In USA durchgestartet

13. November 2012 22:50; Akt: 14.11.2012 10:27 Print

«Ich habe einfach hart gearbeitet»

von Janko Skorup - 19-jährig und schon Schriftsteller. Der Fantasy-Roman des Zürchers Stefan Bachmann wird in den USA mit Lob überschüttet. Der Jungautor erzählt, wer seine Vorbilder sind und weshalb er doch lieber Musik studiert.

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Herr Bachmann, Sie konnten sich einen US-Verlag sichern. Wie kam es dazu?
Stefan Bachmann: Da ich «The Peculiar» auf Englisch geschrieben habe, suchte ich nach einem Experten im englischsprachigen Raum. Ich fand dann eine Agentin über das Internet, die Auszüge meines Buchs an verschiedene Verlage geschickt hat. Schliesslich konnten wir uns mit dem US-Amerikanischen Harper Collins Verlag einigen – und ich bin sehr glücklich damit.

Ihr Buch ist ein Fantasy-Roman. Wer sind Ihre Vorbilder?
Der Autor von «Herr der Ringe», J.R.R. Tolkien, hat sicher einen grossen Einfluss. Die Trilogie habe ich mit zehn gelesen. Und dann ist noch Charles Dickens, den finde ich super.

Sie haben mit 19 Jahren ein erfolgreiches Buch veröffentlicht – sind Sie ein Genie?

Das kann man so nicht sagen. Ich habe einfach hart gearbeitet, im Erfolg stecken etwa 90 Prozent Arbeit und 10 Prozent Talent. Ich wurde ausserdem zu Hause unterrichtet, was mir auch sehr geholfen hat. Man wird einfach ganz anders gefördert, wenn man von den eigenen Eltern unterrichtet wird.

Was heisst harte Arbeit?

Seit ich zwölf bin habe ich schon vier Bücher geschrieben. Allerdings waren sie bisher recht schlecht. Ich habe mir eigentlich alles selbst beigebracht, indem ich viel gelesen und auch geschrieben habe.

Und weshalb schreiben Sie in Englisch? Immerhin leben Sie seit 17 Jahren in der Schweiz.

Da meine Mutter US-Amerikanerin ist, wurde ich zweisprachig erzogen. Ich kann schlicht und einfach besser Englisch als Deutsch.

Wann folgt eine Übersetzung für die deutschsprachigen Leser?

So viel ich weiss, wird es in sechs Sprachen übersetzt. Nur auf Deutsch nicht – das ist echt schade, aber darauf habe ich leider keinen Einfluss.

Haben Ihre Kollegen den Roman dennoch gelesen?

Sie haben ihn zumindest von mir geschenkt bekommen oder ihn gekauft. Auch alle Lehrer an der Musikschule «Konservatorium Zürich» haben ihn geschenkt bekommen.

In den USA sind Sie ein Star. Wie gehen Sie damit um?

Es ist cool ein Star zu sein. Es freut mich, dass das Buch gut ankommt. Erst im Oktober war ich auf Buch-Tour in den USA. Die Fans waren echt crazy, sie haben sich sogar als Buch-Charaktere verkleidet.

Haben Sie auch weibliche Groupies?

Nein, da es sich um ein Jugendbuch für bis zu Zwölfjährige handelt blieb ich davon bisher verschont.

Und was sagen Ihre Eltern? Schliesslich wohnen Sie noch zu Hause.

Die freuen sich für mich – und sie lesen auch alles, was ich schreibe.

Der Erfolg beschert Ihnen sicher auch eine Stange Geld.

Ich werde tatsächlich sehr gut bezahlt. Dass es so viel ist, hat mich aber extrem überrascht. Das kam völlig unerwartet.

Wie viel Geld haben Sie denn genau verdient?

Im höheren sechsstelligen Bereich, genauer will ich es nicht sagen.

Was machen Sie mit dem Geld?

Da ich nächsten Sommer das Filmkompositions-Studium an der Zürcher Hochschule der Künste beginnen will, bleibe ich wohl noch einige Zeit Student und kann das Geld dann gut gebrauchen.

Weshalb entscheiden Sie sich für die Musik und nicht für die Literatur?

Das Musik-Studium interessiert mich einfach mehr, es fasziniert mich. Meiner Meinung nach kann man das Schreiben nicht wirklich studieren.

Was hat denn in Ihrem Leben Priorität. Die Musik oder das Schreiben?

50:50, ich weiss es wirklich nicht. So lange es zeitlich möglich ist, will ich beides machen. Aber irgendwann werde ich mich wohl entscheiden müssen.

Bis dann: Was dürfen wir als nächstes von Ihnen erwarten?

Im Herbst 2013 folgt der zweite Teil von «The Peculiar», er heisst «The Whatnot». Danach würde ich gerne einmal etwas für Jugendliche schreiben – und wenn ich selbst erfahrener werde, etwas für Erwachsene.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CP85 am 14.11.2012 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Der Junge klingt sehr sympathisch. Ich gönne ihm den Erfolg ausserordentlich :)