Bergsturz GR

04. September 2017 17:48; Akt: 04.09.2017 17:59 Print

Häuser in Bondo zwei Monate unbewohnbar

Im Bergell GR ist nach dem Bergsturz die Gefahr noch nicht gebannt. Die Bewohner dürfen für längere Zeit nicht zurückkehren.

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Gefahr weiterhin akut: In ihre Häuser dürfen die Bewohner mindestens zwei Monate lang nicht zurück. (3. September 2017). Es könnte zu weiteren Felsstürzen kommen: Angehörige der Armee stellen in Bondo eine Richtstrahlanlage ein. (2. September 2017) Aufräumarbeiten: Bagger im Einsatz. (2. September 2017) «Wenn eine Mure kommt, muss das Gefahrenfeld innert vier Minuten geräumt sein»: Räumungsarbeiten in Bondo GR. (2. September 2017) Der Wasserstand des Flusses Maira, der mit Geröllmassen gefüllt ist, hat sich zurückgezogen. Die Gefahr von weiteren Murgängen ist noch nicht gebannt. Ist wieder offen: Warnung an der Strasse beim Maloja-Hospiz zwischen Casaccia und Vicosoprano im Bergell. (1. September 2017) Ihre Türe steht der Bevölkerung offen: Gemeindepraesidentin Anna Giacometti spricht mit Einwohnern. (29. August 2017) Das Bergell ist vom Engadin her wieder erreichbar. (1. September 2017) Das Bergell ist von der Aussenwelt abgeschnitten gewesen: Strassensperre zwischen Casaccia und Vicosoprano. (1. September 2017) Überflutete Strassen nach den neuen Murgängen: Spino im Bergell GR. Zwei Personen mussten in der Nacht mit dem Helikopter evakuiert werden. Geröllmassen in Bewegung: Die Situation am Donnerstagabend. (31. August 2017) Sicherungsarbeiten im Talboden: Die Arbeiter müssen sich innert vier Minuten in Sicherheit bringen, da das abgebrochene Material immer noch in Bewegung sei. (28. August 2017) Zivile Helfer im Einsatz: Bundesrat Guy Parmelin bot die Hilfe des Militärs an, doch im Moment sei dies noch zu gefährlich. (28. August 2017) Blick in die Informationsverstaltung für die Bevölkerung von Bondo GR. (29. August 2014) Aus der Vogelperspektive: Drohnenaufnahmen zeigen was der Bergsturz in Bergell anrichtete. (28. August 2017) Machen den Weg frei: Mehrere grössere Felsblöcke wurden gesprengt, damit man sie besser wegräumen kann. LKWs und Bagger stehen tief im Schlamm: Bei einem der grössten Bergstürze in der Schweiz seit 100 Jahren brachen Unmengen von Gesteinsmassen vom Piz Cengalo ab. (26. August 2017) Bleiben lieber in sicherer Enfernung: Kurz nachdem einige Anwohner wieder in ihre Häuser zurück durften, mussten sie diese auch schon wieder aufgrund eines erneuten Murgangs verlassen. (26.August 2017) Zweiter Murgang: Laut Experten ist eine weitere Million Kubikmeter Fels in langsamer Bewegung. (26. August 2017) Biker fotografiert das Ausmass der Verwüstung: Die Gesteinsmassen haben 16 Gebäude zerstört oder beschädigt und ein Firmengelände überschwemmt. (26.August 2017) Musste Bergung abbrechen: Einsatzleiter Andrea Mittner informiert die Medien. (26. August 2017) Erneuter Murgang: Schlammlawine in Bondo. (25. August 2017) In diesem Tal sind die acht Wanderer verunglückt: Bondo nach dem Bergsturz. Flucht aus der Gefahrenzone: Im Nachbardorf Stampa kommt ein Auto nach dem anderen von Bondo her. Der Zonenplan, der über Zugang oder Evakuierung der Häuser in Bondo entscheidet: Grün für uneingeschränkten Zugang, im orangen Bereich muss mit neuerlichen Evakuierungen gerechnet werden, die rote Zone bleibt evakuiert. Blau bedeutet verschüttet. Polizeisprecher Roman Rüegg informiert am Freitag über die vermissten Wanderer. (25. August 2017) Anna Giacometti erklärt, welche Bewohner wieder nach Hause dürfen und welche nicht. (25. August 2017) Bagger räumen die Geröllmassen weg. (25. August 2017) Nach den Vermissten wurde unermüdlich gesucht. (25. August 2017) Sichert dem Bergeller Dorf jede erdenkliche Unterstützung der Behörden zu: Bundespräsidentin Doris Leuthard begegnet Bondos Gemeindepräsidentin Anna Giacometti gefühlvoll. (24. August 2017) Bild: Screenshot SRF Die Hauptstrasse durchs Bergell ist geschlossen: Autos stauten sich vor dem Portal der Umfahrung des Orts. (23. August 2017) Die Durchfahrt durch das Bergell ist unpassierbar geworden. (23. August 2017) Bundespräsidentin Doris Leuthard ist angereist. (24. August 2017) Berggänger werden mit einem Helikopter der Air Bernina evakuiert. (24. August 2017) 32 Personen sind mit dem Helikopter ausgeflogen worden, wie die Behörden am Donnerstag bekannt gegeben haben. (24. August 2017) Die Strasse ist schwer beschädigt. (24. August 2017) Das Bild der Zerstörung im Sonnenlicht. (24. August 2017) Die Abbruchstelle aus der Luft. (24. August 2017) Material des Felssturzes hat der Bach Bondasca als Murgang talauswärts bis nach Bondo geschoben. (Screenshot SRF) Zwei Ställe am Dorfrand wurden zerstört. Und im Val Bondasca walzten die Gesteinsmassen zehn Ställe und Maiensässe nieder. (23. August 2017) Bergsturz in Bergell: Die Rettungsteams haben ihre Suche nach vermissten Personen in Bondo GR intensiviert. (24. August 2017) Die Polizei hat eigene Helikopter und einen der Armee im Einsatz. Die Gemeindepräsidentin von Bergell, Anna Giacometti, spricht zu den Medien in Bondo. Barbara Janom Steiner, Regierungsrätin des Kantons Graubünden und Anna Giacometti, Gemeindepräsidentin von Bregaglia sind vor Ort. Rund 4 Millionen Kubikmeter sind zu Tal gedonnert: Das Geröll hat sich über 500 Meter Länge verteilt. An einzelnen Stellen ist es mehrere zehn Meter hoch. Ausmass der Verwüstung: Gemäss Angaben der Kantonspolizei Graubünden wurden bisher acht Personen vermisst gemeldet. (24. August 2017) Der Murgang stoppte knapp vor den Wohnhäusern: Wegen des Bergsturzes ist das Bergdorf Bondo im bündnerischen Bergell komplett evakuiert worden. (23.August 2017) 100 Personen wurden wegen allfälliger weiterer Steinschläge evakuiert. Grenzberg zwischen Italien und der Schweiz: Die Felsmassen brachen vom Piz Cengalo (3369 m ü. M.) ab. Die Leitplanken und einzelne Bäume behaupten sich gegen die Naturgewalt. (24. August 2017) «Wir haben gewusst, dass sich wieder ein Felssturz ereignen könnte», sagte Gemeindepräsidentin Anna Giacometti, allerdings sei man von der grossen Menge der Geröllmassen überrascht. SAC-Hütten über den Luftweg evakuiert: Helikopter führten Suchflüge durch und flogen einige Personen aus dem Gefahrengebiet aus. Spuren der Naturgewalt: Bondo und der Weiler Spino wurden evakuiert, das Dorf Soglio ist von der Aussenwelt abgeschnitten. Gesperrte Hauptstrasse zwischen Stampa und Castasegna: Alternative Verkehrsrouten führen über den Berninapass und das Puschlav. Da war noch alles in Ordnung: Die Region ist bei Wanderern vor allem wegen ihrer malerischen Umgebung bekannt. Wenige Tage später: Die Gegend liegt unter einer dicken Schicht Geröll.

