Forscher in Gefahr

14. September 2016 16:35; Akt: 14.09.2016 16:35 Print

Eisbären-Rudel belagert Polarstation

Seit Wochen sind fünf russische Forscher in einer Wetterstation in der Arktis gefangen: Ein Dutzend Eisbären lässt sich nicht mehr vertreiben.

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Auf der kleinen Insel Troinoi in der Karasee, am Rande des Nordpolarmeers, trauen sich fünf russische Wissenschaftler nicht mehr nach draussen. Seit etwa zwei Wochen hat ein Dutzend Eisbären die Wetterstation, in der sich zwei Ehepaare und ein weiterer Forscher aufhalten, zu ihrem neuen Lieblingsort auserkoren.

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Bis zu einem Monat müssen die Eingeschlossenen auf Hilfe warten, berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS. So lange dauert es, bis ein Versorgungsschiff sich seinen Weg zur Insel nördlich von Sibirien gebahnt hat. Verjagen lassen sich die Eisbären nicht mehr, weil den Menschen die Fackeln ausgegangen sind, vor denen die Tiere sonst zurückschrecken. Passiert ist den Wissenschaftlern zwar bislang nichts, doch ein Opfer gab es bereits: Einer ihrer beiden Hunde wurde am 31. August getötet. Auch mehrere meteorologische Untersuchungen mussten die Forscher abbrechen.

Neue Fackeln und Hunde

Eine Eisbärin habe damit begonnen, unter dem Fenster der Station zu schlafen, sagte der Forscher Wadim Plotnikow zu TASS. Mittlerweile sei die Schar auf zehn erwachsene Bären und einige Jungtiere angewachsen. Wassili Schewtschenko, der Chef des Beobachtungsnetzwerks, dem die Polarstation gehört, geht davon aus, dass das Schiff Michail Somow die Wissenschaftler in rund einem Monat erreichen wird. Neben Fackeln und anderen pyrotechnischen Hilfsmitteln sollen die einzigen Bewohner der rund 27 Kilometer langen Insel auch neue Hunde bekommen. Das Team vor Ort sei angewiesen worden, «extreme Vorsicht» walten zu lassen, betonte er gemäss «Guardian».

Völlig überraschend ist die Belagerung durch die Bären laut Schewtschenko nicht. Ähnliches habe sich früher schon zugetragen, da die Insel nun einmal von Eisbären bevölkert sei. Ende Oktober oder Anfang November würden die Tiere Troinoi auf der Suche nach Futter aber ohnehin verlassen. Dann gefriert das Wasser nahe der Küste und erweitert ihr Territorium.

Töten verboten

Bereits 2015 kam es zu einem ähnlichen Vorfall. Damals belagerten fünf hungrige Eisbären eine russische Wetterstation auf der Insel Waigatsch im Nordpolarmeer. Die Wissenschaftler berichteten der «Siberian Times» vor einem Jahr, dass die Bären aggressiv seien und es unmöglich machten, Messungen vorzunehmen.

In Russland ist es verboten, die gefährdeten Eisbären zu töten. Im russischen Teil der Arktis leben etwa 5000 bis 7000 Exemplare, weltweit sind es noch etwa 20'000 bis 25'000 Tiere.

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pirat2222 am 14.09.2016 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Sache

    Wer ist denn hier schließlich bei wem zu "Besuch"?

    einklappen einklappen
  • Ice, der Bär am 14.09.2016 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Icebär

    Die eisbären zeigen nur, wer die wahren bewohner dort sind, wem die insel wirklich gehört.

    einklappen einklappen
  • Analaure am 14.09.2016 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durchhalten

    Das wird ein langer Monat. Viel Glück

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eidgenosse 1977 am 15.09.2016 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schützt die Eisbären!!!!!

    Dieses Land ist noch einer der wenigen Orte, wo sich die Menschen noch nicht ausgebreitet haben. Jetzt müssen sie mit dieser "Gefahr" leben, sie sind ja geschützt. So können sie ihren Forschungen nachgehen, und die Ehepaare erleben mal etwas.

  • nik am 15.09.2016 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Töten Verboten

    Das Töten der Eisbären ist illegal? Vielen Dank Russland!!! Mann kann über die Russen sagen was man will aber das rechne ich ihnen sehr hoch an!

  • Soso am 15.09.2016 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Die werden Hunger haben...!!

  • Fluffy am 15.09.2016 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zukunft ungewiss

    ich hoffe nur, dass Sie die Eisbären nur verjagen. und nicht erschiessen.

  • Mansaylon am 15.09.2016 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch wieder mal

    Forscher in Gefahr? Nicht wirklich. Schlussendlich werden die Eisbären einfach abgeschlossen. Schließlich haben die im LEBENSRAUM DER MENSCHEN nichts zu suchen. Oder verwechsle ich da nun etwas???