Koffein-Bomben in Schülerhirnen

02. November 2008 22:30; Akt: 03.11.2008 09:37 Print

«Energy-Drinks sind halbwegs wie Drogen»

von Deborah Rast - Kampf gegen Energy-Drinks: Mehrere Schulen haben Redbull und Co. verboten. Grund: Die Jugendlichen würden nach zwei bis drei Dosen nervös und störten den Unterricht. SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi fordert sogar ein nationales Verbot. Der Lehrerverband hält nichts von der Idee.

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An den Schulen von Gerzensee BE, Neuendorf SO und Rümlang ZH wurde der Konsum von Energy-Drinks bereits verboten. Der Grund: «Die Jugendlichen wurden verhaltensauffällig und nervös. Sie konnten nicht mehr am Unterricht teilnehmen», sagte Schul­leiter Stefan Bähni zur Zeitung «Sonntag». ­

Doping?

Toni Bortoluzzi, Mitglied der nationalrätlichen Gesundheitskomission, geht noch weiter, er will die Koffeinbomben landesweit verbieten: «Stimulierende Getränke sollen an allen Schulen - auch an Berufsschulen - verboten werden. Es darf keine hyperventilierenden Schüler mehr im Unterricht geben.»

Und: «Energy-Drinks sind halbwegs wie Drogen, kiffen wird ja auch nicht toleriert», behauptet der SVP-Nationalrat. Schützenhilfe bekommt Bortoluzzi von Peter Grütter, Präsident des Schweizer Verbandes der Kantonschemiker. Auch er spricht sich ­gegen Redbull und Co. an Schulen aus: «Das geht in Richtung ­Doping.»

Lehrer sind nicht begeistert

Beim Dachverband Schweizer Lehrer stösst Bortoluzzi auf Unverständnis: «Es ist traurig, dass sich die Schule jetzt auch noch darum kümmern soll», sagt Vizepräsidentin Marie-Hélène Stäger. Urs Peter Naef, Presseprecher der Migros, findet die Forderung merkwürdig. Und: «Es ist nicht unsere Arbeit, den Leuten auf die Finger zu schauen. Die Energy-­Drinks sind legal, also verkaufen wir sie.»