Mutter von verhaftetem Schweizer

08. Oktober 2017 15:30; Akt: 08.10.2017 16:07 Print

«Mein Sohn ist okay»

Der Schweizer Journalist Filippo Rossi und zwei Kollegen sind in Venezuela verhaftet worden. Noch am Sonntag soll ein Prozessdatum festgelegt werden.

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Für die Familie des in Venezuela festgenommenen Tessiner Journalisten Filippo Rossi heisst es derzeit Warten. «Mein Sohn ist okay, wir stehen mit dem EDA in Kontakt», sagt Rossis Mutter zu 20 Minuten. Die Informationen, die die Familie vom Auswärtigen Amt erhalten hätten, seien «tröstlich» und Rossi habe demnach nichts zu befürchten.

Dem Nationalen Journalistenverband Venezuelas SNTP zufolge soll es am Sonntag zu einem ersten Treffen zwischen den drei Festgenommenen und Justizvertretern kommen. Dabei soll auch das Prozessdatum festgelegt werden. Bis zur Freilassung des 27-Jährige könnte es ob der starren Bürokratie des Landes allerdings noch einige Zeit dauern.

Der Journalist Eligio Rojas twitterte Bilder der Festgenommenen. Ihm zufolge will die Staatsanwaltschaft für alle drei die Freilassung beantragen.


«Bleib stark Filippo!»

Auf Rossis Facebook-Seite sprechen ihm zahlreiche Freunde und Bekannte Mut zu: «Bleib stark Filippo! Das Tessin ist mit dir», schreibt einer. Ein anderer lobt seinen investigativen Einsatz und die meisten hoffen, dass sich der Fall schnell und ohne Konsequenzen für den jungen Mann erledigt.

Rossi hat an der Universität Zürich Politikwissenschaften studiert und schreibt regelmässig für die Mailänder Zeitung «Il Giornale». Einen Namen hat sich der Tessiner aus Comano auch als Extremsportler gemacht. 2016 absolvierte er den «4 Deserts Race», eine Serie von vier 250-Kilometer-Rennen durch die Wüsten Atacama, Gobi, Sahara und die Eiswüste in der Antarktis, und 2014 den «Marathon des Sables», einen 230-Kilometer-Etappenlauf durch die marokkanische Sahara.

Nicht autorisierte Aufnahmegeräte

Neben Rossi wurden auch zwei seiner Kollegen festgenommen: Der Italiener Roberto Di Matteo und Jesus Medina aus Venezuela. Di Matteo schreibt wie Rossi für «Il Giornale». Der Venezolaner Medina ist Fotograf bei der regierungskritischen Online-Zeitung DolarToday.

Die drei Journalisten befanden auf einer Recherchereise im Bundesstaat Aragua, wo sie das als Tocorón-Gefängnis bekannte Centro Penitenciario de Aragua besuchten. Als sie dort eintrafen, sei ihnen der Zugang verwehrt und sie seien von der venezolanischen Nationalgarde festgenommen worden. Die drei hatten laut dem Nationalen Journalistenverband Venezuelas nicht autorisierte Aufnahmegeräte dabei.

(kko/fsu/dm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Extremo am 08.10.2017 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extrem

    Alles muss immer extrem sein. Extrem sport, extrem journalismuss. Da muss mit dem gerechnet werden. Die risiken waren allen beteiligten bekannt...

  • Traveller am 08.10.2017 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles in Ordnung

    Offenbar wird Venezuela keine Anklage erheben, die Jungs kommen mit einem blauen Auge davon. Also alles halb so wild, je nach Land könnte das böser ausgehen.

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  • Sorry Karl am 08.10.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialismus macht unfrei und arm

    zum Glück "nur" in Venezuela. Muss ein traumhaftes Land sein, wenn dort der Sozialismus in Reinform herrscht. Da isch Meinungs- und Pressefreiheit sowie faire Gerichtsverfahren sicherlich gewährleistet. #Ironie

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 09.10.2017 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Venezuela muss es gut gehen !

    Hat Venezuela keine grösseren Probleme als Verhaftungen 'wegen nicht autorisierten Aufnahmegeäten'.

  • Ribi am 08.10.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt schon

    Lustig, dass ein linksaussen Fötzel in Venezuela verhaftet wird. Bad Karma?

  • Raoof am 08.10.2017 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Namensvetter

    Roberto Di Mateo sieht aber anderst aus. Ex Italo Nati Spieler und ehemaliger Chelsea Trainer aus Schaffhausen.

  • Sabrina am 08.10.2017 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Animo

    Bewundernswert wenn Leute sich einsetzen um über die Ungerechtigkeiten in einem Land zu schreiben. Wer sich etwas vertiefter mit der Situation in Venezuela auseinandergesetzt hat weiss, dass Verhaftungen völlig willkürlich vorgenommen werden. Animo!

  • Sorry Karl am 08.10.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialismus macht unfrei und arm

    zum Glück "nur" in Venezuela. Muss ein traumhaftes Land sein, wenn dort der Sozialismus in Reinform herrscht. Da isch Meinungs- und Pressefreiheit sowie faire Gerichtsverfahren sicherlich gewährleistet. #Ironie

    • Dä Jesus am 08.10.2017 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sorry Karl

      Das ist nicht das Werk des Sozialismus sondern der Regierung. Abgesehen davon sind wir in unserer Scheindemokratischen Plutokratie genau so unfrei, nur die westlichen Regierungen machen es etwas dezenter.

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