31. Dezember 2006 16:33; Akt: 31.12.2006 16:48 Print

16 Mal Neujahr im All

Für die Astronauten der ISS beginnt das Jahr 2007 genau 16 Mal, weil die Raumstation die Datumsgrenze am Silvestertag mehrmals überfliegt.

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Die Raumfahrer wollten den Jahreswechsel aber nur drei Mal begehen, nämlich jeweils zeitgleich mit ihren Familien in Moskau, in Massachusetts an der US-Ostküste und in Houston (Texas), sagte russische Kosmonaut Michail Tjurin in einer Videoverbinung den Journalisten in der Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau.

Tjurin berichtete in einer Videoverbindung am Sonntag, er selbst und der Amerikaner Michael Lopez-Alegria wollten sich traditionell als russisches Väterchen Frost verkleiden.

Für die amerikanische Astronautin Sunita Williams sei die Rolle des jungen Mädchens Schneeflöckchen vorgesehen. «Wir sind ein ungewöhnliches Kollektiv, fantasievoll, alles Komiker, deshalb werden wir uns zum Jahreswechsel unbedingt etwas ausdenken», berichtete Tjurin. Kostüme gebe es genug auf der ISS.

Das alkoholfreie Silvester hatten die Raumfahrer schon seit längerem kommen sehen. Schliesslich hatten nicht die etwas laxe russische Raumfahrtbehörde, sondern die strenge amerikanische NASA den letzten Transport mit Lebensmitteln und Geschenken ins All gebracht.

«Hier darf man nicht nur nichts trinken, andere Dinge sind auch verboten», scherzte Tjurin vor der Kamera mit einem Seitenblick auf seine Kollegin Williams.

Im Service-Modul «Swesda» (Stern) hatten die drei ISS-Bewohner einen grossen Tannenbaum an die Wand gezeichnet, unter den sie die Geschenke von der Erde legten. Lopez-Alegria freute sich über eine Zeichnung von der Hand seines siebenjährigen Sohnes. Tjurin bekam einen Birkenzweig, wie ihn Russen üblicherweise mit ins Dampfbad nehmen. Williams freute sich über ein Foto ihres Terriers «Gorbie».

(sda)