Regeldschungel

08. Februar 2018 19:36; Akt: 10.02.2018 05:02 Print

#verboten: Vorsicht mit Posts!

von A. Stäuble, Pyeongchang - Von der eigenen Website bis zum Daumendrücken auf Twitter: An Verboten für Athleten und Sponsoren mangelt es nicht.

Während den Olympischen Spielen ist Vorsicht geboten: Lara Gut darf sich bei offiziellen Terminen nur im Olympia-Outfit zeigen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auf der eigenen Website über Olympia berichten? Schwierig. Damit keine nicht olympischen Sponsoren zu sehen sind, empfiehlt Swiss Olympic den 169 Athletinnen und Athleten, eine Unterseite ins Leben zu rufen. Aber: Eine eigens für die Spiele kreierte Website ist hingegen nicht erlaubt. Via Twitter einem Teammitglied gratulieren? Bedingt erlaubt. Das Liken und Teilen von Posts ist erlaubt, das Kommentieren jedoch nicht.

Umfrage
Wie viele Medaillen gewinnt die Schweiz an den Olympischen Spielen in Pyeongchang?

Ein Video-Rundgang durch die Unterkunft posten? Strengstens untersagt. Ton- und Videoaufnahmen sind nur erlaubt, wenn diese ausserhalb der olympischen Zone aufgenommen werden. Fotos posten? Ja, aber nur, wenn die nicht olympischen Sponsoren nicht auftauchen, weder als Logo noch als Hashtag. Einen Medaillengewinn auf Social Media feiern? Ja, aber auch hier nur im offiziellen Olympia-Outift, das Swiss Olympic im Übrigen auch dem IOK zur Genehmigung vorzulegen hat.

Beispiele, die zeigen, wie heikel der korrekte Umgang mit der olympischen Charta ist. Mit der Regel 40, Paragraf 3, will das IOK eine «übermässige Kommerzialisierung» verhindern. In einer Broschüre, die sich an den IOK-Richtlinien orientiert, weist Swiss Olympic die Athleten derer Sponsoren detailliert darauf hin, was im Rahmen der Olympia-Sperrfrist (1. bis 28. Februar) erlaubt ist und was nicht.

Auf dem Radar von Swiss Olympic

Wer die unterzeichnete Vereinbarung nicht einhält, dem droht eine Busse oder gar der Ausschluss. Swiss Olympic überwacht die Sportler nicht, hat aber im Auge, was auf den sozialen Kanälen geht. «Viele haben wir abonniert und sehen so, was sich tut», sagt Kommunikationsleiter Alexander Wäfler. «Wenn etwas auffällt, werden die Athleten darauf hingewiesen und gebeten, den fehlbaren Post zu entfernen.»

Auch im Bereich Werbung und Kommunikation sind dutzende Beispiele aufgeführt. Die Sponsoren der Athleten haben die Auflagen ebenfalls zu erfüllen. Etwa: Es ist ihnen zwar gewährt, während Olympia mit ihren Athleten zu werben, aber nur, wenn der Deal mindestens drei Monate zuvor lanciert worden ist und das Thema Olympia nicht touchiert wird. Bezeichnungen wie Spiele, Sommer, Winter, Gold, Silber, Bronze, Medaille oder Podest gelten bereits als Anspielung auf die Olympischen Spiele. #halleluja.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scrooge Mc. Duck am 08.02.2018 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flachwitz

    Bei all den Regeln könnte man meinen, die Athleten sind in Nordkorea. Haha.

    einklappen einklappen
  • Rolf am 08.02.2018 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommerz pur

    Ja nicht die olypischen Sponsoren verärgern... So wollen sie "übermässige Kommerzialisierung" verhindern?!?

  • Luzerner am 08.02.2018 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grössenwahn

    Ich wiederhole mich aber die Sportler von heute sind die Gladiatoren von gestern. Brot und Spiele für die Massen. Ich wo bleibt der olympische Gedanke?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • basta am 09.02.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Olympische spiele jeglicher Art abschaff

    Sowohl Winter- als auch Sommerspiele inkl. Fussballweltmeisterschaft. Dann müssen die Speckmaden endlich arbeiten gehen um ihr Luxusleben selbst finanzieren.

  • Ameliore am 09.02.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre es wirklich ein

    echter Sportanlass wäre ausser Fairplay keine Regel aufzustellen.

  • Igel am 09.02.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschüss

    Als Sportler würde ich in diesem Fall eine Absage machen und erst gar nicht an den Start gehen.

    • Realizer am 09.02.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      oder nicht?

      Genau... als Sportler arbeitest du jahrelang auf genau diesen Moment hin - nur um dann nicht zu gehen weil du auf Instagram kein Foto aus deiner Unterkunft teilen darfst? eher nicht schätze ich mal...

    einklappen einklappen
  • Alter mann am 09.02.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Tango korrupti

    Sport und Russen ... das passt nicht zusammen. Wenn einer dieser Anabolikawürste erst gewinnt und danach disqualifiziert werden muss, wird dem echten Gewinner den Verlust des wichtigsten Gutes im Sport verwehrt .. das Gefühl da oben auf der Treppe vor versammeltem Publikum gefeiert zu werden. Da nutzt die Medaille auch nicht mehr.

  • Anony Mouse am 09.02.2018 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So läuft das mit Kommerz

    Wer zahlt, der befiehlt... so läuft das in der Privatwirtschaft. Und ihr alle schaut und unterstützt das sogar noch, oft noch auf den verhassten Staatssendern.

    • Ueli am 09.02.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anony Mouse, nö, umgekehrt

      Wer befehlen will, soll gefälligst zahlen.

    einklappen einklappen