«Jungenhafter Charme»

27. November 2012 17:37; Akt: 27.11.2012 17:37 Print

China macht Kim zum «Sexiest Man Alive»

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un ist der «Sexiest Man Alive», vermeldete die chinesische Staatspresse. Dumm nur: Sie fiel auf eine Satire des US-Magazins «The Onion» herein.

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Am 29. Oktober 2012 besucht Kim Jong-Un die Kim-Il-Sung-Militärakademie. Diese feiert ihren 60. Geburtstag, an dem Statuen von Staatsgründer Kim Il-Sung (l.) und dessen Nachfolger und Sohn Kim Jong-Il aufgestellt werden. Doch ... ... obwohl die Statuen der beiden Vorgänger des heutigen Diktators riesengross sind, sind es nicht die beiden Figuren, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, sondern Kim Jong-Uns Frau Ri Sol Ju, die zum ersten Mal seit 50 Tagen wieder einen öffentlichen Auftritt hatte. Es war bereits spekuliert worden, ob sie entweder schwanger oder in Ungnade gefallen sei. Am 9. September um 0 Uhr steht Kim Jong-Un im Kumsusan-Palast. Denn heute vor 64 Jahren wurde die nordkoreanische Republik gegründet. Strammgestanden wird ihr zu Ehren und zu Ehren der beiden Vorfahren von Kim Jong-Un, nämlich seines Vaters Kim-Jong-Il und seines Grossvaters Kim Il-Sung. Hausbesuch vom Führer. Kim Jong-Un und seine Frau parlieren am 5. September mit Pak Sung-Il (3. von rechts). Pak ist ein Angestellter des «City Beautification Office» (in etwa «Büro für die Stadtverschönerung») und ist mit seiner Familie in eine neue Wohnung gezogen. Büchlein angucken mit dem Diktator darf der jüngste Spross der Paks. Kim Jong-Un inspiziert die Küche der Paks. Am 3. September besucht Kim Jong-Un eine Fabrik und zeigt sich hemdsärmlig. Am Jugendtag am 1. September wird Kim Jong-Un ein schönes Blumenbouquet übergeben. Am Jugendtag wurde ein Konzert gegeben, welches sich das Ehepaar Kim-Ri nicht entgehen liess. «Love The Motherland» («Liebe das Mutterland») fand im Theater des Volkes in der Hauptstadt statt. Kim Jong-Un besucht die Militäreinheit 313. Das ist nichts Neues. Aber wer ist die Frau an seiner Seite? Das wird leider nicht verraten. Am gleichen Tag bestaunt der Diktator auch noch die Schlafbunker der Einheit 894. Cheese in der Militäranlage. Am 20. August erreichte uns dieses Foto vom winkenden Kim Jong-Un. Heute besucht er Teile seines Militärs. Nordkoreas Diktator präsentiert sich mit Familienangehörigen von einigen seiner Soldaten und ... ... bietet sie zum Gruppenfoto auf. Ein kleiner Schwatz, ein kleiner Plausch auf dem Boot. Ernster geht es hier zur Sache, der Diktator schaut über die Grenze nach Südkorea. Am 26. Juli besucht Kim Jong-Un ein Delfinarium im Rungna People's Pleadure Ground in der Hauptstadt. Der Diktator schaut sich immer noch gerne Dinge an. Neu tut er dies aber mit Gattin Ri Sol-Ju an der Seite - oder in diesem Fall hinter ihm. Einen Tag zuvor schaut sich Kim Jong-Un im gleichen Vergnügungspark das Schwimmbad an. Zum 66. Jahrestag der Gründung der Korean Children's Union spricht Kim Jong-Un am 6. Juni 2012 in Pjönjang. Ein fröhlicher Kim Jong-Un umringt von fröhlichen Kindern. Die farbenprächtige Gruppe posiert am 1. Juni anlässlich der Einweihung der neuen Kyongsang-Kindertagesstätte in Pjönjang. Nicht nur die Kinder scheinen erfreut, sondern auch die Lehrerinnen, die dem Diktator die Hand drücken und ein Gigeln verstecken. Am 1. Juni besucht Kim ein neues Wohnhaus an der Changion Street in Pjöngjang. Ein wenig konsterniert stiert Kim am 27. Mai in ein leeres Schwimmbad. Es ist Teil des Ryugyong Gesundheitszentrums in der Hauptstadt. 27. Mai 2012: Kim Jong-Un auf Visite im Fast-Food-Restaurant, welches auf dem Chilbiplatz Kaeson Youth Park steht. Am 26. Mai bereitet sich Kim Jong-Un darauf vor, sich mit Armeeangehörigen ablichten zu lassen. Jetzt jubeln die Soldaten im Hintergrund noch wild, ... ... doch damit ist bald Schluss, jetzt heisst es Strammstehen. Ganz entspannt geniesst Kim Jong-Un das Konzert «Family of the General» welches am 2. Mai im Volkstheater der Hauptstadt aufgeführt wird. Gruppenbild mit Diktator am 1. Mai 2012. Auch wenns nicht so aussieht, soll das Foto in einer Maschinenfabrik aufgenommen worden sein. Amüsiert steht Kim an einem Pool. Irgendetwas bringt Kim dabei so sehr zum Lachen, dass er fast aus den Schuhen kippt. Mit einer eleganten Rückwärtsbewegung des rechten Armes kann er das gerade noch verhindern. Staunend betrachtet Nordkoreas Diktator am 30. April 2012 eine Waffe, die ihm an der 26. Militärwissenschafts- und Technologieausstellung gezeigt wird. 80-jährig wird die Armee des Landes, auch dies lässt den Diktator frohlocken. Er besucht am 28. April die Einheit 655. Am gleichen Tag besucht Kim Jong-Un auch noch eine Glasfabrik in Pjöngjang. 