Illegal eingewandert

06. Dezember 2012 05:02; Akt: 06.12.2012 11:27 Print

McAfee in Guatemala verhaftet

Der möglicherweise in einen Mordfall verwickelte Software-Guru John McAfee ist in Guatemala verhaftet worden. Auf seiner Flucht vor den Behörden von Belize hatte er sich illegal im Land aufgehalten.

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Am Abend des trifft John McAfee in Miami, Florida, ein. Seine Odyssee scheint damit ein vorläufiges Ende zu haben. Am , kann John McAfee das Gefängnis in Guatemala verlassen. Er will in die USA zurückkehren. Kurz nach seiner Verhaftung muss John McAfee am in Guatemala-Stadt in ein Spital eingeliefert werden. Software-Pionier John McAfee, der in Belize in Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird, wird am . Der 67-Jährige war auf seiner Flucht zwei Tage zuvor in Guatemala angekommen. Am . Die beiden wollen nach Aussagen McAfees heiraten. Am . Von Guatemala aus will McAfee die Korruption in Belize bekämpfen. Am Montag, veröffentlicht «Vice» auf seiner Website ein Bild von McAfee: Angeblich sind zwei Journalisten des US-Magazins mit dem Flüchtigen unterwegs. Die Meta-Daten des Bildes sollen Hinweise auf seinen Aufenthaltsort enthalten – diese seien aber von ihm manipuliert, sagte McAfee. Drei Wochen nach der Flucht, mit einem sichtlich gezeichneten McAfee. Auf die Frage, wie es weitergehe, antwortete er: «Ich habe keine Ahnung. Ich werde weiterkämpfen, mich keinesfalls ergeben.» Ob er Angst habe? «Hättest du keine Angst?» Nach seinem Rückzug aus der IT-Branche betätigt sich McAfee in Colorado als Yogalehrer und schreibt mehrere Bücher zum Thema. Eine weitere Leidenschaft ist das Aerotrekking – das Fliegen in geringen Höhen mit einem Ultraleichtflugzeug. Ein bizarres Katz-und-Mausspiel beginnt: Auf . 2008 wandert er in den zentralamerikanischen Staat Belize aus. . John McAfee wird in England geboren, den grössten Teil seines Lebens verbringt er in den USA. Er arbeitet für verschiedenste IT-Firmen und gründet das Computer-Sicherheitsunternehmen McAfee. 1997 verkauft er dieses und wird zum Multimilionär.

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Wochenlang hatte Software-Gründer John McAfee die Polizei zum Narren gehalten. Nun ist der 67-Jährige, der in Belize im Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird, in Guatemala verhaftet worden. McAfee sei in einem Hotel in einer vornehmen Gegend der Hauptstadt Guatemala-Stadt in Gewahrsam genommen worden, sagte Innenminister Mauricio López Bonilla am Mittwoch.

Dem Software-Guru, der nun gut bewacht in einer Residenz der Einwanderungsbehörde festgehalten wird, wird illegale Einwanderung vorgeworfen. Zwischen Belize und Guatemala gibt es keinen Auslieferungsvertrag, auch ein internationaler Haftbefehl liegt nicht vor. Trotzdem wird der flüchtige Anti-Virus-Pionier nach Belize abgeschoben, wie Regierungssprecher Francisco Cuevas gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte.

Politisches Asyl beantragt

McAfee, der auf seiner Flucht stets von zwei Journalisten des Vice-Magazins begleitet wurde und in einem Blog über seine Erlebnisse berichtete, befürchtete schon vor seiner Festnahme, dass die Behörden von Belize ihn töten wollten. Belizes Premierminister hatte aber sofort beschwichtigt und den ehemaligen Software-Pionier als «paranoid und übergeschnappt» bezeichnet.

Erst vor zwei Tagen war McAfee auf der Flucht vor der Polizei von Belize in Guatemala angekommen und hatte politisches Asyl beantragt. Dort sagte er den Behörden von Belize öffentlich den Kampf an. Zusammen mit dem ehemaligen Generalstaatsanwalt Guatemalas, Telésforo Guerra, wollte er beweisen, dass die Polizei Belizes korrupt sei und nur deshalb gegen ihn ermittle, weil er einem Politiker die finanzielle Unterstützung verwehrt hatte.
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(Video: Reuters)

Im Zusammenhang mit einem Mord gesucht

Die Polizei Belizes will McAfee über den Mord an seinem Nachbarn, dem US-Bürger Gregory Foull, befragen. Beide lebten seit Jahren im Ort San Pedro auf einer Insel vor dem mittelamerikanischen Land.

