26. April 2007 10:25; Akt: 26.04.2007 17:21 Print

«Die Lehrerin hat uns Blut trinken lassen»

Die in Italien von Kindergärtnerinnen unter Drogen gesetzten und vergewaltigten Vorschul-Kinder sind offenbar auch zu «satanistischen Orgien» missbraucht worden.

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In Rigagno Flaminio, einem Dorf vor den Toren Roms herrscht Fassungslosigkeit. Wie der «Corriere della Sera» berichtet, beginnen heute die Befragungen in einem Pädophilen-Skandal, der seinesgleichen sucht. Vier Kindergärtnerinnen, ein Tankwart und dessen Ehefrau sind am Dienstag festgenommen worden. Sie werden beschuldigt, rund 25 Kindergartenkinder im Alter von zwischen drei und sechs Jahren monatelang systematisch unter Drogen gesetzt, missbraucht und die entsprechenden Szenen gefilmt zu haben.

Bereits vergangenen Oktober ist die Polizei den Kinderschändern aufgrund von Aussagen der Kinder auf die Spur gekommen. Weil sämtliche Angeschuldigte jegliche Beteiligung an einem solchen Verbrechen abstritten, wurde zunächst an den Aussagen der Kinder gezweifelt. Penible Untersuchungen der Polizei haben aber ergeben, dass die Beschreibungen der Kinder der Wahrheit entsprechen dürften. Sie beschrieben Tapeten im Zimmer des Hauses in dem sie missbraucht worden waren, sowie einen Pool mit «roten Fischen» in den die Kinder vor den Missbrauchstaten zum Baden geschickt worden waren.

Offenbar sind auch satanistische Tendenzen mindestens einer der Kindergärtnerinnen mit im Spiel gewesen. Ein Mädchen erzählte den Ermittlern, dass eine der Betreuerinnen das Kruzifix von der Wand genommen und umgekehrt aufgehängt habe: «Sie sagte, Jesus ist das Böse und der Teufel das Gute.» Einige Kinder hätten zudem ausgesagt, sie seien gezwungen worden, Blut zu trinken.

«Die Lehrerin und ein schwarzer Mann zogen sich Kapuzen über den Kopf, haben uns in die Arme geschnitten und uns Blut trinken lassen», sagte eines der Kinder nach Medienangaben aus. Das Grauen soll sich während der Schulstunden abgespielt haben. Die Kleinen seien mit einem Bus in die Wohnung der Lehrerin gefahren worden.

Ausserdem wurden bei mehreren Kindern Spuren von psychoaktiven Substanzen gefunden, welche sie sich nicht selber zugeführt haben können. Laut den zuständigen Ermittlern «sind zuviele Beschreibungen der Kinder zutreffend, als dass es sich noch um Zufälle» handeln könne.

Die Polizei geht davon aus, dass auch Filme und Fotos der Missbrauchsaktionen gemacht und verkauft worden sind. Haussuchungen in einer von den Opfern beschriebenen Garage und einer Villa sind in dieser Hinsicht jedoch erfolglos geblieben.

Die Ermittlungen in dem Fall dauern bereits seit vergangenen Juli an, wie die Polizei mitteilte. Der erste Verdacht sei aufgekommen, nachdem viele Kinder an den Kindergarten negative Verhaltensänderungen gezeigt hätten.

So hätten einige Kinder beim Spielen ohne erkennbaren Grund aufgeschrien und geweint. Andere hätten begonnen, sich selbst zu verletzen. Die Fahnung war aber zunächst wegen der Sommerferien nicht mit genügend Nachdruck geführt worden, kritisierte eine Zeitung.

(thi/sda)