Milieu-Kunst

19. März 2010 11:45; Akt: 19.03.2010 12:31 Print

Prostituierte stehen ewig an der Hurengracht

Das Amsterdamer Rotlichtviertel kommt ins Museum. Dort wirkt alles sehr echt.

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Es war einmal an der Hurengracht in Amsterdam ... (Bild: AFP)

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Nur wenige hundert Meter vom berühmten Rotlichtviertel mit den Schaufenster-Prostituierten entfernt eröffnet am Wochenende eine Ausstellung mit einem lebensechten Nachbau eines Strassenzugs aus dem Milieu. Auch in dem 14 Meter langen, vier Meter breiten und drei Meter hohen Kunstwerk der US-Künstler Ed und Nancy Kienholz warten leicht bis gar nicht bekleidete Frauen auf Freier. Die Originalnachbildung des Strassenlebens mit dem Titel «Hoerengracht» (Hurengracht) ist ab Samstag im Historischen Museum in Amsterdam zu sehen.

Düster ist die Stimmung des begehbaren Kunstwerks, das zwischen 1983 und 1988 in Berlin entstanden ist und bis vor kurzem in der Londoner Nationalgalerie ausgestellt war. Die gezeigten Prostituierten schminken sich, rauchen und halten nach Kunden Ausschau.

Ihr Werk sei eine «persönliche Interpretation» des Amsterdamer Rotlichtviertels der 1980er-Jahre, sagt die 66-Jährige Nancy Kienholz. Dort locken heute etwa 370 Fenster mit Prostituierten Touristen aus aller Welt an. Das Bürgermeisteramt will ihre Zahl in den kommenden drei Jahren auf 290 senken und begründet dies mit der steigenden Kriminalität im Zusammenhang mit der Prostitution.

(sda)