Im Auftrag von SeaWorld

15. Juli 2015 21:44; Akt: 16.07.2015 11:13 Print

«Delfin-Schützer» legt Tierschutz rein

Ein Peta-Aktivist protestiert an vorderster Front gegen SeaWorld. Jetzt stellt sich heraus: Er arbeitet für den Themenpark.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

SeaWorld ist Tierschützern ein Dorn im Auge. Nicht nur wegen der umstrittenen Haltung von Delfinen und Walen in den diversen Themenparks der Kette. Kritik ruft auch hervor, dass die Parks für ihre Shows Tiere aus der freien Wildbahn fangen. Jetzt wirft die Tierrechtsorganisation Peta den Betreibern von SeaWorld auch noch Spionage vor. Laut Peta soll einer ihrer vermeintlichen Aktivisten in Wirklichkeit ein langjähriger Mitarbeiter des Erlebnisparks in San Diego sein.

Laut dem Nachrichtenportal Bloomberg gab sich ein gewisser Thomas Jones drei Jahre lang bei der Tierschutzorganistion als engagierter Tierschutz-Aktivist aus. Auf Twitter hetzte er zu «aggressiven Aktionen» auf und regte Gleichgesinnte an, mit «Mistgabeln und Fackeln SeaWorld zu zerstören». Im Januar 2014 wurde er zusammen mit anderen Peta-Mitgliedern während einer Demo in Pasadena verhaftet.

Seit 2010 bei SeaWorld angestellt

Doch im Gegensatz zu den anderen Aktivisten kam Jones sehr schnell wieder frei. Seinen Peta-Kollegen erklärte er, dass er seinen Ausweis nicht dabeigehabt habe. Diese Geschichte machte Lisa Lange, Vize-Präsidentin von Peta, stutzig. «Ich wurde am selben Tag verhaftet. Als wir entlassen wurden, wusste keiner was von Thomas.» Erst später schrieb der Mann in einem SMS, er sei bereits zu Hause. Laut Angaben der Polizei von Pasadena ist jedoch kein Thomas Jones in den Akten vermerkt.

Lisa Lange knöpfte sich den mysteriösen Aktivisten vor. Die Adresse, die er bei seiner Anmeldung bei Peta angegeben hatte, gehörte dem Sicherheitschef von SeaWorld. Auf Facebook fand sie Bilder des Mannes unter einem anderen Namen: Paul McComb. Eine kurze Recherche auf der Website von SeaWorld ergab: Der 28-jährige McComb arbeitet seit April 2010 in der Personalabteilung.

Auch SeaWorld sieht sich als Opfer

«SeaWorld ist sich bewusst, dass es beim Publikum wegen der grausamen Haltungsbedigungen von Walen unbeliebt ist. Darum hat es jetzt diese Spionage-Kampagne gestartet», sagte Lisa Lange der britischen Zeitung «The Guardian». Ihrer Ansicht nach sollte sich das Unternehmen besser darum kümmern, die Tiere in Schutzgebieten in die Freiheit zu entlassen.

SeaWorlds Vize-Präsident Fred Jacobs sieht die Sache anders. Sein Unternehmen müsse sich vor Aktivisten schützen, die sich, aufgerufen von Peta, in Tierparks und Zoos anstellen lassen und als «geheime Ermittler» arbeiten. Die doppelte Identität seines Mitarbeiters wollte Jacobs allerdings nicht kommentieren. Und auf Facebook waren am Dienstag alle Fotos von «Thomas Jones» verschwunden.

(kle)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Layla am 16.07.2015 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Käfig ist ein Gefängnis

    Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Freiheit. Jeder Käfig ist ein Gefängnis. Wir Menschen haben nicht das Recht Tiere zum Vergnügen einzusperren.

    einklappen einklappen
  • Heinz Zellweger am 15.07.2015 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grausam...

    Gehe für ein Jahr nach San Diego. Nie werde ich auch nur einen Fuss in die Nähe dieses Parks setzten!

  • Kritiker am 16.07.2015 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Boykottiert diese Shows

    Egal ob jetzt Seaworld oder ein anderer Tiershow Veranstalter, solche Shows und Organisationen gehören boykottiert!!! Wie immer liegt die Macht in den Händen des Publikums und der Öffentlichkeit, also unterstützt solche Dinge nicht!! Das Sonarsystem der Delfine ist sehr empfindlich und der Lärm (Zuschauer, Musik, Turbinen) beeinträchtigt ihre Wahrnehmung! Auch die als Schule organisierten Orca Wale gehören defintiv nicht in Shows oder Becken, kein Wunder passiert da jedes Jahr mehrfach Unfälle / Attacken etc... Die preisgekrönte Doku "die Bucht" kann ich jedem empfehlen...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • alles schliessen am 16.07.2015 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lara

    Wenn man Seaworld schliesst sollte man auch die Zoos, Zirkuse in der Schweiz schliessen oder gehören Elefanten und co. hierhin?

  • Reto Borri am 16.07.2015 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sitzen auch im Gefängnis

    Jedenfalls die Menschen welche dem Kapitalistischen unterworfen sind, Frei sind eher die Menschen die im Busch leben etc ich wäre manchmal auch lieber frei.. daher logisch das Tiere wohl auch gerne Frei wären

  • Lisa am 16.07.2015 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blackfish

    SeaWorld sollte ein für alle mal geschlossen werden. Was die diesen wunderbaren Tieren antun, ist einfach nur schrecklich! Die Orcas leben verhältnissmässig in einer Badewanne, und wenn man Luftbilder von SW sieht, merkt man, dass sie sich kaum drehen können ausserhalb des Showbeckens. Dabei schwimmen sie in der Wildnis hunderte von Meilen am Tag! Die Kälber werden ihren Familien entrissen und entführt, und alle leiden darunter. Diese Tiere haben mehr Emotionen und Gefühle als manche Menschen! Ich kann es Tilikum nicht übel nehmen, bereits mehrere Menschen getötet zu haben. Blackfish gucken!

    • Clever-Smart am 16.07.2015 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      Das interessiert

      Dort niemanden, wenn die Kasse stimmt. Zudem finden sich immer "US-Wissenschaftler" die genau wissen, dass sich die Tiere dort pudelwohl und glücklich fühlen.

    einklappen einklappen
  • peter am 16.07.2015 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    kritisch bleiben

    Wollte auch mal aktiv für einen namhaften Tierschutz (drei Buchstaben) unentgeltlich tätig sein, erhielt jedoch eine Absage, da ich kein Studium vorweisen konnte. Ich könne mich ja trotzdem finanziell beteiligen. Habe deshalb eine andere Sichtweise zu diesen Organisationen entwickelt. Weshalb wird zum Beispiel bei den bedrohten Seepferdchen von den Tierschutzorganisationen nicht soviel unternommen wie zum Beispiel durch SeaLife? Dass sich mal jemand bei den Tierschutzorganisationen einschleust, ist doch nicht verwerflicher, wie wenn es umgekehrt geschieht.

  • cares am 16.07.2015 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    How

    Ich liebe Sea World. Es sind nur Tiere und sie werden ja nicht gegessen. Könnte ihnen schlimmer gehen.

    • Stefan am 16.07.2015 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Blackfish

      Ok, leben sie mal 20 Jahre in einem Schuhkarton und werden noch jeden Tag mit Übungen geqüalt. Mal sehen ob sies dann auch nicht mehr so schlimm finden. Schauen sie mal die Doku Black Fish, da sehen sie wie unwürdig die Tiere behandelt werden. Sind ja nur Tiere........Ignoranz in höchstem Ausmasse!!!!

    einklappen einklappen