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«Jungenhafter Charme»
27. November 2012 17:37; Akt: 27.11.2012 17:37 Print
China macht Kim zum «Sexiest Man Alive»
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un ist der «Sexiest Man Alive», vermeldete die chinesische Staatspresse. Dumm nur: Sie fiel auf eine Satire des US-Magazins «The Onion» herein.
Die Bildstrecke: Kim Jong-un unterwegs
Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-Un ist der «Sexiest Man Alive» des Jahres 2012 - das vermeldete am 27. November die chinesische Staatspresse, die eine entsprechende Spass-Auszeichnung der US-Satire-Webseite «The Onion» wörtlich nahm. Die Website der Zeitung «People's Daily» widmete der Geschichte in der Rubrik «Internationales» einen Artikel, in dem sich Passagen des Textes von «The Onion» wiederfinden. Dazu stellte die Zeitung 55 Fotos des jungen nordkoreanischen Machthabers.
«People's Daily» fiel auf die Ente herein, nahm aber wenigstens ein schickes Bild von Kim Jong-Un.
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Den Titel des erotischsten Mannes des Jahres habe «die US- Webseite The Onion» Kim verliehen, schrieb das Blatt, ohne einen Hinweis auf Satire zu machen. Der Artikel erschien sowohl in der chinesischen, als auch in der englischen Version der Zeitung. «Mit seinem umwerfend hübschen, runden Gesicht, seinem jungenhaften Charme und seiner starken, stämmigen Figur ist dieser Herzensbrecher aus Pjöngjang der wahrgewordene Traum aller Frauen», zitierte die chinesische Zeitung aus dem Text der Satire-Webseite.
Kim sei «gesegnet mit einer Aura des Mächtigen, die eine unverwechselbare niedliche, kuschelige Seite» verberge, heisst es weiter. Er habe die Zeitung «mit seinem einwandfreien Sinn für Mode, seinem schicken Kurzhaarschnitt und, natürlich, seinem berühmten Lächeln zum Schwärmen gebracht». «People's Daily» zitierte die angebliche Stil-Expertin «Marissa Blake-Zweiber» von «The Onion» mit lobenden Worten über Kim: «Er hat diese seltene Fähigkeit, zugleich jemand völlig liebenswertes und komplett machohaftes zu sein.»
«Person des Jahres»?
Kim Jong-Un war nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-Il im Dezember 2011 an die Macht gekommen. China zählt zu den wenigen Staaten, die enge Beziehungen zu Nordkorea pflegen. Auch bei einer Abstimmung, wer die «Person des Jahres» des amerikanischen Magazins «Time» werden soll, ist Kim Jong-Un ganz vorn mit dabei.
Kim lag am 27. November hinter Ägyptens Präsident Mohammed Mursi auf Platz zwei. Der Entscheid, der am 14. Dezember bekanntgegeben wird, wird letztlich allerdings von der Redaktion des Magazins getroffen. Für Mursi votierten zwei Wochen vor Ende der Abstimmung 131'000 Leser, für Kim 73'300. Allerdings klickten bei dem Ägypter 92'000 auf «no way» (»auf gar keinen Fall»), bei Kim waren es nur 30'700.
Baumgartner vor Clinton
Dritte ist die pakistanische Bloggerin Malala Yousafzai, auf die die Taliban einen Mordanschlag verübt hatten. Die 15-Jährige bekam 41'000 Stimmen. Schweizer sind nicht auf der Vorschlagsliste, aber der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner lag am Dienstag auf Platz acht - vor US-Aussenministerin Hillary Clinton.
Die «Person des Jahres» wird seit 1927 von dem Nachrichtenmagazin gekürt. Dabei soll nicht der beste, sondern der einflussreichste Mensch gewürdigt werden - deshalb war Adolf Hitler 1938 dabei, Josef Stalin sogar gleich zweimal. Es müssen nicht immer prominente Köpfe sein, im vergangenen Jahr war es «Der Demonstrant» als Würdigung für alle Protestierenden in Arabien und anderen Regionen. Auch diesmal stehen zum Beispiel «nichtgemeldete Einwanderer» auf der Liste. Und es müssen nicht mal sein: Auch der Mars Rover «Curiosity» kann Stimmen bekommen.
(sda)

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