254 Einbrüche

25. Oktober 2017 11:01; Akt: 25.10.2017 13:58 Print

Polizei wundert sich über den «Ninja»-Dieb

Er agierte stets vermummt und nur nachts: Jetzt hat die Polizei in Osaka einen lang gesuchten Räuber festgenommen – und staunt ob seines Alters.

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«Ich hasse Arbeit und dachte, stehlen geht schneller»: Der 74-Jährige begab sich vor seinen Raubzügen in eine verlassene Wohnung und streifte sich «Ninja»-artige Kleidung über, wie auf dem Bild einer Überwachungsaufnahme zu sehen ist. (Bild: OSAKA PREFECTURAL POLICE)

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Fehler gesehen?

Die japanische Polizei hat nach einer langen Einbruchsserie einen berüchtigten «Ninja»-Dieb gefasst – und verwundert festgestellt, dass der Verdächtige bereits 74 Jahre alt ist. Über Jahre wurde die Polizei im westjapanischen Osaka von der Serie in Atem gehalten, bis dem Mann ein Fehler unterlief, wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten. Ein verrutschtes Teil seiner Vermummung entblösste einen Teil seines Gesichts.

Jahrelang gab es nur Bilder von Überwachungskameras von dem stets schwarz gekleideten Einbrecher. Zu seiner Vermummung gehörte dabei immer ein bis über die Nase hochgezogener Nackenwärmer und ein Parka, dessen Kapuze die Augenbrauen bedeckte.

«Er war ganz in Schwarz gekleidet, ganz wie ein Ninja», sagte ein leitender Polizeibeamter in Kawachi. Nachdem sein Gesicht dann doch einmal auf frischer Tat gefilmt wurde, lauerten die Ermittler Mitsuaki Tanigawa auf, um ihn in die Falle gehen zu lassen.

Haus in zehn Minuten geknackt

Der 74-Jährige verliess tagsüber wie ein gewöhnlicher Bürger sein Haus und begab sich zu einer verlassenen Wohnung. Dort wechselte er seine Kleidung und zog nach Einbruch der Dunkelheit auf Diebestour.

«Wenn er heraus kam im Dunkeln, war er ganz in Schwarz» und habe nicht die üblichen Strassen genutzt, sondern sei durch «enge» Gassen zwischen Häusern hindurch geschlüpft und auf Mauern entlang gelaufen. Am Tag seiner Festnahme kam er gegen vier Uhr morgens vom Einbruch in einen Elektronikmarkt zurück.

In der Vernehmung gestand der Mann, dass er «Arbeit hasste und dachte, Stehlen geht schneller». Ungefähr zehn Minuten brauche er, um in ein Haus einzubrechen. Vor allem habe er es auf Bargeld abgesehen. Bei 254 Einbrüchen habe er insgesamt umgerechnet rund 260'000 Franken erbeutet, teilte die Polizei mit.

(afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Banzai am 25.10.2017 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Was lernen wir daraus?

    Dass selbst in hochentwickelten Ländern wie Japan pensionierte Menschen arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Hoffen wir, dass es in der CH nicht auch so wird.

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  • Markus im AG am 25.10.2017 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch längst bekannt

    oder wiso werden oft Rentner als Drogenkuriere eingesetzt? Weltweit sorgt das monetäre System zur verarmung der Rentner und Handicapierten.

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  • Onurb am 25.10.2017 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter

    schützt vor Torheit nicht. Wenigstens war er Gewaltlos

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kein Ninja am 26.10.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Pech für den Ninja

    Das grösste Pech dieses Ninja Dieb ist dass Er in Japan geboren wurde, wäre Er in der Schweiz geboren hätte man ihn nie geschnappt (Nur wenn er falsch geparkt oder 3 Kilometer zu schnell gefahren wäre)

  • Peter am 26.10.2017 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Selber erlebt

    Bei meinen Freunden in Osaka wurde vor einiger Zeit auch eingebrochen. Und das, obwohl sie zuhause waren. Hoffe dass sie nun wieder ruhig schlafen können. Sie sind seit dem Einbruch extrem ängstlich und "aufgekratzt".

    • Mary73 am 26.10.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      Psychische Gewalt

      ist es eben, wenn ein Unbekannter uneingeladen in die Privatsphäre einbricht und Persönliches entwendet. Da hilft nur, sich zu hinterfragen, ob man dies per offiziellem System vielleicht unbewusst nicht auch tut, und damit noch wehrhafte Benachteiligte zur "Selbstversorgung" animiert. Und dann ein gewisses Verständnis für solche Menschen aufbringen kann. Auch ich wurde schon trickreich bestohlen, und diese Haltung hat mir geholfen.

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  • Mary73 am 26.10.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Taten

    Dem unerschrockenen Kerl wird es im Gefängnis sehr langweilig sein, und er wird seine Kreativität sicher in die Planung eines Ausbruchs investieren

  • Roman am 26.10.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportliches Vorbild

    Mit 74 Jahren über Mauern zu klettern, also doch, er ist in ein Vorbild für mich!

  • Querulant am 26.10.2017 01:10 Report Diesen Beitrag melden

    Der Fall erinnert mich an...

    SoKo Opa (3 betagte Bankräuber mit Waffen aus dem WWII) und die Jagdt auf den Dealer Omar (die Polizei suchte einen Araber, bis sie darauf kam, dass die Kunden Oma als Spitznamen verwendeten, sie dealte mit Cannabis um ihre Medikamente bezahlen zu können)