Todes-Salven aus 32. Stock

02. Oktober 2017 17:01; Akt: 02.10.2017 18:39 Print

«Schütze schoss mit zwei Gewehren – gleichzeitig»

Las Vegas: Die Polizei fand im Hotelzimmer mehrere Schusswaffen. Der Schütze hatte aus mindestens einem Loch im Fenster des 32. Stocks auf die Festival-Besucher geschossen.

Schüsse aus dem Mandalay Bay Hotel und Panik am Boden: Schreckliche Szenen spielten sich in der Nacht auf Montag in Las Vegas ab. (Quelle: Tamedia)
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In der US-Metropole Las Vegas hat ein 64-Jähriger mit einer automatischen Waffe auf die Zuschauer eines Country-Festivals geschossen und über 50 Menschen getötet sowie über 400 Personen verletzt.

Der Schütze soll sich erschossen haben, als ihn die Polizei im 32. Stockwerk des Mandalay Hotels ausfindig machte. Der Mann stammte aus der Region Las Vegas, ist ein 64-jähriger Weisser. Die Polizei identifizierte den Mann als Stephen Paddock.

Aus zerschlagenem Fenster im 32. Stock geschossen

Ein SWAT-Team verschaffte sich Zugang zu dem Hotelzimmer, zuvor kam es zu einer kontrollierten Explosion. In dem Zimmer wurden laut Sheriff Joseph Lombardo «zahlreiche Schusswaffen» gefunden, wie er an einer Pressekonferenz sagte.

Ein Foto der Hotelfassade zeigt zwei Löcher im Fenster des Zimmers. Durch sicher eines hatte Paddock auf die schutzlosen Zuschauer des auf einem Platz vor dem Hotel stattfindenden Open-Air-Konzerts geschossen. Möglicherweise schoss er aus einem weiteren Loch, das er ins Fenster geschlagen hatte – oder dieses stammte von der Stürmung durch das SWAT-Team.

Ein Augenzeuge sagte dem örtlichen Fernsehsender KLAS, er habe ein Mündungsfeuer gesehen, habe gesehen, wie jemand aus einem oberen Stockwerk des Mandalay Bay Hotels «Hunderte Schüsse» abgegeben habe.

«Das war ein gut vorbereiteter Täter»

Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einem Einzeltäter aus.
Das Motiv des Täters ist noch unklar.

Eine erste Auswertung der Videos einiger Festival-Zuschauer deuteten daraufhin, dass «der Täter zwei vollautomatische Sturmgewehre benutzte – und das gleichzeitig», sagt ein Sicherheitsexperte zu 20 Minuten, der namentlich nicht genannt werden will. «Das war ein gut vorbereiteter Täter.»

Ein Magazin enthalte 30 Schuss. «Er muss zwischen 400 und 600 Schüssen abgegeben haben und dabei auf mehrere Waffensets zurückgegriffen haben. Er hatte wohl um ein Dutzend Rifles bei sich.»

Der Erwerb von automatisierten Schusswaffen ist in den USA illegal oder dann nur mit einer speziellen Genehmigung möglich. Halbautomatisierte Waffen, die man legal kaufen kann, können allerdings leicht zu automatisierten aufgerüstet werden.

Lebensgefährtin wohl nicht involviert

Die Polizei suchte zwecks Befragung nach einer Frau, offenbar der Lebensgefährtin des toten Schützen: Marilou Danley (62). Auf ihrem mittlerweile deaktivierten Facebook-Account beschreibt sie sich als «stolze Mutter und Grossmutter, die das Leben auskostet».

Später twitterte die Polizei von Las Vegas, man habe Marilou Danley «lokalisiert» und befrage sie. Gemäss ABC News nimmt die Polizei nicht an, dass sie in die Tat involviert gewesen ist.

Die Polizei hatte zuvor folgendes Fahndungsbild der Frau veröffentlicht:


Die Polizei suchte des Weiteren nach zwei Fahrzeugen, einem Hyundai Tucson und einem Chrysler Pacifica, die auf den Namen des Schützen registriert waren. Beide Wagen wurden später gefunden.

Hier die erste Pressekonferenz mit Sheriff Lombardo:


(gux)