Englands Euromillionäre

16. August 2012 16:15; Akt: 16.08.2012 17:48 Print

Heben sie jetzt völlig ab?

Adrian und Gillian Bayford haben am Wochenende 228 Millionen Franken im Lotto gewonnen. Den Medien erzählten sie, ihr altes Leben weiterführen zu wollen. Keine 24 Stunden später scheint alles anders.

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Die Bayfords haben ihr Vorhaben rasch vergessen. Noch am Montag hatten Adrian und Gillian Bayford den Medien erzählt, dass sie in ihrem Alltag nichts ändern wollten. Adrian Bayford, der in Suffolk einen kleinen Musikladen betreibt, meinte sogar, am nächsten Morgen «wie immer» arbeiten gehen zu wollen. Das britische Ehepaar hatte am Samstag 228 Millionen Franken bei Euro Millions gewonnen. In einer live übertragenen Pressekonferenz gaben der 41-jährige Glückspilz und seine ein Jahr jüngere Ehefrau an, das Geld nicht für sich behalten und an Wohltätigkeitsorganisation für Kinder spenden zu wollen.

Kaum 24 Stunden nach dem grossen Medienauftritt sassen die Bayfords in einem Flugzeug. Ziel unbekannt. Wie die britische Zeitung «Daily Mail» schreibt, sei das Paar zusammen mit den zwei gemeinsamen Kindern, der sechsjährigen Aimee und dem vierjährigen Cameron mit einem Linienflug in eine europäische Stadt geflüchtet. Bayfords Geschäftspartner Richard Hudspith bestätigte die Information: «Ich bin heute alleine für den Laden verantwortlich.»

Der wird zuerst einmal aufgegeben

«Das letzte Mal waren Adrian und Gillian vor einem Jahr mit dem Wohnmobil in den Ferien», stellte Hudspith klar. «Mit dem Geld, das sie gewonnen haben, könnten sie sich einen Privatjet leisten, aber sie sind mit einer Billig-Airline geflogen», so der Arbeitskollege weiter. Das Paar habe nicht vor, im Luxus zu leben. Dass die Bayfords im Helikopter die Pressekonferenz verliessen, um direkt zum Flughafen gebracht zu werden, findet der Geschäftspartner nicht auffällig. Die Rechnung würde das Lotto-Unternehmen Camelot begleichen, meinte er.

Eine Tante von Adrian Bayford, Linda Beesley, erklärte, das Paar habe vor, bodenständig zu bleiben. «Sie wollen den Kindern vom vielen Geld nichts erzählen, damit sie nicht schlecht erzogen werden.» Es werde keine Geschenke und «keinen Müll» geben, sagte Beesley. Ihr Neffe werde weiterhin arbeiten. Gillian Bayford hingegen hat bereits angekündigt, ihre Stelle als Kinderkrankenschwester im Addenbrooke’s Hospital in Cambridge kündigen zu wollen.

(kle)