore. Diese Kombi war ein absoluter Witz und die Abfahrer wurden einmal mehr benachteiligt. Ist übrigens auch im Weltcup so. Wenn der Hirscher mal zurück getreten ist wird dann halt der Henrik noch ein par mal den GWC gewinnen. Schade um die Chancengleichheit. Früher gab es mal Streichresultate. Nur die fünf besten Resultate pro Disziplin zählten für den GWC. Das wäre doch die Lösung oder? Eure Meinung würde mich intressieren

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  • Benjamin am 13.02.2018 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Slalomfahrer

    Die Vergangenheit hat es immer gezeigt, dass die Slalomfahrer in der Kombi die grössere Chance haben. Warum lässt man nicht mehr Slalomfahrer an den Start, wie zum Beispiel Zenhäusern oder Yule?