Tod im Spital

18. Juni 2017 20:17; Akt: 18.06.2017 20:17 Print

Torero schneidet Stier Ohr ab und wird aufgespiesst

Das Horn eines Stiers hat sich durch die Lunge eines Stierkämpfers gebohrt. Das Unglück hat sich in Frankreich ereignet.

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Der spanische Torero Ivan Fandiño ist bei einem Unglück in einer Stierkampfarena ums Leben gekommen. Der 36-Jährige erlag am Samstagabend nach Angaben aus Stierkampfkreisen im Spital von Aire-sur-l'Adour in Südwestfrankreich seinen schweren Verletzungen.

Fandiño hatte sich während eines Stierkampfs in seiner Capa verfangen und war ins Stolpern geraten. Daraufhin bohrte sich ein Horn des Stiers von hinten durch die Lunge des Toreros.

Kurz zuvor hatte Fandiño in der Arena noch triumphiert, als er einen anderen Stier besiegt und ihm ein Ohr abgeschnitten hatte.

Trauer um «grosse Persönlichkeit»

Das spanische Königshaus schrieb auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, es trauere um eine «grosse Persönlichkeit des Stierkampfes». Auch der konservative Regierungschef Mariano Rajoy sprach von einer «traurigen Nachricht». Stierkämpfer aus Spanien und Frankreich würdigten Fandiño als grossen Kämpfer.

Fandiño ist bereits der zweite spanische Torero, der in einem Zeitraum von zwölf Monaten im Kampf getötet wurde. Im Juli 2016 verfolgten entsetzte Fernsehzuschauer live mit, wie ein Stier mit seinen Hörnern die Brust des 29-jährigen Victor Barrio durchbohrte. Kurz zuvor war ein mexikanischer Torero nach einem ähnlichen Vorfall seinen Verletzungen erlegen.

Umstrittenes Kulturerbe

Der Stierkampf ist in Spanien immer noch sehr beliebt. In dem Land verfolgen geschätzte sechs Millionen Fans hunderte von Kämpfen im Jahr. 2015 erklärte die Regierung den Stierkampf zum «immateriellen Kulturerbe». Allerdings gibt es zunehmend Widerstand gegen diese Tradition, die von Tierschützern kritisiert wird. Im Mai beteiligten sich tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt Madrid an einer Demonstration gegen den Stierkampf.

Der Stierkampf beschäftigt auch die Justiz. Der Oberste Gerichtshof Spaniens hob im Oktober ein seit rund vier Jahren geltendes Stierkampf-Verbot der Region Katalonien auf. Die Richter urteilten, die Kämpfe seien ein wichtiger Teil der spanischen kulturellen Tradition.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Spilling am 18.06.2017 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierquäler

    Das ist nur Traurig das sowas immer noch gibt.

  • MeineHeimat am 18.06.2017 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himmeltraurig

    Wann wird endlich mit dieser unsäglichen Tierquälerei aufgehört? Und das sich hunderte Zuschauer dabei noch ergötzen können. Da bleibt nur zu sagen: Schämt Euch!

  • realist am 18.06.2017 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    ..selber schuld..!! Das ist in der heutigen zeit keine zeitgemässe tradition mehr..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Himmel T am 19.06.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fleischesser 

    Ich habe nur Mitleid mit den Stieren. Diese konnten nicht wählen, ob sie in die Arena wollen. Die Toreros dagegen sind keine Helden, sondern Sadisten, die sich am Leid der Tiere ergötzen.

  • lo0u_ am 19.06.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Schon recht so!

  • Gräppi am 19.06.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So so...!!!

    Und Uns wollen Sie die Kuhglocken verbieten!... Komische Welt!!!!

  • LaraJane am 19.06.2017 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brutal

    Es ist einfach nur Tierquälerei nichts anderes weder Kunst noch Kultur , jedes mal wenn ich so etwas sehe , und ein Stier den Torero auf die Hörner nimmt hält sich mein Mitleid in grenzen. Der Stier kämpft um sein überleben , doch für den Menschen scheint es einfach nur ein "Spiel" zu sein. Wiederlich . Sry.

  • Erwin B am 19.06.2017 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Einmischung

    Es ist nicht an uns, andere Länder und Kulturen zu belehren - wir Schweizer möchten ja auch nicht von anderen belehrt werden. Es ist daher Sache der Spanier wie sie mit der Problematik Stierkampf umgehen. Ich selbst nehme aber in jedem Fall Partei für den Stier und hoffe er gewinnt!

    • Gringoma am 19.06.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erwin B

      Da kann ich leider nur den Kopf schütteln. Nur weil es 'enet' unserer Grenze liegt geht es uns nichts an? Stimmt, der ganze Terror geht uns ja auch nichts an und die amerikanische Klimapolitik auch nicht... schliesslich nichts in unserem Land :-)

    • der_student am 20.06.2017 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gringoma

      Im Gegensatz zum Terror und Klimapolitik. Gefährdet der Stierkampf unsere Lebensqualität in der Schweiz nicht. Darum geht es uns nichts an!

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