Eishockey-Nati

23. Januar 2018 11:29; Akt: 06.02.2018 10:56 Print

Richard hätte ins Olympia-Team gehört

von Marcel Allemann - Das Olympia-Aufgebot von Nati-Coach Patrick Fischer beinhaltet einige Überraschungen. Die grösste ist die Nicht-Nomination von Tanner Richard.

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Nach dem Spengler-Cup übte sich 20 Minuten im Kaffesatz-Lesen und nannte 25 Spielernamen, die es ins Olympia-Aufgebot schaffen werden. Im Vergleich zum effektiven Aufgebot von Patrick Fischer lagen wir lediglich bei drei Personalien falsch. Félicien Du Bois statt Joël Genazzi, Enzo Corvi statt Tanner Richard und Joël Vermin statt Chris Baltisberger.

So schlecht ist das ja nicht. Aber trotzdem sind wir überrascht. Nicht wegen Baltisberger, der zurzeit nicht mehr so gut spielt wie noch im Herbst. Aber durchaus wegen Genazzi. Der Lausanne-Spieler ist der produktivste Verteidiger in der National League – Ausländer inklusive. Und im Frühling hat er eine überragende erste WM gespielt.

Corvi und Almond statt Richard – das ist mutig

Der eigentliche Knaller ist aber die Nicht-Nomination von Richard. Einem valablen, körperlich starken und torgefährlichen Center, der zudem zu den besten Bullyspielern der Liga gehört. Alles Tugenden, die auf dem internationalen Parkett eigentlich gefragt sind – und in Fischers Olympia-Kader hat einzig Berns Gaëtan Haas in dieser Saison mehr Skorerpunkte produziert als der Stürmer von Servette. Richard hätte ins Olympia-Team gehört.

Statt auf Richard setzt Fischer auf Center wie Corvi, der zwar ein absolut überragender Spieler ist und viele Überraschungsmomente erzeugen kann, aber im Gegensatz zu Richard noch kein einziges richtig überzeugendes Länderspiel gezeigt hat. Und auf Cody Almond, der nach seiner langen Verletzungspause bislang in der Liga noch keine Akzente setzen konnte. Das ist mutig.

Kein Freundschaftsdienst an Brunner

Wir sind nur die Betrachter von aussen. In der Kabine, an den Teammeetings, im Speisesaal – da sind wir nicht dabei. Im Gegensatz zu Patrick Fischer und seinem Coachingstaff. Und vielleicht gibt es da etwas Wichtiges, das wir nicht wissen. Eigentlich können wir Fischer ja vertrauen. Einen Trainer, der sein Team – allein schon wegen seines jungen Alters – so gut spüren konnte, hatten wir seit Ralph Krueger nicht mehr.

Und wir wissen nun auch, dass es unter Fischer keine Freundschaftsdienste gibt. Zur Erklärung: Fischer und Damien Brunner sind Kumpels. Zu einem Olympia-Ticket verhalf dies dem verletzungsanfällig gewordenen ehemaligen NHL-Stürmer und Ligatopskorer jedoch auch nicht. Und das ist gut so. Unabhängig davon, ob Brunner der Nati in Pyeongchang hätte helfen können oder nicht.

Gespannt darf man auch sein, wie die Nati in der postolympischen Zeit aussehen wird. Bislang gelang es Fischer auf sensationelle Weise, selbst Absagen gegenüber den Spielern derart gut zu verkaufen, dass diese sich am Schluss dafür fast noch bei ihm bedankten.

Doch hat ein Routinier wie Brunner nun überhaupt noch Lust, eine WM zu spielen, wenn es ihn nochmals brauchen würde? Und wie reagieren die anderen nun schwer Enttäuschten wie Richard oder Genazzi, aber auch Grégory Hofmann oder Luca Cunti inskünftig auf unseren Nationalcoach?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno M. am 23.01.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Tanner

    Ohne Richard?! Der hätte nicht nur physisch viel gebracht! Was für ein Witz der Fischer!

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  • Gregor am 23.01.2018 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen....

    Wieso sollte man Fischer vertrauen?? Was hat der erreicht resp. gebracht? Hab ich da was verpasst...wenn ja, sorry ;)

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  • M.B. am 23.01.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mutig?

    Der Verzicht auf Genazzi und vor allem Tanner ist nicht mutig, sondern dumm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hockeyler am 09.02.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Änderungen

    Nun, wenn das Team mind. das Halbfinale erreicht, werden die Krtitiker und Stammtisch-Besserwisser stumm sein. Wenn nicht, wussten sie es vorher schon besser. Aber auch ich hätte statt Baltisberger Richard mitgenommen, auch Genazzi und Fazzini wären eine gute Wahl gewesen.

  • Radiohörer am 24.01.2018 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Genazzi/Richard würden nachnominiert

    Nicht gleich wieder "hypere", Herr Allemann. Es wird wohl noch die eine oder andere Absage wegen Verletzungen geben. Dann bin ich fast sicher, dass Verteidiger Genazzi und/oder Stürmer Richard nachnominiert würden.

  • Dan Ke Fischi am 23.01.2018 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Happy

    Sehr gut sind brunner, fazzini und vor allem hofmann nicht dabei. Sind dann wenigstens frisch für wenn es wichtig wird.

  • Nati am 23.01.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nati

    Enzo Corvi Ist ein absoluter klasse Spieler. Technisch sackstark, flink und immer in guter Verfassung. Also nichts gegen Corvi, ausserdem spielt er beim Hc Davos

  • M.B. am 23.01.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mutig?

    Der Verzicht auf Genazzi und vor allem Tanner ist nicht mutig, sondern dumm.

    • Eishockey Fan am 23.01.2018 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.B.

      Dumm? Habe vergessen, dass M.B. ein absoluter insider ist, der jeden Spieler persönlich kennt und das sicher gut beurteilen kann...... . Hört doch endlich auf, euer theoretisches Halbwissen zu verbreiten und lasst Fischer seinen Job machen. Er kennt die Spieler und ist fachlich absolut top!

    • Dan am 23.01.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eishockey Fan

      Nein, tut und ist er nicht.

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