Künstlerischer Ex-Präsident

04. April 2014 20:48; Akt: 04.04.2014 21:15 Print

Bush zeigt seine Kunstwerke von Putin und Karzai

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush betätigt sich mittlerweile als Maler. Seine Portraits von Regierungschefs zeigt er in einer Ausstellung in Dallas.

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Der frühere US-Präsident George W. Bush betätigt sich seit seinem Ausscheiden aus der Politik 2009 als Maler. In Dallas stellte er am 5. April 2014 erstmals seine Kunstwerke aus. Darunter sind 24 Porträts von Staatsmännern aus der ganzen Welt. Beispielsweise der ehemalige britische Premiere Minister Tony Blair... ...der ehemalige mexikanische Präsident Felipe Calderon... ...Silvio Berlusconi... ...der indische Premier Minister Manmohan Singh... ...der ehemalige Präsident Pakistans, Pervez Musharraf,... ...oder der irakische Premier Nouri al-Maliki. Kunstkritiker fanden aber rasch heraus, dass George W. Bush offenbar seine Bilder kopiert hat - und zwar aus dem erstbesten Foto, das bei der Bildersuche im Internet erscheint. In vielen Fällen, wie bei seinem Freund Wladimir Putin, stammt die Vorlage aus .... .... dem Onlinelexikon Wikipedia. Im Fall vom ehemaligen französischen Jacques Chirac stammt die Vorlage aus dem Titelbild seiner Autobiographie «Mein Leben in der Politik». Bei Afghanistan-Präsidenten Hamid Karzai hat George W. Bush eine besondere Technik angewendet: ... ... Er spiegelte das Bild. Das Porträt wirkt dadurch etwas verzerrt. Diese Kopie dürfte gravierende politische Implikationen mit sich bringen: Das Original von Israels Ex-Premier Ehud Olmert ist auf einer Website zu finden, die sich dem Thema «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» widmet. Fast wie in echt: Die Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson Sirleaf. Bush kopierte das Bild aus einer Aufnahme der Website «rescues.org», in der Sirleaf zum Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird. Auch täuschen echt: Lettlands Präsidentin Vaira Vike-Freiberga. Das Bild stammt aus der offiziellen Website der Regierung. Den ehemaligen Präsidenten Ghanas, John Agyekum Kufuor, hat George W. Bush aus einem Zeitungsartikel auf «TodayGH.com» porträtiert. Besoders verblüffend am Ganzen ist aber auch, dass Bush seinen eigenen Vater aus einem Pressefoto der Nachrichtenagentur AP porträtierte - hätte er ihn doch ganz in seiner Nähe gehabt.

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Der frühere US-Präsident George W. Bush malt gerne Porträts von Staats- und Regierungschefs - jetzt sind die Werke des Hobbykünstlers erstmals zu bestaunen. Unter den mehr als 20 Bildern sind etwa die Konterfeis von Angela Merkel, Wladimir Putin oder Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki zu sehen.

Das Museum der Bush-Familie informierte am Freitag in Dallas über die Ausstellung in seinen Räumen. Vergangenes Jahr hatten Hacker private E-Mails der Familie Bush abgefangen und einige Bilder veröffentlicht, darunter ein Selbstporträt des Präsidenten in der Badewanne.

Auch seine Ehefrau Laura hat Bush schon gemalt. Allzu gut kam dies allerdings nicht an, wie er dem TV-Sender NBC verriet: «Ich habe gelernt: Male niemals Deine Frau.»

NBC nannte der 67-Jährige auch ein grosses Vorbild: «Winston Churchill hat mich inspiriert.» Der ehemalige britische Premierminister griff im reiferen Alter ebenfalls zum Pinsel. Die Ausstellung in Dallas öffnet am Samstag und dauert bis zum 3. Juni.

(sda)