100 Tage ist es her seit Kim Jong-Il gestorben ist. Deshalb gedenkt man ihm in Nordkorea am 25. März. Rechts auf dem Bild ist Kim Yong Nam, der Parlamentspräsident und links ... ... ein trauriger Kim Jong-Un. 15. März 2012: Die nordkoreanische People's Army führt vor, der Machthaber Kim Jong-Un beobachtet. Am 22. Februar stattet Kim Jong-Un der 842. Einheit der Armee einen Besuch. Und schaut, was es dort so zu essen gibt. Bevor er aber die Küche inspziert, begrüsst er die Soldaten ... ... und gesellt sich zu ihnen für das obligate Gruppenfoto. Beim Besuch einer Fabrik, welche Kugeln für Sportgewehre herstellt, belässt es Jong-Un am 23. Februar nicht beim Anschauen von Dingen, sondern greift gleich selber zum Schiesseisen. Am 9. Februar 2012 besucht Kim Jong-Un wieder einmal seine Armee, heute gehts zum Command of Large Combined Unit 324. Das «Genie aller Genies» - so wird Jong-Un vom Volk aufgrund seines militärischen Wissens genannt - kontrolliert, was seine Generäle so planen. Unter den wachsamen Augen von Grossvater Kim Il-Sung und Vater Kim Jong-Il, deren Porträts die Bürowand zieren, teilt der frischgebackene Diktator sein angeblich geniales militärisches Wissen mit den greisen Offizieren. Während Kim Jong-Un es vor brachte, stehen am 8. Februar 2012 bereits sage und schreibe 393 Männer und Frauen hinter und neben dem nordkoreanischen Diktator. Sie gehören der Marine-Einheit 790 an. Interessant ist, dass der frischgebackene Herrscher für einmal nicht festgehalten wird. Aber bleich ist er allemal. Am 7. Februar 2012 steht ein weiteres aufregendes Tagesprogramm für Kim Jong-Un auf dem Programm. Er besucht die Marine, genauer die Einheit 158. Von dieser wird er bereits freudig begrüsst. Und schon gehts im Höllentempo ab über das Meer. Das gefällt dem «Grossen Führer»! Am selben Tag erreicht uns dieses Foto. Darauf sieht man, wie Kim Jong-Un mit Militärs des Combined Unit 597 fachsimpelt. Es war ein wahrlich ausgefülltes Tagesprogramm, denn ebenfalls am 7. Februar, so will es die Nachrichtenagentur Nordkoreas, inspiziert Kim Jong-Un den Zmittag der Marine-Einheit 790. Man beachte die frostigen Temperaturen, die augenscheinlich in der Offiziersmesse herrschen: Man kann deutlich den Atem des Mannes ganz links sehen. Am 28. Januar 2012 wird Kim Jong-Un etwas ganz Spezielles geboten. Zusammen mit seiner Entourage ... ... beobachtet er Flugmanöver der Luftwaffen-Einheit 378 seiner Armee. Ja, da scheint etwas zu fliegen. Eine Fallschirmspringerin und ein Fallschirmspringer dürfen sogar mit dem «Grossen Führer» für ein Erinnerungsfoto posieren. Nach der Show wird Kim Jong-Un wieder einmal gut festgehalten. Und auch beim Verlassen des Militärgeländes wird der Diktator gestützt. Weiterhin unklar ist, warum Kim Jong-Un ständig gehalten wird. Hier, von einer unbekannten Frau, besonders fest Hallo, ihr Lieben, hier bin ich wieder! Kim Jong-Un begrüsst am 23. Januar 2012 das neue Mondjahr und ... ... Studenten und Lehrer der Mangyŏngdae-Revolutionsschule in Pjöngjang. Herzlich begrüsst der neue «Grosse Führer» die Schüler und muntert sie auf, ... ... zu essen, was auf den Mensa-Tisch kommt. Im selben Stadtteil der Hauptstadt steht auch das Mangyŏngdae-Revolutionsmuseum. An dieser Stelle soll angeblich Kim Jong-Uns Grossvater, der ehemals «Grosse Führer» Kim Il-Sung, geboren worden sein. Wie überall, wo Kim Jong-Un unterwegs ist, gibt es auch hier interessante Sachen anzugucken: Uniformen etwa oder ... ... gar den Fussboden der Turnhalle. Am 19. Januar 2012 schaut der neue Machthaber Nordkoreas fasziniert Gitarren an. Wo Kim Jong-Un dies tut, ist nicht bekannt. Der «Grosse Führer» ist auch, wie sein Vater Kim Jong-Il vor ihm, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee. Als solcher begutachtet er das Essen der Soldaten, ... ... etwas, das aussieht wie eine Heldenwand, und ... ... die Pritschen im Schlafsaal der 169. Armee-Einheit. Dieses Foto dürfte vor der Kaserne aufgenommen worden sein. Was Kim Jong-Un so zum Lachen bringt, bleibt wohl das Geheimnis der in der Kaserne Anwesenden. Ein Wink - wir wissen nicht, ob zur Begrüssung oder zum Abschied - in Richtung der Soldaten der 169. Einheit der Koreanischen Volksarmee. Am 1. Januar 2012 besucht Kim Jong-Un eine Panzerdivision. Wie es sich für einen Machthaber gehört, geht er vor den Generälen. Kim Jong-Un scheint den Generälen eine wichtige Nachricht einzubläuen. Wie sein Vater ist auch Kim Jong-Un gut darin, Dinge anzuschauen. Kim Jong-Un begutachtet die Verpflegung der Panzerdivision. Wer sich noch einmal ansehen möchte, wie Kim Jong-Il selig Dinge anschaute, kann .

