Von 547 auf 3200 Dollar

06. September 2017 14:48; Akt: 06.09.2017 19:16 Print

Flucht vor Hurrikan – Flugpreise steigen rasant

Viele Einwohner Floridas wollen die Gefahrenzone von Hurrikan Irma verlassen, doch die Airlines schrauben die Preise hoch. Auch Touristen sind betroffen.

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Wer weg will, muss tief in die Tasche greifen: Eine Boeing 757 startet von Tampa, Florida. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Mit voller Wucht hat Wirbelsturm Irma am Mittwoch in der Karibik erstmals Land erreicht und zieht nun weiter in Richtung Florida. Der Hurrikan wird als extrem gefährlich eingestuft und erreicht in der Skala die höchste Kategorie 5. Kein Wunder, dass viele Menschen schnell die Flucht ergreifen wollen. Wer aber dieser Tage einen Flug ab Florida buchen will, muss gutbetucht sein.

So erschrak John Lyons, ein 53-jähriger Vater aus Connecticut, als er für seine Tochter aus Miami einen Flug nach Hause bei American Airlines buchen wollte. Am Montagabend lag der Preis noch bei 159 Dollar. Bis am Dienstag schnellte er dann auf 1020 Dollar. «Ich hatte fast einen Herzinfarkt», sagt Lyons zu «Yahoo Finance». Er betonte, er habe bereits in der Vergangenheit solche Flüge von und nach Florida gebucht, aber noch nie einen derart hohen Preis bezahlt – auch nicht Last Minute.

«Wir haben unsere Tarifstrukturen nicht verändert, dafür haben wir einige Extra-Flüge in den Plan aufgenommen, um Passagiere aus der Gefahrenzone zu holen», so eine Sprecherin von American Airlines.

«Es stehen Menschenleben auf dem Spiel»

In den sozialen Medien ist der Aufschrei gross. So bieten auch andere grosse Fluggesellschaften Flüge ab 1000 Dollar und aufwärts ab Florida an. «Da wird mir buchstäblich schlecht. Ein unmögliches Verhalten. Es stehen Menschenleben auf dem Spiel», so Lyons.

Eine Facebook-Userin postet ein noch extremeres Beispiel der Delta Air Lines: Der Preis für ein Ticket von Miami nach Phoenix sei von 547,50 Dollar auf 3258,50 Dollar angepasst worden. «Schäm dich, Delta!», schreibt die Frau dazu.

Weitere Fälle zeugen von immensen Preiserhöhungen. «Eine Schande», schimpft ein Twitterer aus Orlando und schreibt mit seinem Tweet auch die Medien an.

Bei Swiss keine Auffälligkeiten

Die Swiss beobachte keine Auffälligkeiten im Buchungsverhalten der Kunden, wie die Fluggesellschaft mitteilt. Die Flüge werden bislang planmässig durchgeführt. «Wir beobachten die Wettersituation kontinuierlich und würden im Bedarfsfall umgehend entsprechende Änderungen im Flugplan vornehmen», schreibt Swiss.

Auch wer bereits abgereist ist, kann im von Hurrikan Irma betroffenen Gebiet umbuchen. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Die Swiss bietet aus Kulanzgründen eine einmalige kostenlose Umbuchung an für Ziele wie Miami, aber auch Tampa, Orlando, Havanna, Varadero und Punta Cana, wie das Unternehmen schreibt. Die Tickets müssen durch eine Gesellschaft der Lufthansa Group (Swiss, Lufthansa, Austrian, Eurowings, Brussels Airlines) und vor dem 6. September 2017 für die Reisezeit vom 6.-11. September ausgestellt worden sein. Die Umbuchungsperiode liegt zwischen dem 12. September und 12. Oktober.

(kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli dr hecht am 06.09.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    So what

    Angebot und Nachfrage, so funktioniert halt der Kapitalismus, Menschlichkeit ist darin nicht vorgesehen.

  • Urs bruderer am 06.09.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Amerikapitalismus

    Angebot und nachfrage...und das wollen amerikaner nicht kennen?

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  • Nadja am 06.09.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Geld macht auch die Airlines geil! Die Menschheit ist gerade daran, sich selbst zu vernichten! Es wird schneller gehen als uns lieb ist...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike am 07.09.2017 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffen

    werden kaum jene sein, die jetzt fliehen wollen und nicht können, denn sie werden in guten Häusern hausen, betroffen sind dann jene, denen es gar nicht in Sinn kommt zu fliehen da sie auch für die billigsten Flüge kein Geld hätten, Karibikinseln sowieso, es werden dann auch jene sein, die umkommen im Sturm.

  • Faules Schwein am 07.09.2017 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande

    Traurig, dass noch einige Fluggesellschaften aus der Not von Menschen, sich bereichern moechten.

  • Gian am 07.09.2017 00:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptache rumschreien

    Keine Ahnung wie die Flugpreise berechnet werden, was?! Kleine Nachhilfe: Es gibt verschiedene Buchungskategorien mit verschiedenen Buchungsbedingungen. Sind die günstigsten (auch restriktivsten) Kategorien ausgebucht, so ist der Preis der nun folgenden Kategorie der neue günstigste Preis. Ist der auch ausgebucht, gehts zur nächsten usw. Bei extrem hohem Bedarf sind dann natürlich schnell nur noch die teuersten Kategorien verfügbar.

    • Faulrs Schwein am 07.09.2017 06:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Gian

      Da kann man nur noch Aufschreien. In so einer Notsituation waeren Flugpreise zum Selbstkostenpreis oder sogar Gratis angesagt und nicht noch an den Profitgier denken. Eine Schande deren Fluggesellschaften.

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  • bluediver am 06.09.2017 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Alle wollen zu Schnäppchenpreisen in

    die Karibik ... dank viel Konkurrenz ist das auch möglich. Wenn plötzlich ein Sturm aufzieht und alle Schnäppchenjäger sofort wieder abreisen wollen funktioniert das logischerweise nicht. Die wenigen verfügbaren Sitze gehen dann teuer über den Ladentisch. Für die meisten heisst es jetzt halt Sturm aussitzen, man wusste ja es ist Hurricane Saison ...

    • Faules Schwein am 07.09.2017 06:47 Report Diesen Beitrag melden

      @bluediver

      Ja ich hatte mal die Gelegenheit einen Hurrikan zu erleben, jede Minute kommen dir wie Ewigkeiten vor und von den herum fliegenden Gegenstaenden getroffen zu werden, macht die Sache auch nicht besser. Nein diese Art von Party ist kein Vergnuegen.

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  • Benschi am 06.09.2017 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Je länger je mehr schlechte kritik für american aerlines. Ich persönlich finde es eine frechheit die sytuation in not kommender menschen so auszunutzen. Ich wünschte dass american aerlines durch den krassen hurikan massiv geschädigt wird und sie endlich lernen dass nicht nur sie auf der welt existieren.