Sinaloa-Kartell

05. Juli 2017 17:46; Akt: 05.07.2017 17:50 Print

El Chapos Drogenimperium zerfällt langsam

Während auf Netflix «El Chapo» läuft und dessen realer Hauptdarsteller im US-Gefängnis schmort, zerfällt sein einst mächtiges Drogenkartell langsam, aber sicher.

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Als Drogenbaron Joaquín Guzmán alias El Chapo im Januar 2016 gefasst wurde, verkündeten die mexikanischen Behörden voller Stolz, ihnen sei ein harter Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Der Effekt von Guzmáns Verhaftung liess sich allerdings nicht so rasch erkennen. Laut «Spiegel» war in den Folgemonaten das von ihm gegründete Sinaloa-Kartell sogar noch mächtiger geworden, die Drogengeschäfte noch rentabler.

Doch was lange währt, wird endlich gut: Einem Bericht des Nachrichtenportals «Animal Politico» zufolge, gibt es nun Anzeichen dafür, dass das Kartell ohne die Aufsicht des Bosses schwächelt. Hatte das Sinaloa-Syndikat bis vor kurzem Geschäfte in 24 der 32 mexikanischen Bundesstaaten, ist es heute nur noch in sieben Staaten präsent.

Neues Kartell fordert Sinaloa-Bande heraus

Grund für den Niedergang des Kartells sind in erster Linie zunehmende Revierkämpfe in der Region. Das Sinaloa-Kartell habe in den letzten 18 Monaten grosse Gebiete an der Pazifikküste an einen Newcomer namens Jalisco New Generation (kurz CJNG) verloren, berichtet das Wirtschaftsportal «Business Insider».

Das CJNG ist seit 2010 in Puerto Vallarta aktiv. Es entstand nach dem Tod des dortigen Anführers des Sinaloa-Kartells, Nacho Coronel, und entwickelte sich zu einem der mächtigsten Drogenkartelle im Land. Die Ziele des CJNG sind klar: Es will die Transportwege für Drogen Richtung Norden, die durch Sinaloa-Gebiet führen.

Bei weitem die höchste Mordrate im Land

Doch auch innerhalb des Sinaloa-Kartells kommt es vielfach zu Scharmützeln. So beanspruchen Chapos engster Mitarbeiter Damaso Lopez Nuñez und die Söhne des Bosses, die sich Los Chapitos nennen, die künftige Führung der kriminellen Gruppe.

Die jüngsten Kämpfe zwischen verfeindeten Banden haben bereits 897 Menschenleben gefordert, berichtet die mexikanische Zeitung «La Razón»: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Mordrate in den ersten fünf Monaten 2017 in Sinaloa um 76 Prozent. Landesweit waren es 30 Prozent. Allein am vergangenen Wochenende kamen nach Darstellung der Behörden 19 Kriminelle ums Leben.

Gross im TV, klein im realen Leben

Während sich der Verfall des Sinaloa-Kartells bemerkbar macht, hat auch Netflix mit seiner neuen Serie «El Chapo» Schwierigkeiten. Die teuer produzierte Show kommt bei Kritikern nicht allzu gut weg.

Laut «Stern» mangelt es dem Hauptdarsteller Marco de la O an Charisma. «Im Vergleich zu anderen abstossend-faszinierenden Antihelden der Seriengeschichte gerät der kleine Mexikaner dabei noch kürzer, als er ohnehin ist», schreibt TV-Kritiker Tim Sohr.

Und El Chapo selbst scheint mit der Netflix-Version seines Lebens unzufrieden zu sei. Laut «Plano Informativo» überlegt sich sein Anwalt, die Sender Netflix und Univisión wegen Rufschädigung zu verklagen. Ausserdem fordert El Chapo laut «Sin Embargo» von den Produzenten eine Entschädigung für die Verwendung seines Namens.


Im Trailer von «El Chapo» verspricht Netflix Action. (Quelle: Youtube/Golden Triangle)

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Pan am 05.07.2017 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt????

    Die Einen gehen, andere kommen.

    einklappen einklappen
  • Troublebloger am 05.07.2017 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für nichts

    Solange einzig und allein die Personen bestraft werden welche es verkaufen wird sich nichts ändern. Solange so viel Geld in ärmeren Ländern an Drogen zu verdienen ist, wird es immer jemanden geben der sie verkauft, produziert. Vielleicht zerfällt nun das Kartell, aber bloss weil ihnen bereits andere das Gebiet streitig machen.

  • Beobachter 73 am 05.07.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drogen stirbt

    erst aus wenn die Menschen aussterben !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Openeye am 05.07.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals!!!

    Wers glaubt der werde Seelig... So ein Stumpfsinn, es kommen noch viel pfiffigere Kartelle denn Drogen werden nie verschwinden, höchstens die Substanzen die das Material noch viel bedeutender zur Sucht anziehen

  • Blerim am 05.07.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA love

    Sehr gut, ein weiterer schlag gegen die organisierte kriminalität. Es scheint das trump endlich aufräumt.

  • Mynock am 05.07.2017 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mäuse

    Is doch klar, ist die Katze ausser Haus, tanzen die Mäuse auf'm Tisch.

  • Beobachter 73 am 05.07.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drogen stirbt

    erst aus wenn die Menschen aussterben !

  • Beobachter 73 am 05.07.2017 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer geht 10 kommen

    Wenn einer geht kommen 10 andere nach die viel brutaler sind......