Die Bildstrecke: Kim Jong-un unterwegs

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Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-Un ist der «Sexiest Man Alive» des Jahres 2012 - das vermeldete am 27. November die chinesische Staatspresse, die eine entsprechende Spass-Auszeichnung der US-Satire-Webseite «The Onion» wörtlich nahm. Die Website der Zeitung «People's Daily» widmete der Geschichte in der Rubrik «Internationales» einen Artikel, in dem sich Passagen des Textes von «The Onion» wiederfinden. Dazu stellte die Zeitung 55 Fotos des jungen nordkoreanischen Machthabers.

Den Titel des erotischsten Mannes des Jahres habe «die US- Webseite The Onion» Kim verliehen, schrieb das Blatt, ohne einen Hinweis auf Satire zu machen. Der Artikel erschien sowohl in der chinesischen, als auch in der englischen Version der Zeitung. «Mit seinem umwerfend hübschen, runden Gesicht, seinem jungenhaften Charme und seiner starken, stämmigen Figur ist dieser Herzensbrecher aus Pjöngjang der wahrgewordene Traum aller Frauen», zitierte die chinesische Zeitung aus dem Text der Satire-Webseite.

Kim sei «gesegnet mit einer Aura des Mächtigen, die eine unverwechselbare niedliche, kuschelige Seite» verberge, heisst es weiter. Er habe die Zeitung «mit seinem einwandfreien Sinn für Mode, seinem schicken Kurzhaarschnitt und, natürlich, seinem berühmten Lächeln zum Schwärmen gebracht». «People's Daily» zitierte die angebliche Stil-Expertin «Marissa Blake-Zweiber» von «The Onion» mit lobenden Worten über Kim: «Er hat diese seltene Fähigkeit, zugleich jemand völlig liebenswertes und komplett machohaftes zu sein.»

«Person des Jahres»?

Kim Jong-Un war nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-Il im Dezember 2011 an die Macht gekommen. China zählt zu den wenigen Staaten, die enge Beziehungen zu Nordkorea pflegen. Auch bei einer Abstimmung, wer die «Person des Jahres» des amerikanischen Magazins «Time» werden soll, ist Kim Jong-Un ganz vorn mit dabei.

Kim lag am 27. November hinter Ägyptens Präsident Mohammed Mursi auf Platz zwei. Der Entscheid, der am 14. Dezember bekanntgegeben wird, wird letztlich allerdings von der Redaktion des Magazins getroffen. Für Mursi votierten zwei Wochen vor Ende der Abstimmung 131'000 Leser, für Kim 73'300. Allerdings klickten bei dem Ägypter 92'000 auf «no way» (»auf gar keinen Fall»), bei Kim waren es nur 30'700.

Baumgartner vor Clinton

Dritte ist die pakistanische Bloggerin Malala Yousafzai, auf die die Taliban einen Mordanschlag verübt hatten. Die 15-Jährige bekam 41'000 Stimmen. Schweizer sind nicht auf der Vorschlagsliste, aber der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner lag am Dienstag auf Platz acht - vor US-Aussenministerin Hillary Clinton.

Die «Person des Jahres» wird seit 1927 von dem Nachrichtenmagazin gekürt. Dabei soll nicht der beste, sondern der einflussreichste Mensch gewürdigt werden - deshalb war Adolf Hitler 1938 dabei, Josef Stalin sogar gleich zweimal. Es müssen nicht immer prominente Köpfe sein, im vergangenen Jahr war es «Der Demonstrant» als Würdigung für alle Protestierenden in Arabien und anderen Regionen. Auch diesmal stehen zum Beispiel «nichtgemeldete Einwanderer» auf der Liste. Und es müssen nicht mal sein: Auch der Mars Rover «Curiosity» kann Stimmen bekommen.

(sda)