Brissago TI

07. Oktober 2017 09:15; Akt: 09.10.2017 10:48 Print

Polizist erschiesst Asylsuchenden im Tessin

Streit eskaliert: In Brissago TI hat ein Polizist einen mit zwei Messern bewaffneten Asylsuchenden erschossen.

storybild

Asylbewerber nach Streit erschossen: Die Tessiner Kantonspolizei im Einsatz. (Bild: rescue media/tio.ch)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Tessiner Grenzgemeinde Brissago ist in der Nacht auf Samstag ein Asylsuchender bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Ein Polizist schoss auf den mit zwei Messern bewaffneten Mann. Dem Einsatz war ein Streit vorausgegangen.

Die Polizei wurde kurz vor 2 Uhr nachts wegen einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen alarmiert, wie die Kantonspolizei Tessin und die Tessiner Staatsanwaltschaft mitteilten. Mehrere Polizisten begleiteten zwei Asylsuchende in ein Gebäude, wo sich ihnen eine «noch nicht geklärte» Situation bot.

Noch vor Ort gestorben

Laut den Behörden stürmte daraufhin ein dritter Asylsuchender auf die beiden Asylbewerber ein, welche die Polizisten begleiteten. Der 38-jährige Mann aus Sri Lanka fuchtelte mit zwei Messern herum. Einer der Polizisten feuerte mit seiner Pistole auf den Angreifer. Dies sei zum Schutz aller Anwesenden geschehen, schreibt die Polizei. Die Kugel verletzte den Asylsuchenden so schwer, dass er noch vor Ort verstarb. Die anderen Beteiligten wurden nicht verletzt.

In dem privaten Gebäude seien rund ein Dutzend Asylsuchende untergebracht, wie ein Sprecher der Tessiner Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Es steht direkt neben dem Rathaus von Brissago.

Neutrale Spezialisten untersuchen Fall

Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet und klärt namentlich ab, ob der Polizist zur Verantwortung gezogen wird. Auch die kriminaltechnischen Ermittlungen sind am Samstag aufgenommen worden. Um Neutralität zu garantieren, sind Spezialisten aus dem Kanton Zürich damit beauftragt worden.

Der Polizist, der geschossen hatte, sowie weitere beteiligte Personen sind mündlich befragt worden. Aufgrund der Erkenntnisse hätten sich keine Massnahmen gegen die Befragten aufgedrängt, schreibt die Polizei.

(chi/sda)