Er will Bibo feuern

04. Oktober 2012 21:51; Akt: 04.10.2012 23:35 Print

Romney verärgert Sesamstrasse-Fans

von Manuel Jakob - Mitt Romney hat seine letzte Chance genutzt und die erste TV-Debatte gegen Obama für sich entschieden. Da sind sich alle einig. Alle? Nicht ganz.

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Da kann er noch so seinen Hundeblick einsetzen: Bibo, der gelbe Vogel aus der Sesamstrasse, läuft Gefahr arbeitslos zu werden. Gefährlich für den Vogel wird es zumindest dann, wenn Mitt Romney Barack Obama als US-Präsident ablösen sollte.

In der ersten TV-Debatte vom Mittwochabend in Denver (Colorado), die klar an den Herausforderer Mitt Romney gegangen war, zeigte der Kandidat der Republikaner kaum Schwächen. Doch dann rutschte ihm ein verheerender Satz über die Lippen. «Es tut mir leid, Jim», sagte Romney, an Moderator Jim Lehrer gewandt, «aber ich werde die Subventionen für PBS stoppen.» Der mit Steuergeldern unterstützte Sender PBS ist der Arbeitgeber Lehrers – und der Sender, der bislang die Sesamstrasse ausstrahlte. «Ich werde nicht weiterhin Geld für Sachen ausgeben, für deren Bezahlung ich Geld aus China leihen muss.» (vgl. Video unten)

Zehn Millionen Tweets in 90 Minuten

«Ich mag PBS, ich liebe Big Bird», bekräftigte Romney weiter, und meinte damit den grossen gelben Vogel aus der Sesamstrasse, der im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Bibo bekannt ist. Aber da war es schon zu spät: Sesamstrassen-Fans aus der ganzen Welt hatte er damit gegen sich aufgebracht. Auf der Kurznachrichten-Plattform Twitter schossen empörte Bürger sofort gegen Romney, innert kürzester Zeit kletterte «Big Bird» zum meistdiskutierten Thema auf der Plattform. Unter Hashtags wie #savebigbird oder #OccupySesameStreet kommentierten zahlreiche Twitterer den Satz Romneys, dessen Ankündigung eigentlich weit über eine Absetzung der Sesamstrasse hinausgehen würde. Doch das Gros derjenigen, die sich zu Wort meldeten, fürchtete nur um seine Helden Krümelmonster, Ernie & Bert und Elmo – oder eben Bibo.

Die Äusserung Romneys machte die 90-minütige TV-Debatte zum meist getwitterten politischen Ereignis der Geschichte, wie der «Spiegel» schreibt: Über zehn Millionen Tweets sollen dazu abgesetzt worden sein. Kurz nach dem verheerenden Satz Romneys tauchte auch schon Bibo selbst bei Twitter auf. Unter dem Namen @FiredBigBird («Der gefeuerte Bibo») setzte er dutzende Tweets ab und hatte innert Kürze über 27 000 Follower gesammelt. Mittlerweile hat Twitter den Nutzer gesperrt – weil hinter dem Account ganz offensichtlich keine reale Person steckt und dies den Twitter-Nutzungsbedingungen widerspricht.

Sofort kursierten auch Fotomontagen, die Bibo zeigten, abgerissen, arbeitslos, gefeuert. Sollte Mitt Romney tatsächlich gewählt werden, hilft dem gelben Vogel auch sein treuer Hundeblick nichts mehr.

Die verheerende Äusserung Romneys
(Video: Youtube/TheWallStreetJournal)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eros Corino am 06.10.2012 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Rum und Ehre...

    ...für Romney. Wenn er Big Bird Eliminiert und die Sesamstrasse endtlich den Frieden gebracht hat, kann er sich auch gleich die Muppet´s vorknöpfen. Aber vorsicht man hört dass Kermit der Frosch ein harter Knochen sei.. ;-D

  • marius am 06.10.2012 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderswo sparen!

    ich habe gelesen, dass die PBS-Subventionen nur etwa 0.02% des US-Budgets ausmachen. Viel wird da nicht eingespart. Das ist wie wenn man Word-Dateien löscht, um auf seiner 500 GB-Festplatte Platz zu machen.

  • Kermit T. Frog am 06.10.2012 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The Crazy World of USA

    Hab's gesehen und Obama nicht als Verlierer taxiert. Er probierte vielleicht etwas staatsmännischer zu sein in seiner jetzigen Rolle als Präsident, der wird schon noch angriffiger. Verlierer sind die Leute die sich nach einem solchen Duell um den BigBird anstelle mit den heutigen Problemen herumschlagen. Ist überall so, lieber mit nichtigen Themen ablenken als die Echten Problemen lösen...

  • Miraculix am 05.10.2012 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Alle? Nicht ganz...

    ... ein kleines Dorf widerspenstiger Gallier leistet immer noch erbitterten Widerstand :-)

  • Ice Tea am 05.10.2012 02:30 Report Diesen Beitrag melden

    Veränderung gleich Null

    Alle 4 Jahre das selbe Schauspiel. Egal wer Präsident wird, bessern tut sich nichts. Veränderung kam fast noch nie durch die Regierung. Ich wünsche den 35 Millionen Amerikanern die hungern müssen,, viel Glück.

    • cp am 05.10.2012 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nichts passiert?

      hab irgendwo gelesen, dass obama nur 17% seiner Versprechen nicht eingelöst hat - sollte das stimmen, hat er bewundernswerte 83% seiner Versprechen einhehalten, das ist definitiv eine gute Leistung!

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