Katastrophengebiet Texas

28. August 2017 19:16; Akt: 29.08.2017 16:53 Print

So helfen sich Ameisen, Fledermäuse und Hunde

Nicht nur Menschen, auch viele Tiere bringen die Fluten im Hurrikan-geschädigten Texas arg an ihre Grenzen, wie ein Video zeigt.

Auch Tiere haben unter den Folgen des Hurrikans in Texas zu leiden. (Video: Tamedia mit Material von Storyful)
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Die texanische Metropole Houston versinkt buchstäblich: Laut dem Nationalen Wetterdienst fielen am Dienstagmorgen (Ortszeit) östlich von Houston immer noch fünf Zentimeter Regen pro Stunde. Laut Vorhersage könnten es bis Donnerstag insgesamt 127 Zentimeter werden. Bis Dienstag waren drei Opfer bestätigt.

Das Ausmass der Überflutung zeigt eindrücklich dieses Vorher-Nachher-Video:


Nicht nur Tausende Menschen, auch alles was kreucht und fleucht, sucht vor dem Hochwasser Schutz (siehe Video oben). Besonders eindrücklich ist etwa, wie sich Feuerameisen zahlreich zusammenrotten und eine Insel bilden, die über das Wasser treibt.


Die Behörden im texanischen Brazoria County rufen dazu auf, dass die Menschen ihre Haustiere nicht sich selbst überlassen sollen:




Einige Tiere wussten sich aber auch selbst zu helfen. Etwa der Schäfer-Mischlinghund Otis aus der texanischen 50'000-Einwohner-Stadt Sinton. Er war am Freitag von zu Hause weggelaufen. Salvador Segovia, der auf den Hund seines Enkels hätte aufpassen sollen, war verzweifelt. «Ich suchte überall nach ihm, erfolglos», erzählt er der «Washington Post».

Am Samstag entdeckte die Anwohnerin Tiele Dockens den Vierbeiner – wie er mit einem grossen Sack Hundefutter in der Schnauze die Strasse entlang lief. «Er sah aus, als hätte er eine Mission», sagt sie. «Es war ein süsser Anblick, so dass ich den Hund fotografierte.»


Sie stellte das Bild online, wo es schnell verbreitet wurde. Vor allem aber hatte der clevere Otis seine fünf Sinne trotz Hurrikan beisammen: Er lief mit seiner Verpflegung nach Hause. «Er kam auf die Veranda, legte den Sack Hundefutter ab und sich selbst hin», so der erleichterte Grossvater Segovia.

Hurrikan Harvey und seine Folgen:
Hurrikan Harvey und seine Folgen

Zu helfen wusste sich auch ein junger Rundschwanzsperber (gehört zur Klassifizierung der Habichte und Sperber, danke Wikipedia) in Houston: Er suchte am Freitag Unterschlupf vor dem Hurrikan, der die texanische Metropole noch nicht erreicht hatte – im Taxi von Wiliam Bruso. Dieser brachte es nicht übers Herz, den gefederten Fahrgast aus dem Auto zu werfen. Stattdessen lud er ein Video des komischen Vogels hoch: «Ein Rundschwanzsperber will gerade mein Taxi nicht verlassen.»


In einem weiteren Video ermutigt Bruso den Greifvogel, der sich auch mal an der geöffneten Beifahrertüre festkrallte, doch davonzufliegen.

Erfolglos, denn offenbar war «Harvey, the hurrican Hawk», wie ihn der Taxifahrer sinnigerweise nannte, am Flügel verletzt. «Harvey» wich ihm nicht von der Seite – auch nicht, als Bruso mit dem Wagen herumkurvte. «Was macht man in so einer Situation?», fragte Bruso die Internetgemeinschaft. Er vermutete, dass der Vogel ein Jungtier war, das aus irgendeinem Grund von seiner Mutter getrennt worden war.

«Harvey» wartete auf dem Armaturenbrett des Wagens, während Bruso sich angesichts des herannähernden Hurrikans mit Vorräten eindeckte. Er hatte zudem dicke Handschuhe gekauft, und der Vogel liess sich bereitwillig in Brusos Haus tragen, wo ihm rohe Pouletherzen serviert wurden.

Am Samstag schliesslich schaute jemand vom Wildtierzentrum TWCR vorbei und nahm den Rundschwanzsperber mit. Das Video des Zentrums zeigt «Harvey», wie er einigermassen entspannt in einem Käfig auf einer rosa Stange sitzt und einen Schwanzfeder-Schoner trägt, damit er sich in der Enge nicht an diesen fürs Fliegen unerlässlichen Federn verletzt: «Harvey, der Hurrikan-Habicht, hätte den Sturm nicht überlebt, wäre er nicht aufgegriffen worden», heisst es im Video:

(Quelle: Youtube/TWRC Wildlife Center)

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dario am 28.08.2017 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    USA sind schon ein komisches Land!

    Hundertausende Soldaten, Schiffe, Flugzeuge etc. samt Begleitmaterial können sie in jedem Teil der Welt innert Wochen in Stellung bringen, ganze Camps inkl. der Begleitinfrastruktur innert Tagen errichten, quasi über Nacht ganze Flughäfen bauen, bei Katastrophen in fremden Staaten wie damals Haiti innert Stunden reagieren..., aber bei solch einer Naturkatastrophe im eigenen Land bringen sie fast Nichts zustande?! Noch dazu bei so einer langen Vorwarnzeit?! Komisch!

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  • C.M. am 28.08.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Tiere sind oft unkomplizierter als Menschen.

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  • Dani am 28.08.2017 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Wann merkt Amerika das es den Klimawandel gibt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BombayStyle@gmx.ch am 29.08.2017 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolles Video

    Ich gehe heute Abend nach Outback. Da gibt es Alligator Biberlie und Fledermaus Gnocci. Heute ist der NoGoMollies.Abend. Danke vielmolllll

  • Andy am 29.08.2017 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gescheiteres zu tun?

    Als Fledermäuse zu retten? Bedenklich.

  • Geissenpeter am 29.08.2017 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump

    ist schuld, nicht wahr.

  • Meerschweinchen am 29.08.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oha

    Na prost mahlzeit ein Alligator im Garten...

  • Antman am 29.08.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Feuerameisen schwimmen auch sonst

    Die Feuerameisen machen das auch, ohne dass sie Not haben oder von einem Unwetter bedroht werden! Das ist jetzt wirklich nichts neues....