Streit über Sitz

05. Mai 2017 03:31; Akt: 05.05.2017 14:47 Print

Delta Air Lines sagt sorry für Rauswurf

Die Fluggesellschaft bietet der Familie, die sie zum Verlassen einer Maschine aufgefordert hat, eine Entschädigung an.

Schlechte Werbung für die Fluggesellschaft: Delta Airlines drohte einer Familie mit Gefängnis.
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Wieder Ärger am Bord eines US-Flugzeugs: Eine Familie aus Kalifornien ist in einer Maschine der Fluggesellschaft Delta Air Lines mit einer Haftstrafe gedroht worden. Die Familie wurde dann des Flugzeugs verwiesen.

Ein Video des Vorfalls von Ende April verbreitete sich in den sozialen Netzwerken. Die Fluggesellschaft entschuldigte sich am Donnerstag und bot der Familie eine Entschädigung an. Unser Ziel ist es immer, mit den Kunden zusammenzuarbeiten und Lösungen bei Problemen zu finden, sagte ein Airline-Sprecher zu CNBC. Das sei in diesem Fall nicht passiert. «Dafür entschuldigen wir uns.»

«Das ist falsch»

In der Erklärung der Airline sagte die Gesellschaft: «Sorry für unglückliche Erfahrung.» Am selben Tag hat ein Komitee im US-Senat scharfe Kritik an den teilweise rabiaten Auseinandersetzungen von Airlines mit Passagieren geäussert.

In dem Video, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie der Vater der Familie an Bord der Maschine von Hawaii nach Los Angeles mit einer Polizistin diskutiert. Ihm wird gesagt, er begehe einen kriminellen Akt. «Ich habe für die Sitze bezahlt. Das ist falsch», erwidert er daraufhin.

Gültiges Ticket fehlte

Die Familie musste in einem Hotel übernachten und konnten am nächsten Tag nach Hause fliegen. Zur Höhe der Entschädigung wurde bislang nichts bekannt.

Die Familie wollte eines der beiden Kleinkinder auf den Platz setzen, der eigentlich für den 18 Jahre alten Sohn gebucht war. Dieser war aber bereits mit einer früheren Maschine nach Hause geflogen. Den Eltern wurde verboten, eines der Kleinkinder auf den Sitzplatz zu setzen, da dafür das gültige Ticket fehlte.

«Ich habe diesen Sitzplatz gekauft»

Ob der Vater mit einem Angestellten der Fluggesellschaft, einer Sicherheitskraft oder jemand anderem spricht, ist in dem Video nicht zu sehen.

Nachdem der Vater sagt, er werde deshalb nicht das Flugzeug verlassen, antwortet die andere Person, er und seine Ehefrau würden ins Gefängnis kommen, würden sie die Anweisungen der Fluglinie nicht befolgen.

«Ich habe diesen Sitzplatz gekauft», sagt daraufhin der Familienvater und schlägt vor, seine Frau könne das Kind während Start und Landung auf dem Schoss und es nur während des Fluges in einem Kindersitz auf den leeren Platz setzen. Eine weitere Person, die offenbar für die Fluggesellschaft arbeitet, lehnt das jedoch ab. Die Familie wurde daraufhin des Flugzeugs verwiesen.

Ohrfeige für United Airlines

Zuletzt hatten immer wieder Vorfälle auf Flügen in den USA für Aufsehen gesorgt. United Airlines erlebte ein PR-Desaster, weil die Gesellschaft Mitte April einen Flug überbucht hatte und per Zufall vier Passagiere bestimmte, die die Maschine wieder verlassen sollten. Ein 69-Jähriger weigerte sich, woraufhin das Unternehmen die Polizei rief. Diese zerrte den Mann vor laufenden Handykameras so rabiat aus der Maschine, dass er nach Angaben seines Anwalts zwei Zähne verlor, eine Gehirnerschütterung erlitt und sich die Nase brach.

(roy/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BoomXfactor am 05.05.2017 04:17 Report Diesen Beitrag melden

    Rückläufige Buchungen sind die Folgen

    Die verbocken sich ihr Geschäft selbst mit solchen Aktionen... Unglaublich!

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  • Tom am 05.05.2017 04:41 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, modernes Management.

    Lieber einen Haufen Weisungen, Vorschriften und standartisierte Abläufe, als Kopf und Herz zu gebrauchen. SBB bewegt sich auch in diese Richtung.

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  • Steffen am 05.05.2017 05:55 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Warum hat er nicht einfach das Kind bei Start zu sich genommen und dann später einfach auf den Sitz gesetzt? Vorausgesetzt natürlich der ist noch frei. Hätte sicherlich niemanden interessiert. Bei Lufthansa, Swiss, British Airways und Co. hat da noch nie jemand ein Drama gemacht, wenn ich das mit meinen Kindern gemacht habe. Die bieten das sogar vor Start von sich aus an.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • USeigentlichFan am 05.05.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird immer schlimmer

    Also langsam reicht's. Sind ja rabiate Zustände. Muss man sich nun fürchten, mit US-Gesellschaften zu fliegen?

    • Sagender am 05.05.2017 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @USeigentlichFan

      Mit US Airlines fliegt man nicht....Nicht gestern, heute oder morgen. Die mit ihren unfreundlichen Crew's und den alten Kisten am Himmel. Nein danke!!!

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  • Erich Ed. Müller am 05.05.2017 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschriften?

    Bezüglich Vorschriften: Sicherheitsvorschriften, die der Staat gesetzlich verankert hat, dienen allen und müssen vollzogen werden. Aber bei den Vorschriften der Airline handelt es sich um interne Direktiven, die mit Sicherheit nichts, mit Profit abzocken aber sehr viel zu tun haben. Ich bin der Kunde. Ich bringe dem Unternehmen das Geld. Mir hat keine private Firma irgendwelche Vorschriften zu machen, die über die Sicherheitsvorschriften hinausgehen. Diese Familie hätte Delta auf 50 Mio Schadenersatz verklagen sollen, dann hätten die das gelernt.

  • Kathrin am 05.05.2017 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Automatisierungen

    Tja wenn der gesunde Menschenverstand in Unternehmen vollständig verloren geht, es gelten nur noch Regeln, Regulierung und Standardisierung. Auch beim HR scheinen nur noch Roboter zu arbeiten, gesunder Menschenverstanden findet man in diesem Bereich überhaupt nicht mehr.

  • Pferd am 05.05.2017 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erklärung

    Der Vater wollte der gebuchte Sitzplatz für sein Kleinkind haben, deshalb kauften sie ein weiteres Ticket für den älteren Sohn. Er dachte, dass der Platz für seinen nicht erscheinenden Sohn so oder so frei bleiben wird. Leider ist es falsch, denn ein No-Show wird mit einem Standby Passagier besetzt. Der Flug war nicht ausgebucht, also hätte sich Delta kulant zeigen können. Der Vater hatte schlussendlich ja für alle bezahlt und war seinem Fehler nicht bewusst. BTW. Delta hat der Familie schon entschädigt.

  • Mr. Right am 05.05.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quelle

    Man weiss nicht wer gesagt haben soll, dass sie ins gefängis kommen. Warum steht dann im Titel dass die Fluggesellschaft das amgedroht hat?