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Fast zwei Wochen nach dem verheerenden Bergsturz im Bündner Südtal Bergell können rund 60 Einwohner mindestens zwei Monate lang nicht in ihre Häuser zurückkehren. Betroffen sind Leute aus dem Dorf Bondo sowie den Ortsteilen Spino und Sottoponte.

Die Ortsteile Spino und Sottoponte bei Bondo seien im Evakuierungsplan der roten Zone zugeordnet worden, gaben Behördenvertreter am Montag in Promontogno bekannt. Das bedeute, dass diese Zone bei jedem weiteren Murgang akut gefährdet sei. Deshalb würden die Gebäude voraussichtlich zwei Monate oder länger nicht bewohnt werden können.

Orientiert darüber wurden die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner von Anna Giacometti, der Präsidentin der Talgemeinde Bregaglia. Auch im Dorf Bondo selbst, das seit dem Bergsturz vom 23. August evakuiert ist, können die Bewohner der blauen und somit bereits überschwemmten sowie der roten Zone frühestens in zwei Monaten nach Hause zurückkehren. Betroffen von diesem Rückkehrverbot sind im Bergsturzgebiet insgesamt rund 60 Personen.

Gemeindepräsidentin: Schlimm für die Bewohner

Für die Bewohner sei das schlimm, aber es werde alles unternommen, sie in dieser misslichen Lage zu unterstützen, so Gemeindepräsidentin Giacometti. Am Mittwoch würden die evakuierten Bewohner von Spino und Sottoponte erstmals begleiteten Zugang zu ihren Häusern erhalten.

Sofern die Häuser der roten und blauen Zone statisch sicher seien, könnten die Bewohner sie unter Begleitung von Einsatzkräften betreten, sagte Martin Bühler, der Gesamtleiter des Führungsstabes der Gemeinde. Bei einem erneuten Alarm müssten sich diese Leute aber innert vier Minuten aus der Gefahrenzone begeben können.

Problem für die Grenzgänger

Das rund 30 Kilometer lange Bergell ist auf der Malojastrasse noch nicht durchgehend passierbar. Die Talstrasse bleibt im Bergsturzgebiet, zwischen Spino und Promontogno, bis mindestens am kommenden Mittwoch gesperrt.

Diese Sperre hat italienische Gewerkschaften auf den Plan gerufen. Sie verlangen von der Schweiz eine Entschädigung für die Grenzgänger aus Italien, die im Engadin arbeiten, sofern die Situation im Bergell noch eine Weile anhält.

7000 Grenzgänger sollen im Engadin arbeiten. Davon fahren über 3000 den Weg über das Bergell. Sie müssen aktuell entweder über den Splügen- oder den Berninapass zur Arbeit fahren.

Die Chancen auf solche Entschädigungen sind allerdings gleich null. Die Schweiz habe ein anderes System als Italien, das einen nationalen Katastrophenfonds kenne, sagte Arno Russi von der Unia Graubünden. In der Schweiz müssten solche allfälligen Verdienstausfälle über die Versicherung des Arbeitgebers geregelt werden.

(sep/sda)