Bombendrohung im Flieger

14. Dezember 2015 09:28; Akt: 14.12.2015 09:39 Print

R.S. drohen 5 Jahre Gefängnis in Thailand

Weil er im Flieger mit einer Bombe gedroht haben soll, sitzt R.S. in Thailand hinter Gitter. Nun äussert sich sein Vater zum Vorfall.

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Bei der Befragung waren auch Medienvertreter anwesend: Polizeibeamte mit R.S. in Thailand. (Bild: Sutthiwit Chayutworakan)

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Der Glarner R.S.* sitzt derzeit in Thailand im Gefängnis. Grund ist ein Vorfall an Bord des Bangkok-Airways-Flugs PG145. Noch bevor die Maschine von Bangkok ins Badeparadies Koh Samui abhebt, kommt es zum Streit zwischen dem 36-jährigen Schweizer und seinem US-amerikanischen Sitznachbarn. Wie thailändische Medien berichten, soll R.S. während der Auseinandersetzung lautstark gedroht haben, dass er «eine Bombe im Flieger zünden» werde. Später korrigieren thailändische Journalisten: Anstelle des Streits habe es nur eine Bombendrohung von R.S. gegeben. Diese Drohung nahmen vier amerikanischen Passagiere ernst und verständigten die Crew – der Abflug des A319 wurde umgehend abgebrochen. Die hinzugerufene Polizei legte R.S., der alleine unterwegs war, in Handschellen.

Der Vater von R.S. kann sich den Vorfall nicht erklären. Sein Sohn sei Reisebüro-Inhaber und entsprechend vertraut mit Flugreisen sagt der Vater zum «Blick»: «Er hat garantiert nicht mit einer Bombe gedroht. Er ist Chef eines Reisebüros und weiss ganz genau, was nach solch einer Drohung passiert.» Nachdem sein Sohn verhaftet wurde, rief er zu Hause an: «Er sagte, er sei mit Handschellen ab- und den Medien vorgeführt werden.» Wie ein Schwerverbrecher sei er behandelt worden. Lange dauerte das Ferngespräch jedoch nicht, nach wenigen Minuten sei ihm das Telefon abgenommen worden. Sein Sohn hätte am Hörer einen Verwirrten eindruckt gemacht.

Reaktion auf Hautfarbe?

«Seine Mutter ist Kenianerin. Manche halten ihn wegen seiner Hautfarbe für einen Araber. Vielleicht haben die amerikanischen Passagiere deshalb überreagiert», vermutet der Vater im «Blick».

Sämtliche rund 100 Passagiere mussten das Flugzeug nach dem Vorfall verlassen. Im Flieger wurde nach Sprengstoff gesucht, die Gepäckstücke ausgeladen und ein zweites Mal geröntgt. Sprengstoff oder gar eine Bombe wurden jedoch nirgends entdeckt. Erst mit mehreren Stunden Verspätung traten die Passagiere schliesslich die Reise auf die Badeinsel an. R.S. soll derweil angeklagt werden. Im schlimmsten Fall muss er eine Busse von 200000 Bath (rund 5000 Franken) zahlen und bis zu fünf Jahre ins Gefängnis. Daneben drohen R.S. Schadenersatzforderungen von der Airline.

*Name der Redaktion bekannt.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 14.12.2015 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sollte man nicht machen!

    Heutzutage sollte man im Flieger wirklich keine Witze über Bomben oder ähnliches machen. In den USA hätten sie ihn zuerst über den Haufen geschossen und dann Abklärungen getroffen.

  • Mr Deep am 14.12.2015 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hart, aber fair

    Wer jetzt meint das sei zu hart, der muss wissen, dass es in Thailand inner wieder zu Anschlägen kommt, vorallem an der Grenze. Also ist es klar, dass die thailändischen Behörden hier keine halben Sachen machen.

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  • rucola am 14.12.2015 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papa weiss bescheid

    papa meldet sich Wort weiss aber doch nichts... hat sich der Reisebüro Inhaber vielleicht doch einen blöden Streich erlaubt, möglich ist es natürlich oder hat er sich mit dem falschen angelegt? ich streite mit niemandem im Flugzeug, sondern rede mit der Crew falls nötig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicht Naiv am 14.12.2015 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Den Kommentaren nach...

    könnte man meinen dass Ihr alle glaubt, dass er diese Drohung ausgesprochen hat! Also euch kann man wirklich alles erzählen, und Ihr glaubt es noch! Wundert mich nicht dass es so viele IS Anhänger gibt.... Ich sage mir immer, wer nicht live dabei war, kennt die Wahrheit nicht, und sollte auch medien oder sonst jemandem nicht glauben, Punkt! Ich kenne den Herrn nicht, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die Amerikaner überreagiert, oder was falsch verstanden haben....

    • Sarawak am 14.12.2015 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nicht Naiv

      Diese Version hat sicher Berechtigung.

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  • Schweizerin am 14.12.2015 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Hölle auf Erden

    5 Jahre in einem Thailändischen Knast ist die Hölle. Klar muss er für dieses Vergehen bestraft werden aber nicht mit 5 Jahren Haft in einem Thai-Knast. Ich hoffe, dass er zwar bestraft wird aber nochmals mit einem blauen Auge davonkommen wird und seine Lehre daraus ziehen wird.

  • DerSarkast am 14.12.2015 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend 

    Hat mit der Hautfarbe nichts zu tun.

  • Schweizer am 14.12.2015 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    mein Mitleid hält sich in Grenzen

    Wenn es wirklich eine Bombendrohung war, geschieht im recht. Egal, welche Hautfarbe er hat. Auch Schweizer haben sich im Ausland zu benehmen und sich den Sitten anzupassen. Bombendrohung aber ist überall ein totales NO GO

  • Wauti am 14.12.2015 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Behörden sind verpflichtet

    solche Sachen ernst zu nehmen, zur Sicherheit der Fluggäste. Für Spässe ist da absolut kein Spielraum. Wenn das andere Passagiere mitbekommen haben, hat er da womöglich viel Ängste ausgelöst. Wenn er in der Reisebranche tätig ist, gehört dem eine besonders empfindliche Strafe... das hat mit den Amis nichts zu tun... da nehmen die örtlichen Behörden die Sache mit dem nötigen Respekt ernst.