Foull war am 11. November erschossen auf seinem Grundstück gefunden worden. McAfee sei im Mordfall eine «Person von Interesse», die Polizei nahm Ermittlungen gegen ihn auf. Als die Polizei den Software-Mogul aufsuchte, um ihn zu befragen, vergrub er sich nach eigenen Angaben im Sand und ergriff anschliessend die Flucht.

McAfee stellte über seinen Blog klar, dass er sich nicht stellen wolle, weil er der Polizei misstraue und um seine Sicherheit fürchte. Einen Tag vor seiner Verhaftung richtete sich McAfee noch einmal direkt an die Hinterbliebenen des Toten: «Ich habe mit seinem Tod nichts zu tun. Ich habe in meinen 67 Jahren fünf enge Familienangehörige verloren und verstehe euer Leid», versicherte er. In Belize wird nun auskommen, ob McAfee mit dem Mord wirklich nichts zu tun hatte.


McAfee nach seiner Ankunft in Guatemala. (Quelle: YouTube)

(pre/jam/dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 06.12.2012 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Angelegenheit

    Das ganze stinkt zum Himmel. Wieso soll ein Mann wie McAfee seinen Nachbar ermorden und wieso wird sein PC vermisst. Ich schätze er weiss etwas, dass er nicht wissen sollte.

  • crypt(name) am 06.12.2012 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon lustig...

    in der schweiz hätte es wohl 2 jahre gedauert, bis sein Asylgesuch abgearbeitet wäre :)

    • D.W am 06.12.2012 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Asyl in der Schweiz

      Ja, wäre er zu uns gekommen. Hätte er bestimmt Asyl bekommen.

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  • Beat am 06.12.2012 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Durchgeknallt

    Der Typ ist doch genau so durchgeknallt wie seine Software.

    • Willi Tell am 06.12.2012 08:35 Report Diesen Beitrag melden

      Beste Antiviren-Software

      Die McAfee Antiviren-Programme sind mit Abstand die zuverlässigsten Viren-Scanner. Resourcenverbrauch, Erkennungsrate und Benutzerfreundlichkeit - auch im Firmen-Umfeld - sind bei diesen Produkten um Welten besser als bei der Konkurrenz. Natürlich ist allen bewusst, dass McAfee schon seit langer Zeit nicht mehr selber aktiv an "seiner" Antiviren-Software rumprogammiert...

    • Informatiker am 06.12.2012 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Willi Tell

      Mit Sicherheit nicht!! Jeder weiss es sind DIE Typen die Viren in die Welt setzen. Es gibt nicht das "Beste" Antiviren Programm. Aber eines der Besten ist McAfee sicherlich nicht. Ich habe es getestet und es gaukelt einem immer wider vor man währe Bedroht und nur durch ihre Software ausreichend geschützt. Der Virenscanner der ich benuze: Microsoft Security Essentials (Win8: Windows Defender) der ist gegenüber Viren & co sehr Agressiv, sehr Benuzerfreundlich, Hält sich vorwiegend im Hintergrund, Ressourcen schonend und er ist Kostenlos!

    • Chris am 06.12.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Apple

      @All Kauft euch einen Mac, dann braucht ihr euch über Viren keine Gedanken mehr zu machen ;)

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  • Luz K. am 06.12.2012 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    wohl keine Auslieferung

    Er wurde "nur" wegen illegaler Grenzüberschreitung festgenommen und da Guatemala kein Auslieferungsabkommen mit Belize hat dürften die es schwer haben, ihn in die Hände zu bekommen und er kommt wohl sogar mit einer Geldstrafe davon.

    • Klassenprimus am 06.12.2012 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Genau lesen bitte!

      Wie dem Artikel zu entnehmen ist, wird McAfee nach Belize abgeschoben.

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  • Phil am 06.12.2012 05:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??

    Wann kommt der Film im Kino???