Bankraub in Berlin

15. Januar 2013 22:09; Akt: 15.01.2013 23:43 Print

Der Tunnel ist viel länger als angenommen

Neue Erkenntnisse zum spektakulären Bankraub: Der Tunnel der Täter war nicht 30, sondern 45 Meter lang. Um unbemerkt zu bleiben, mieteten sie einen Teil der Garage und verkleideten sich als Bauarbeiter.

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Seit Februar bauten die Räuber am Tunnel, um diese Bank in Berlin-Steglitz auszurauben. (Bild: Google Maps)

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In bester Hollywood-Manier haben Unbekannt im Berliner Stadtteil Steglitz eine Bank ausgeraubt: Monatelang gruben Sie einen Tunnel, drangen dann in den Tresorraum, klauten Wertsachen und türmten. Bis heute fehlt von den Tätern jede Spur. Die Ermittlungen, die auf Hochtouren laufen, ergaben jetzt: Der Tunnel ist viel länger als bisher angenommen. War Anfangs noch von 30 Metern die Rede, fand die Polizei heraus, dass er 45 Meter lang ist.

Ein Roboter, der am Dienstagvormittag eine Stunde lang das Innere des Tunnels untersucht hat, brachte diese Erkenntnis zutage. Der Tunnel war ausgebaut und innen abgestützt. Vermutlich setzten die Täter Maschinen zum Graben ein und transportierten die Erde mit Autos ab, schreibt «Welt.de». Nach dem Roboter-Einsatz suchen nun zehn Beamte akribisch nach DNA-Spuren. Das könne mehrere Tage dauern, teilte die Polizei mit.

«Keine Anfänger, die eine Sandburg buddelten»

Auch der zweite Tag der Polizei-Untersuchungen bestätigt: Die Täter waren Profis. «Das waren keine Anfänger, die mal eine Sandburg buddeln», so Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Nachbarn bemerkten in den vergangenen Monaten Bauarbeiter in der Umgebung der Tiefgarage. Die Polizei vermutet, dass sich die Räuber so getarnt haben.

Wohl um nicht gestört zu werden haben sie einen Teil der Tiefgarage mit gefälschten Papieren gemietet. Das schon im Februar 2012. Sie dürften also dann mit Graben angefangen haben. Bei dem Tiefgaragenplatz handelt es sich um einen separaten Teil, der durch ein Rolltor abgesperrt ist. Dadurch blieben die Grabungsarbeiten offenbar unentdeckt. Vermutlich wurde der Bodenaushub auf dem Stellplatz in Fahrzeuge verladen und unbemerkt abtransportiert.

Ging etwas schief?

Trotz des professionellen Handelns der Täter gab es möglicherweise Probleme. Nur ein Drittel der 800 vermieteten Schliessfächer im Tresorraum ist aufgebrochen worden. «Vielleicht ist etwas schief gelaufen», spekuliert Polizeisprecher Neuendorf.

Der Einbruch war am Montagmorgen von der Feuerwehr entdeckt worden. Das Löschkommando war um 6.15 Uhr von einem Anwohner alarmiert worden, der Qualm aus der Garage bemerkt hatte. Die Ermittler glauben, das Feuer war vorsätzlich gelegt worden, um Spuren zu verwischen.

(rey)