Studie

09. Juni 2010 23:00; Akt: 09.06.2010 23:03 Print

«Ab 20 Jahren bekommen Kiffer Probleme»

von Lorenz Hanselmann - Junge Ausländer und «Bildungsferne» kiffen am meisten. Doch Anfang 20 legt jeder Dritte den Joint weg. Wer weiterkifft, hat seinen Konsum oft nicht im Griff, so eine Studie.

Zum Thema
Fehler gesehen?

3000 Personen haben die Forscher um ­Joan-Carles Surís von der Universität und dem Unispital Lausanne über sechs Jahre hinweg befragt. Resultat: Kifften mit 16 Jahren noch 21 Prozent der Befragten, waren es sechs Jahre später nur noch 15 Prozent. Fast jeder Dritte hat in der Zwischenzeit mit Kiffen aufgehört – die meisten davon mit 20 oder 21 Jahren. Bei jenen, die weiterkiffen, wird der Konsum oft chronisch.

Überdurchschnittlich oft zum Joint greifen Jugendliche mit ausländischer Nationalität. Der Psychologe Allan Guggenbühl sieht dabei nicht den Pass, sondern die mangelnde Integration als Ursache. «Ausländer sind weniger integriert und suchen deshalb Anschluss an eine Gruppe. Und Kifferkreise sind sehr tolerant.»

Seltener zünden sich hingegen die gut Gebildeten einen Joint an. «Sie haben oft klare Ziele und wollen diese nicht durch das Kiffen in Gefahr bringen», sagt Guggenbühl. Dies findet auch Facharzt Lars Stark von Gain, der Behandlungsstelle für Drogenprobleme in Zürich. «Ab 20 Jahren bekommen starke Kiffer erste Schwierigkeiten mit Cannabis: Sie haben Kinder oder müssen im Job Verantwortung übernehmen.»

Stark und Guggenbühl sind sich einig: Die meisten, die als Jugendliche gekifft haben, schwören Cannabis auch als Erwachsene nicht ab – sie kiffen einfach nur noch zu besonderen Anlässen.