02. Mai 2005 14:02; Akt: 02.05.2005 14:03 Print

«Bankraub-Opas» vor Gericht

Drei rüstige Senioren im Alter zwischen 63 und 74 Jahren müssen sich ab Dienstag vor dem Hagener Landgericht wegen des Verdachts verantworten, das wohl älteste Bankräubertrio Deutschlands gewesen zu sein.

Fehler gesehen?

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, seit 1988 bei insgesamt 15 Banküberfällen mehr als eine Millionen Euro erbeutet zu haben.

Im Dezember 1988 sollen sie ihren ersten Überfall auf eine Sparkassenfiliale in Leopoldshöhe begangen und dabei 110.000 Mark (55.000 Euro) erbeutet haben. Bis Januar 2004 sollen 14 weitere Überfälle auf Geldinstitute gefolgt sein, unter anderem in Bielefeld, Iserlohn und Herford. Jedes Mal sollen die Verbrecher mit scharfen Waffen, teils auch mit Handgranatenattrappen, die Herausgabe des Geldes erzwungen haben und dabei äusserst brutal vorgegangen sein. Bei den Vorbereitungen zu einem weiteren Überfall waren die Angeklagten am 4. November 2004 auf einem Parkplatz in Wimbern von Sondereinsatzkräften der Polizei festgenommen worden.

Das Landgericht Hagen hat für den Prozess neun Verhandlungstage angesetzt. Dabei sollen mehr als 40 Zeugen und mehrere Sachverständige gehört werden, wie Pressesprecherin Britta Lincke sagte. «Wegen des hohen Alters der Angeklagten» will die 4. Grosse Strafkammer unter Vorsitz von Richter Horst-Werner Herkenberg versuchen, die einzelnen Prozesstage möglichst kurz zu halten und schon zu Mittag fertig sein.

(ap)