Gerichts-Urteil

10. Februar 2012 21:32; Akt: 10.02.2012 21:33 Print

Tim und Struppi sind keine Rassisten

Die Comic-Helden Tim und Struppi verstossen nicht gegen belgisches Gesetz. Die Rassismus-Klage eines Afrikaners wurde abgewiesen. Er hatte wegen des Buchs «Tim und Struppi im Kongo» geklagt.

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Comic-Held Tim werde als überlegener Kolonialherr gezeigt, argumentierte der Kläger, während die Afrikaner als dumm und faul dargestellt seien. Das Gericht wies seine Klage jedoch ab.

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Der 1931 entstandene Comic «Tim und Struppi im Kongo» wird in Belgien nicht wegen Rassismus verboten. Ein Gericht in Brüssel wies am Freitag eine entsprechende Klage des kongolesischen Studenten Bienvenu Mbutu Mondondo ab.

Das Buch des Belgiers Hergé über die Abenteuer des jugendlichen Reporters Tim in der damaligen belgischen Kolonie seien nicht als Verstoss gegen heutige Gesetze zu werten.

Das Gericht wies auch einen Antrag der Verlage Casterman und Moulinsart zurück, die wegen unbegründeter Strafverfolgung 15 000 Euro Geldbusse für den Kläger gefordert hatten. Die Klage sei durchaus zulässig, aber unbegründet gewesen.

Eine Beleidigung für Schwarze

Mondondo hatte argumentiert, im Comic würden Afrikaner als dumm, arbeitsscheu und unfähig dargestellt. Dagegen werde der Weisse Tim als überlegener Kolonialherr gezeigt.

Dies sei «eine Beleidigung für jeden Menschen schwarzer Hautfarbe» und ein Verstoss gegen ein Gesetz gegen den Rassismus von 1981. Das Comic «Tim und Struppi im Kongo», das 1946 noch einmal überarbeitet und «entschärft» wurde, müsse deswegen verboten werden.

Weltweit ein Erfolg

Die Richter folgten jedoch der Auffassung des Staatsanwalts. Dieser hatte argumentiert, Hergé habe mit dem Comic nicht zum Rassenhass aufstacheln wollen. Vielmehr spiegele seine Darstellung der Afrikaner die damalige Zeit wider. Zudem zeige das Buch Tim niemals in einer Konfrontation mit Schwarzen - sondern mit einer Gruppe von Gangstern. Und bei diesen handle es sich um Weisse.

Die Bücher über «Tim und Struppi» des 1983 verstorbenen Hergé gehören zu den erfolgreichsten Comics der Welt und zum kulturellen Erbe Belgiens. Erst im Oktober war der Film «Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn» von Steven Spielberg in die Kinos gekommen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m.kissling am 10.02.2012 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    einfach

    wem bimbo und buppi nicht gefällt soll doch einfach das comic nicht kaufen, ganz einfach.

  • Marc Siegel am 10.02.2012 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    "Tim im Kongo" ziemlich rassistisch

    Ich war ein grosser Tim und Struppi-Fan und besass praktisch alle Bücher, auch "Tim im Kongo". Zu diesem Werk möchte ich zwei Sachen sagen: die Geschichte ist weder besonders spannend, noch ausserordentlich witzig. Sie dokumentiert jedoch Hergés Einstellung gegenüber den kolonialisierten Menschen zu jener Zeit. Die war aus heutiger Sicht tatsächlich sehr rassistisch. Daher kann man den Kläger absolut verstehen. Später allerdings vollzog Hergé einen Gesinnungswandel und schuf Werke, die auch heute noch modern sind, zum Beispiel "Tim im Tibet". Mein "Tim im Kongo" wurde unterdessen entsorgt ;-)

  • Martha Keller am 10.02.2012 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliche Wichtigtuerei

    Wollte sich wiedereinmal jemand wichtig machen. Gleiches gab es schon mit Pipi Langstrumpf sowie Jim Knopf und die wilden 13. Lächerlich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • m.kissling am 10.02.2012 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    einfach

    wem bimbo und buppi nicht gefällt soll doch einfach das comic nicht kaufen, ganz einfach.

  • Marc Siegel am 10.02.2012 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    "Tim im Kongo" ziemlich rassistisch

    Ich war ein grosser Tim und Struppi-Fan und besass praktisch alle Bücher, auch "Tim im Kongo". Zu diesem Werk möchte ich zwei Sachen sagen: die Geschichte ist weder besonders spannend, noch ausserordentlich witzig. Sie dokumentiert jedoch Hergés Einstellung gegenüber den kolonialisierten Menschen zu jener Zeit. Die war aus heutiger Sicht tatsächlich sehr rassistisch. Daher kann man den Kläger absolut verstehen. Später allerdings vollzog Hergé einen Gesinnungswandel und schuf Werke, die auch heute noch modern sind, zum Beispiel "Tim im Tibet". Mein "Tim im Kongo" wurde unterdessen entsorgt ;-)

  • sk am 10.02.2012 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfassbar

    ich staune immer wieder,mit welchen "problemen" manche mitmenschen die gerichte und damit auch jeden steuerzahler auf trab halten. da weiss ich nun nicht, ob ich lachen oder weinen soll...

  • Moon am 10.02.2012 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Man kanns auch übertreiben. Da müsste man einiges an Comics & Co. aus den Läden verbannen. Nicht zu vergessen das schweizer "Kasperlitheater" das mich und meinen Mann zeitweise auch in diese Richtung negativ überrascht. Wir müssen uns bewusst sein - vor 40-50 Jahren wars ein bisschen anders. Ich finde es nicht gut - heute ist man da etwas sensibler - aber hintennach aufrollen - das ist Quatsch.

  • Martha Keller am 10.02.2012 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliche Wichtigtuerei

    Wollte sich wiedereinmal jemand wichtig machen. Gleiches gab es schon mit Pipi Langstrumpf sowie Jim Knopf und die wilden 13. Lächerlich.