Indonesien

08. Dezember 2016 06:29; Akt: 08.12.2016 06:56 Print

Tausende schlafen nach Beben in Notunterkünften

Das Erdbeben der Stärke 6,4 auf der indonesischen Insel Sumatra zerstörte viele Häuser. Die Behörden bitten um Hilfe für die rund 700 Verletzten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem schweren Erdbeben in Indonesien haben mehr als 10'000 Menschen Zuflucht in Notunterkünften gesucht. Mindestens 97 Menschen waren bei dem Beben ums Leben gekommen.

Viele Menschen können nicht in ihre Häuser zurückkehren, da sie zerstört oder beschädigt wurden. Andere haben Angst, dass ihre Bleiben einem neuen Beben nicht standhalten würden, berichteten die Lokalbehörden am Donnerstag.

Behörden bitten um Hilfe

Die Behörden haben um Hilfe für die Versorgung der Verletzten gebeten. Mehr als 700 Menschen seien bei dem Beben vom Mittwoch verletzt worden, viele von ihnen schwer, teilte die Katastrophenschutzbehörde am Donnerstag mit. Der Vizeverwaltungschef des am schlimmsten getroffenen Bezirks Pidie Jaya in der Provinz Aceh sagte, es fehle an Medikamenten und Ärzten.

«Wir brauchen Chirurgen und Orthopäden, weil die meisten Verletzten Brüche erlitten haben», sagte Verwaltungsvize Said Mulyadi.

Tausende Soldaten und Rettungskräfte suchten weiter in den Trümmern der eingestürzten Häuser nach möglichen Überlebenden. Dabei wurden Ortungsgeräte eingesetzt. Die Hoffnungen, noch Menschen lebend aus den Trümmern zu bergen, schwanden jedoch.

Erste Hilfslieferungen trafen ein

Erste Hilfslieferungen trafen in der Erdbebenregion ein, für Obdachlose wurden bereits Notunterkünfte errichtet. Es fehle aber noch an Nahrung, Trinkwasser, Medizin und Decken, sagte der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde, Puteh Manaf.

Das Beben der Stärke 6,5 hatte am frühen Mittwochmorgen die Provinz Aceh im Norden von Sumatra getroffen und zahlreiche Häuser zerstört. Die Menschen dort leben noch mit der Erinnerung an die Katastrophe von Weihnachten 2004: Damals hatte ein durch ein heftiges Seebeben ausgelöster Tsunami an den Küsten des Indischen Ozeans allein in Indonesien mehr als 170'000 Menschen in den Tod gerissen, viele davon in Aceh. Zehntausende weitere Menschen starben in anderen betroffenen Staaten, darunter in Thailand, Sri Lanka und Indien.

(chk/sda/afp)