Lehren aus Hurrikan Andrew

08. September 2017 16:53; Akt: 08.09.2017 16:53 Print

Florida stellt seine AKW ab – und weiss, warum

Wegen Hurrikan Irma sind zwei Atomkraftwerke in Florida vorsorglich vom Netz genommen worden. Der US-Bundesstaat hat aus der Vergangenheit gelernt.

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An der Atlantikküste Floridas liegen zwei grosse Kernkraftwerke: Ganz im Süden der Halbinsel, bei Homestead, steht Turkey Point, und 250 Kilometer nördlich davon liegt St. Lucie (Karten in der Bildstrecke). Beide AKW wurden am Freitag wegen des heraufziehenden Wirbelsturms Irma vorsorglich abgestellt.

Der Hurrikan hat laut Wetterforschern das Potenzial, als Hurrikan der Kategorie 5 das Festland heimzusuchen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde ist Irma der stärkste Hurrikan, der je im Atlantik aufgezeichnet wurde. «Dieser Sturm könnte sogar schlimmere Folgen haben als Hurrikan Andrew», erklärte Mediensprecher Rob Gould vom Energieversorger Florida Power & Light dem Sender CNN.

Aus den Erfahrungen mit Hurrikan Andrew gelernt

Die Erfahrungen mit Hurrikan Andrew im Jahr 1992 führten offenbar zu der Entscheidung, die Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Denn schon Andrew, der die Küste Floridas mit Windgeschwindigkeiten von «nur» 265 Kilometern pro Stunde erreicht hatte, hatte riesige Schäden angerichtet – gerade auch an den Kraftwerkblöcken von Turkey Point, das knapp sechs Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Das Auge von Andrew hatte das Kernkraftwerk bei Homestead touchiert und Schäden von rund 90 Millionen Franken verursacht. Unter anderem brach damals einer der Schornsteine entzwei, berichtet die «Miami Herald».

Beide AKW bestünden aus starken Betonblöcken, die mit Stahl verstärkt worden seien, versicherte Sprecher Gould. «Turkey Point und St. Lucie gehören zu den sichersten AKW des Landes, sogar der Welt», präzisiert Gould.

Man geht auf Nummer sicher

Obwohl es in der Vergangenheit nie zu Atomkatastrophen wegen Hurrikanen gekommen ist, wurden bereits 2012 ähnliche Massnahmen in New Jersey getroffen wie jetzt in Florida, berichtet «Live Science». Als Hurrikan Sandy mit voller Wucht auf die Kernkraftwerke Oyster Creek und Salem raste, wurden diese vorsorglich abgestellt.

Sprecher Gould beruhigte zudem: Eine Notmannschaft beobachte sowohl in Turkey Point als auch in St. Lucie die Lage fortlaufend.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • d.g. am 08.09.2017 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Abstellen?

    Herunterfahren vielleicht, oder vom Netz nehmen. aber wirklich abstellen, kann man ein AKW erst nach Jahren.

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  • Atom Kraft am 08.09.2017 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser vorsichtig

    Na wenigstens sind sie vorsichtig. Damit ist nicht zu spaßen. Besser so als abwiegeln und im Nachhinein zur Besinnung kommen.

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  • Martial2 am 08.09.2017 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Amis reagieren...

    Vorsorge ist angesagt; lieber Strom-Konsum momentan reduzieren, als eine riesige Katastrophe erleben!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • K.A.Sch. am 09.09.2017 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    US, aus der Vergangenheit gelernt, wo?

    auf 911 Battelfields o. Fukushima? Während das US-REP Klimaschutz kündigt, Irma im "Chateau des Palmiers" einsteigt und er KIM Atomkriegt androht, falls der weiter auf Verteidigung setzt, steigt das Wasser. n-tvt: Miami Beach liegt einen Meter über Normalnull, pro Jahr werden es 9 Millimeter weniger. Handelsblatt: Die Atomkraftwerke Turkey Point und St. Lucie liegen an der Atlantikküste Floridas rund sechs Meter über dem Meeresspiegel. Wenn man googelt wo, weiß man wofür US Kriegsschiffe hinschickt. Florida/Irma haben ein 3. im Auge und alle 3 u.n.v.m. hätten längst runtergekühlt sein müs

  • Photon am 09.09.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit den Kühlbecken?

    Das Problem in Fukushima war ja nicht, dass die AKW noch liefen, sondern dass die Kühlbecken für die Brennstäbe nicht mehr funktionierten. Da nützt alles Abstellen nix.

    • T.F. am 09.09.2017 18:02 Report Diesen Beitrag melden

      Photon

      Ein Notstromdiesel ist nicht mehr gestartet, weil er mit Wasser vollgelaufen war. Diese pumpen Kühlwasser ins Kühlbecken. Das war der Hauptgrund.

    • Bieri am 09.09.2017 21:27 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch gebaut.

      Der wirkliche Hauptgrund war, dass die Bauherrschaft das ganze AKW 30 Meter tiefer gebaut hat als geplant und bewilligt war. So stand das AKW am Schluss nur 2-6m über Meeresspiegel als wie geplant. 32-36m. Das nur weil so das Mehrwasser nicht so hoch gepumpt werden musste. Den Felsen abzutragen war billiger. Die Schutzmauer war auch um 2Meter weniger hoch gebaut worden.

