«El Chapo»

22. März 2017 06:39; Akt: 22.03.2017 07:04 Print

Drogenboss mit Angststörung

23 Stunden pro Tag eingesperrt mit nur einem Radio. Die Anwälte von Joaquín «El Chapo» Guzmán fordern seine Entlassung aus der Isolationshaft in Manhattan.

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Die US-Staatsanwaltschaft hat die Einzelhaft für den mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán als angemessen bezeichnet. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Dienstag bei einem Gericht in New York vorgelegt wurden. Guzmáns Verteidiger hatten zuvor gefordert, den ehemaligen Anführer des Sinaloa-Kartells aus der Isolationshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan zu entlassen. Wegen der Isolation habe Guzmán bereits Halluzinationen.

Die Haft in Einsamkeit verletzte seine Grundrechte und verschlechtere seinen gesundheitlichen Zustand, argumentierten die Anwälte. Der 59-Jährige war im Januar von Mexiko an die USA ausgeliefert worden. Seitdem sei er, nur mit einem Radio, jeden Tag für 23 Stunden in einer fensterlosen Zelle eingeschlossen, führten Guzmáns Verteidiger an. Ausserdem sei ihm verboten worden, seine Frau zu sehen oder mit ihr am Telefon zu sprechen.

Drogenboss mit Angststörung

«El Chapo» leide zudem an einer Angststörung, die bereits während seiner Haft in Mexiko begonnen habe. Diese sei mittlerweile so schlimm, dass Guzmán Atemschwierigkeiten habe und an Hals- und Kopfschmerzen leide, hiess es in den Unterlagen. Ausserdem höre er Musik in seiner Zelle, auch wenn das Radio nicht spiele.

Die Staatsanwaltschaft erklärte nun aber, die Haftbedingungen für «El Chapo» seien nötig, da er bereits zweimal aus einem Gefängnis in Mexiko ausgebrochen war. Die speziellen Überwachungsmassnahmen seien nicht unnötig hart. Wenn es jemals einen Fall gegeben habe, der die speziellen Überwachungsmassnahmen rechtfertige, dann sei es dieser, sagte ein Staatsanwalt. Zudem habe Guzmán die grösste Zelle mit einem Fenster mit Milchglasscheiben, durch das Tageslicht in die Zelle käme. Zudem habe er Besuch von einem Anwaltsteam gehabt, dass ihm beibringe, Englisch zu lesen und zu schreiben.

Die Musik erklärte die Staatsanwaltschaft damit, dass Guzmán den gedämpften Ton eines Stationsradios von Angestellten des Gefängnis gehört habe. In Mexiko hatte «El Chapo» selbst hinter Gittern noch Kontakt zu dem Sinaloa-Kartell und orchestrierte seine Ausbrüche. Einmal entkam Guzmán durch einen kilometerlangen Tunnel, der von seiner Dusche in seiner Zelle aus in die Freiheit führte. Er sollte am 5. Mai wieder vor dem Bundesgericht in Brooklyn erscheinen.

(foa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bill am 22.03.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Beste Justiz der Welt

    El Chapo ist aber ein Pechvogel wäre er bei uns in Haft könnte er eine Gefägniswärterin um Hilfe bitten zu fliehen.

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  • hansi1990 am 22.03.2017 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armechaib

    verantwortlich für den Tod von hunderten und tausenden von Menschen und argumentiert wird mit: Hals- und Kopfschmerzen? meine Meinung: ABGELEHNT.

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  • Toni am 22.03.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Am besten den Schlüssel wegwerfen und vergessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel K. am 24.03.2017 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach

    Ach der arme. Ist ja sehr tragisch. Jetzt weiss es wenigstens wie es anderen durch seine tätigkeit ergangen ist...

  • Nikinio am 23.03.2017 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst ihn Schmoren.

    Der Mann welcher dutzende Existenzen zerstört hat und viele Leben genommen hat, will Mitleid? Nein. Der soll am besten den Rest seines Lebens so verbringen. Wenigstens Strafe!

    • kurt müller am 23.03.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

      traurige welt

      deine Mathematik ist verständlich. für mich ist es dennoch äusserst falsch, wie menschen vom Staat vorsätzlich kaputt gemacht werden.

    • Nikinio am 23.03.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kurt müller

      Ich bin absolut für die Einhaltung der Menschenrechte. Aber da kommt auch Emotion dazu, deshalb diese Worte. Aber das mühsame daran ist dass dieses Anspruch nehmen der Menschenrechte zum grossenteil von Menschen kommt welches ihr ganzes Leben sich einen Dreck um andere geschert haben. Ich habe mühe damit wenn ein Mörder von tausenden und was weiss ich alles noch ein samtes Setting bekommt. Menschenrechte für die welche sie auch Respektieren.

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  • Limon am 22.03.2017 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Ich denke die Leute die er getötet hatte, hatten auch grosse Angst. Jetzt weiss er mal wie das ist.

    • Ein Ägerer am 23.03.2017 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Normale Sache

      Du hast Recht.Bitte den Anwalt auch einsperren Er würde sicher auf Freispruch sich einsetzen. So ist für Ihn normal.

    • Andi am 23.03.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Legalität

      Nein, den Anwalt darf man nicht einsperren. Er macht nur seinen legalen Job. Auch solche Schwerverbrecher müssen zwingend nach den geltenden Gesetzen behandelt werden. Es dürfen keine Märtyrer gemacht werden! Je strikter die Legalität desto weniger Angriffsfläche gegen die Justiz

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  • Pirat2222 am 22.03.2017 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    boah ey...

    Voll krasse Haftbedingungen. Da sollte man die Gefängnisleitung zur Rechenschaft ziehen. Völlig unmenschlich. Nur EIN Radio in der Zelle!? Dem armen Kerl sollte man mindestens 10 Radios (möglichst alle auf unterschiedlichen Kanälen laufend) fix installieren!

    • Eva am 24.03.2017 10:05 Report Diesen Beitrag melden

      Radio.....

      Klar, und mindestens ein I Phone und Laptop... Für seine gute Kontakten... Darum geht es den armen Kerl doch so mies.... Das wir das nicht verstehen...:)

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  • Franzl am 22.03.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalize

    Legalisiert alle Drogen und gut ist. Wo Nachfrage da auch Produzenten. Als Drogen noch nicht verboten waren gab es diese Auswüchse nicht. El Capo ist nicht das Geschwür sondern die Medizin. Die Morde waren Reaktionen auf die Verfolgung der USA. Ich will das nicht schönreden, aber Ursache=Reaktion. Ein Süchtiger findet immer etwas zum schnüffeln, ob Klebstoff oder sonst was. Diese Krankheit ist die Folge unserer Gesellschaft.

    • Tom am 22.03.2017 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franzl

      Super Idee! Dann sinkt auch die Lebenserwartung auf 30 Jahre und damit erübrigt sich Pensionskasse und AHV.

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