Drama während Delfin-Show

13. Juli 2010 15:07; Akt: 13.07.2010 15:08 Print

«Sie wollte sich das Leben nehmen»

Vor den Augen schockierter Zuschauer sprang ein Schwertwal während einer Delfin-Show über den Beckenrand. «Das war Selbstmord», ist sich ein ehemaliger Delfintrainer sicher.

Aus unerklärlichen Gründen suchte Walweibchen Kuru über den Beckenrand das Weite. (Quelle: YouTube)
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Inmitten einer Delfin-Vorführung sprang Walweibchen Kuru über die Brüstung seines Wasserbeckens und landete vor den Augen schockierter Zuschauer neben dem Bassin. So geschehen am 4. Juli im Delfinarium des Okinawa-Churaumi-Aquarium im Südwesten Japans.

Angestellte wickelten das verunfallte Tier umgehend in feuchte Matten, bevor es mithilfe eines Krans wieder zurück ins Wasser gehievt werden konnte. Kurus Artgenossen schienen die Rettungsaktion durch das Plexiglas mitzuverfolgen, über das Kuru zuvor gesprungen war, wie in den Videos zu sehen ist.

Delfinarium-Mitarbeiter wickeln Kuru in feuchte Matten:

Mithilfe eines Krans musste das Walweibchen gerettet werden:
(Videos: veganblog.de)


Leicht verletzt

Die Waldame erlitt bei dem Vorfall Schrammen und Prellungen im Flossen- und Kopfbereich, berichtete dailymail.co.uk. Offenbar um den Schwertwal zu vertrösten, fütterten ihn Mitarbeiter anschliessend mit einer Extra-Portion Makrelen und Tintenfisch.

«Selbstmord»

Unter den Zuschauern befand sich ein Tourist aus den USA, der den Vorfall filmte. Das Videomaterial spielte er daraufhin Ric O'Barry zu, ehemaliger Delfin-Trainer für die weltbekannte Fernsehserie «Flipper». O'Barry befasst sich heute mit dem Schutz von Delfinen und realisierte den Oscar-prämierten Enthüllungsdokumentarfilm «The Cove». Er vermutet, dass Kuru aus Verzweiflung aus dem Becken sprang, um Selbstmord zu begehen, heisst es auf dem britischen Nachrichtenportal weiter.

«Sie wollte sich das Leben nehmen. Warum sonst springt ein Mensch aus einem Gebäude?» O'Barry macht die Haltebedingungen im Delfinbecken des zweitgrössten Aquariums der Welt für den Vorfall verantwortlich. «Delfine und Wale ziehen unzählige Meilen am Tag durchs Meer und schwimmen nicht auf engstem Raum im Kreis umher und machen Saltos.»

Der Manager des japanischen Delfinariums in Okinawa, Hideshi Teruya, weist die Vorwürfe zurück. Das Becken entspreche den Vorschriften und sei mit der korrekten Anzahl Tieren besetzt gewesen. Die wahren Gründe, weshalb Kuru über den Beckenrand sprang, werden wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.

(dga)