Massaker in Texas

09. November 2017 22:07; Akt: 09.11.2017 22:07 Print

Amokläufer tötete Opfer gezielt mit Kopfschüssen

Der Amoklauf in der Kirche von Sutherland Springs ist nach Medienberichten von einer Kamera gefilmt worden. Sie zeigt, wie methodisch der Täter vorging.

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Die Einschusslöcher sind mit Farbe markiert: Ein Sheriff vor der First Baptist Church in Sutherland Springs (7. November 2017). Der 26-jährige Devin Kelley hatte in der kleinen Gemeinde in Texas am 5. November ein Blutbad angerichtet und 26 Gläubige erschossen. Als Ursache für den Angriff auf die Kirche vermuten die Behörden Familienstreitigkeiten. Schock und Trauer in der Gemeinde: Für jedes Opfer haben die Bewohner ein weisses Kreuz vor der Kirche aufgestellt. Die Lieferung mit den Kreuzen kommt aus Chicago. Der Schütze wohnte in einem Vorort von San Antonio: Das Haus des Täters Devin Kelley wird von der Polizei durchsucht. (5. November 2017) Der Tatort: In der First Baptist Church im texanischen Sutherland Springs schoss der Täter um sich. (5. November 2017) Menschen gedenken der 26 Getöteten und zahlreichen Opfern. (5. November 2017) In diesem Auto wurde der Schütze tot aufgefunden. (5. November 2017) Der Täter wurde als ehemaliges Mitglied der US-Luftwaffe identifiziert: Polizisten und das FBI beim Tatort. (5. November 2017) Die Polizei hat auf den Strassen rund um Sutherland Springs zunächst Sperren errichtet. Ermittler untersuchen den Tatort in der Kirche in Sutherland Springs. Der texanische Gouverneur Greg Abbott (sitzend) richtet sich an die Presse. Ungewissheit und Trauer: ... ... Anwesende bangen und beten für ihre Angehörigen in der Kirche. (5. November 2017) Ein Mann hat um 11.30 Uhr (Ortszeit) die First Baptist Church betreten und zahlreiche Menschen erschossen. (5. November 2017) Unklar war zunächst, ob sich der Angreifer selbst das Leben nahm oder von der Polizei erschossen wurde: Die Einsatzkräfte vor Ort. Ein Zeuge, der bei einer gegenüber der Kirche liegenden Tankstelle arbeitet, berichtete im TV-Sender CNN, er habe mindestens 20 Schüsse gehört. Die «Dallas Morning News» berichtete auf ihrer Website, ein zwei Jahre altes Kind sei unter den Verletzten.

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Die Ermittler rund um das Massaker in Texas beschäftigt derzeit ein Video, das von Kameras aus der Kirche in Sutherland Springs stammt. Das Filmmaterial mache deutlich, wie planvoll der 26-jährige Amokläufer vorging, berichtet die «New York Times» unter Berufung auf Ermittlerkreise. Auf dem Video ist demnach zu sehen, wie der ganz in Schwarz gekleidete Devin Kelley das Gebäude betritt und sieben Minuten lang Schüsse abfeuert. Pause macht er nur, um nachzuladen. Er soll mehr als 400 Schuss Munition bei sich gehabt haben.

Kelley habe nicht wild um sich gefeuert, sondern seine Opfer – darunter kleine Kinder – gezielt in den Kopf geschossen, heisst es. Die Kirche hat Kameras installiert, mit denen sie ihre Gottesdienste regelmässig aufzeichnet und diese online zur Verfügung stellt.

Kelley ging dreimal den Gang entlang

Ein nicht näher genannter Beamter sagte dem Sender ABC News, man sehe den Ex-Soldaten mindestens dreimal schiessend den Mittelgang auf und ab gehen. Ausserdem habe er in aller Ruhe jede Kirchenbank einzeln ins Visier genommen. In der Kirche habe während des Angriffs gespenstische Stille geherrscht. Auch Überlebende gaben an, dass nur Geschützfeuer zu hören gewesen sei.

Wann und ob sie das Material der Bluttat überhaupt je veröffentlicht, wollte die Strafverfolgungsbehörde nicht bekannt geben.

Streit um Handy-Daten

Weiter wurde bekannt, dass sich die Ermittler beklagten, weil sie das Handy Kelleys nicht knacken können. Dabei handelt es sich um ein iPhone. Apple weigert sich vehement, den Passwortschutz auf seinen Geräten grundsätzlich auszuhebeln, mit der Begründung, dass dies die Sicherheit für alle Nutzer gefährden würde.

Aus einer Reaktion von Apple geht hervor, dass die Behörden den Konzern nicht kontaktiert hatten. Das Unternehmen habe sich selbst an die Ermittler gewandt, nachdem man bei einer Medienkonferenz gehört habe, dass sie keinen Zugriff auf ein Telefon hätten, hiess es in einer Stellungnahme auf der Website «Buzzfeed».

Die US-Ermittlungsbehörden beschweren sich immer wieder, dass bei ihnen Tausende Telefone lägen, auf die sie nicht zugreifen können.

Identität der Opfer geklärt

Devin Kelley, der in der Vergangenheit wegen psychischer Störungen in Behandlung gewesen war, hatte am Sonntag auf die Kirchgänger in Sutherland Springs geschossen. Er tötete 25 Gottesdienstbesucher sowie das ungeborene Kind einer Schwangeren, das die Behörden als 26. Todesopfer auflisteten. 20 weitere Menschen wurden verletzt. Kelley erschoss sich nach Angaben der Polizei später selbst, nachdem er von zwei Männern angeschossen und mit einem Auto verfolgt worden war.

Am Mittwoch machten die Behörden Angaben zur Identität der Opfer. Demnach starben sieben Kinder am Ort des Angriffs, ein achtes, die siebenjährige Emily Garcia, erlag später im Spital seinen Verletzungen.

(kko/sda)