New York

02. Juni 2011 22:16; Akt: 02.06.2011 19:19 Print

«Krieg gegen Drogen ist verloren»

Ein hochkarätig besetztes Gremium aus ehemaligen Politikern, Geschäftsleuten und Schriftstellern hält den weltweiten Kampf gegen Drogen für gescheitert.

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Für ein hochkarätiges Gremium bringt der repressive Kampf gegen Drogen nichts. Foto: afp

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«Der jahrzehntelange Krieg gegen die Drogen ist verloren und hat verheerende Folgen für Menschen rund um die Welt», heisst es in einem Bericht, den die Global Commission on Drug Policy gestern veröffentlicht hat.

Dem 19-köpfigen Gremium gehören unter anderen der ehemalige Uno-Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige US-Notenbankchef Paul Volcker, der britische Unternehmer Richard Branson und der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa an.

«Die politischen Führer sollten den Mut haben, öffentlich zu äussern, was viele von ihnen sich privat längst eingestanden haben: Repressive Strategien werden das Drogenproblem nicht lösen und der Krieg gegen die Drogen kann nicht gewonnen werden», heisst es in dem Bericht der Kommission.

Statt Drogenabhängige strafrechtlich zu verfolgen, sollten Regierungen den Drogenmissbrauch entkriminalisieren, legale Modellversuche starten und die Behandlungsangebote für Süchtige verbessern, rät das ­Gremium.
Gleichzeitig forderten Rockstar Sting, die Schauspielerin Judi Dench und andere britische Prominente in einem ebenfalls gestern veröffentlichten offenen Brief an Premierminister David Cameron, die bisherige Drogenpolitik zu überdenken.

(20 Minuten)