    • Alfred am 09.09.2017 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @T.F.

      Seit wann können Notstromdiesel Wasser pumpen. Habe gemeint sie machen Strom?

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  • rene w am 09.09.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute nacht

    Wenn die amerikanischen AKWs so stabil sind wie deen Häuser dann gute Nacht. Aber gute Idee die Stromproduktion runterzufahren. Wegen der Massenevakuation gibts auch weniger Verbraucher. So und jetzt drückts mal dem Daumen runter.

    • rolfi am 09.09.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @rene w

      Da kannst du sicher sein, dass ich Daumen runter drücke. Wie kann man nur diesen dümlichen Vergleich bringen, ein AKW gleich gebaut wie die Häuser. Es ist auch nicht immer nötig, alles aus Beton zu erstellen. Nur nebenbei, Beton herzustellen benötigt extrem viel Energie, woraus viel CO2 resultiert. Früher hat man hier auch alle Häuser mit Holz gebaut.

    • Ruedi am 09.09.2017 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @rolfi

      Jaja rolfi, nur dass es in den USA AKW gibt, welche schon beim Bau Risse in der Bodenplatte hatten, diese dann aber trotzdem in Betrieb genommen wurden...!

    • Alfred am 09.09.2017 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Haarrisse in der Oberfläche des Betons? Was meinst du genau?

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  • W.M. am 09.09.2017 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Umdenken

    Kluge Entscheidung, die Konsumenten werden ja sowieso evakuiert! Ich hoffe die Katastrophe regt bei der dortigen Regierung in einigen Dingen zum Umdenken und mehr Bescheidenheit an...

    • paul am 09.09.2017 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W.M.

      hoffe ich für die schweiz schon lange. mehr bescheidenheit

    • rolfi am 09.09.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W.M.

      Warum nur dort, hier täte es manchem auch gut, aber man hat es ja, gell?

    • Alfred am 09.09.2017 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W.M.

      Halten Windräder und Solarzellen dem Sturm stand? Oder werden sie auch abgestellt?

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  • Severin am 09.09.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Stromnetz vs. Reaktorkern

    Ich weiss nicht im Detail was die dort gemacht haben. Aber so wie ich es interpretiere die Netzeinspeisung abgestellt. So dass alle Starkstromleitungen rund um das AKW keine Spannung drauf haben. Ziemlich logische Entscheidung. Das die Stromleitungen während des Sturms schaden nehmen werden, dass ist vorhersehbar. Aber die ganze AKW Polemik vonwegen Reaktor herunterfahren usw. Naja, ist wohl übertrieben. Und das AKW wird sicher schon dutzende Stürme erlebt haben... Aber es ist noch Spannend wie die beiden Grünen Weltuntergangskulte 'Atom' und 'Klimakatastrophe' im Doppel Wirken.

    • Heinz Gfeller am 09.09.2017 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Katastrophen

      Das hat man ja bestens in Fukushima gesehen, was Naturkatastrophen "im Doppel" mit AKW's anrichten können. Gewisse, wohl eher einfache Gemüter, mögen das spannend finden; für die Betroffenen ist so was hingegen schrecklich.

    • Mark Meyer am 09.09.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenbedarf wenn möglich

      Mir ist auch nicht bekannt was die genau im sinn haben. Etwas ist aber merkwürdig. Ein KKW ganz herunter zu fahren ist nicht ideal. Wenn das Stromnetz in Florida durch den Sturm zusammenbricht sind die KKW auf Ihre Notstromdiesel angewiesen um die Kühlung zu gewährleisten. Besser wäre es die KKWs auf Eigenbedafsdeckung herunter zu fahren und vom Netz zu trennen. Damit vesorgt sich das KKW selbst. Dann müssen die Diesel nicht in Betrieb sein und verbrauchen damit auch kein Kraftstoff aus den Tanks(Reserve). Falls es doch Probleme gibt sind die Diesel die Rückfallebene.

    • Pady N. am 09.09.2017 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mark Meyer

      Ich denke mal, dass diese auch genauso noch weiter laufen. Wie Sie selbst schreiben macht alles andere nicht viel Sinn.

    • Dr.Kern am 09.09.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mark Meyer

      In so einer situation werden die Reakroren meinst ganz heruntergefahren und vorsorglich vom Stromnetz gekappt. Die Notstrom Diesel werden schon im vorraus gestarted. Dies ist der sicherste zustand.

    • Major Grubert am 09.09.2017 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Gfeller

      In fukushima war es kei sturm, dass das akw beschdädigt hat sondern ein tsunami

    • Dr.Kern am 09.09.2017 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mark Meyer

      Ihre kommentare konnte ich leider nur teilweise lesen da sie ja scheinbar schon wieder gelöscht wurden. In gewissen situationen ist es aber wirklich so das wir die Notstromgeneratoren selber starten und uns vom Netz trennen. Den es muss immer damit gerechnet werden das ein lastabwurf auf eigenbedarf nicht funktioniert.

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