Tasmanien

16. Juli 2017 12:51; Akt: 16.07.2017 12:51 Print

Rätsel um Skelett gelöst – es war ein Schweizer

Die tasmanische Polizei hat international um Hilfe gebeten. Bei einem Skelett fand sie unter anderem Schweizer Franken. Nun steht fest: Der Tote war ein Schweizer, der ausgewandert war.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach einem Knochenfund stand die tasmanische Polizei vor einem Rätsel. Die Überreste konnten nicht eindeutig identifiziert werden, einzige Hinweise lieferte ein Rucksack, der bei den Knochen gefunden wurde. Darin fanden die Ermittler Hongkong-Dollar und Schweizer Franken. Zudem veröffentlichte die Polizei ein Foto, das sie auf einer SD-Karte im Rucksack gefunden hatte. Sie glaubte, es handle sich um den Toten.

Jetzt steht fest: Auf dem Foto ist nicht der Tote selbst, sondern ein Freund dessen zu sehen. Er war durch Medienberichte auf das Bild aufmerksam geworden und hat sich beim australischen Sender ABC gemeldet, heisst es auf dessen Onlineportal. Der Mann konnte auch bei der Identifizierung der menschlichen Überreste weiterhelfen. «Es handelt sich um einen Freund von mir, ein guter Freund, einen der besten Freunde, die ich je hatte», erzählt er. Das veröffentlichte Foto sei 2010 in Oregon, USA, entstanden, sagte er laut dem «Guardian» gegenüber der Polizei.

«Eine Schande, dass er erst jetzt gefunden wurde»

Laut ABC ist der Tote ein 44-jähriger Schweizer, der seinem Bruder zufolge die Schweiz verlassen hatte, um ein neues Leben zu beginnen. Er habe 2010 seine Sachen gepackt und wollte nochmals von vorn beginnen, bestätigt auch der Freund des Verstorbenen.

«Er war schon zuvor in Tasmanien gewesen. Er mochte das Fischen», sagt der Bekannte. Die genauen Todesumstände werden derzeit noch untersucht. Der Freund glaubt an einen Unfall. «Ich denke, er muss vom Weg abgekommen sein oder hat vielleicht eine Verletzung erlitten.» Dass die Überreste erst jetzt gefunden worden sind, sei eine «Schande». «Das muss passiert sein kurz nachdem er die Schweiz verlassen hatte.»

«Er sagte noch: ‹Früher oder später wirst du von mir hören›»

Als der Freund erkannt hatte, dass es sich beim Fund um den 44-jährigen Schweizer handeln muss, habe er dessen Familie kontaktiert. «Wir haben alle gehofft, dass wir wieder von ihm hören werden.» Dennoch sei der Fund eine Art Abschluss.

Der Bruder des Vermissten wurde kurz darauf von der tasmanischen Polizei kontaktiert. «Es war nicht wirklich ein Schock», sagt er. «Es sind traurige Nachrichten, auf eine Art überraschend, auf eine andere auch wieder nicht.» Seit der 44-Jährige 2010 die Schweiz verlassen hatte, herrschte Funkstille. «Er hatte gesagt, er möchte die Schweiz verlassen und irgendwo auf der Welt ein neues Leben beginnen. Er sagte: ‹Du wirst nichts von mir hören, aber früher oder später wirst du wieder von mir hören.›»

Polizei steht mit Angehörigen in Kontakt

Je länger kein Lebenszeichen kam, desto wahrscheinlicher wurde für die Familie die Tatsache, dass etwas passiert sein musste. Weil sie aber nicht wusste, wo der Mann war, konnte sie auch nicht die Polizei informieren.

Die tasmanische Polizei bestätigt gegenüber dem Portal, mit den Angehörigen und den Schweizer Behörden in Kontakt zu stehen. Offiziell sind die Überreste noch nicht identifiziert.

(vro)