Deutschschweiz

02. November 2017 15:27; Akt: 02.11.2017 16:01 Print

ÖV und Velos erobern die Städte

Die Bevölkerung in den Schweizer Städten wächst und mit ihr der Verkehr. Die öffentlichen Verkehrsmittel und das Velo konnten den Mehrverkehr aber auffangen.

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Der Verkehr in den sechs grössten Deutschschweizer Städten hat in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Der Grund: Die Bevölkerung wuchs und auch die Zahl der Arbeitsplätze. Allerdings wurde der Mehrverkehr von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Velo aufgefangen.

Das ergab der zweite «Städtevergleich Mobilität», den Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen am Donnerstag veröffentlichten. Die sechs Städte haben demnach ähnliche Herausforderungen zu meistern: Sie wachsen auf begrenztem Raum, die Siedlungsdichte nimmt zu, die Zahl der Arbeitsplätze und damit auch jene der Pendler steigt, wie auch die Ansprüche an eine gute städtische Lebensqualität zunehmen.

Die meisten Ähnlichkeiten weisen die drei Grossstädte Zürich, Basel und Bern auf. Dort ist der Anteil des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs am Gesamtverkehr der städtischen Bevölkerung mit 77 Prozent überdurchschnittlich hoch. Zudem besitzt in Zürich und Basel nur jede dritte Person ein Auto, schweizweit ist es im Durchschnitt jede zweite Person.

Sonderfall Basel

Basel weist noch andere Besonderheiten auf: Als Stadt mit der zweithöchsten Einwohnerzahl unter den sechs am Vergleich beteiligten Städten erstreckt sie sich über die kleinste Fläche und hat demzufolge die höchste Siedlungsdichte.

Auf 1000 Einwohner kommen in Basel 334 Autos – der tiefste Wert im Städtevergleich. Gegenüber 2010 ist ausserdem noch eine Abnahme um 5 Prozent zu beobachten. Dagegen kommen auf 1000 Einwohner in Zürich 351 und in Luzern 456 Autos.

Auch die drei mittelgrossen Städte Winterthur, Luzern und St. Gallen weisen untereinander grosse Ähnlichkeiten auf, doch ist die Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs dort vergleichsweise höher als in den Grossstädten: 33 Prozent der Luzerner Bevölkerung und 35 Prozent der Einwohner in St. Gallen und Winterthur benutzen das Auto als Hauptverkehrsmittel.

Weniger Unfälle

In allen sechs Städten hat die Zahl der verunfallten Personen mit Verletzungen gemessen an der Einwohnerzahl laut dem Vergleich deutlich abgenommen. Im Städtevergleich falle auf: Von allen Wegen, die die Stadtbevölkerung mit dem Auto zurücklegt, seien immer noch rund 40 Prozent kürzer als 5 Kilometer. Im Nahdistanzbereich der Autofahrten bestehe also nach wie vor Potenzial für die Nutzung anderer Verkehrsmittel.

Auch diesen zweiten «Städtevergleich Mobilität» haben die Städte Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen gemeinsam erarbeitet. Der Bericht enthält unter anderem Kennwerte zu den Verkehrsinfrastrukturen sowie Daten aus Verkehrszählungen. Zusätzlich werden Kennwerte aus dem Bereich Sicherheit und Umwelt verglichen.

Bei einigen Indikatoren kann die zeitliche Entwicklung gezeigt werden – dies auf Basis der verfügbaren Zahlen aus dem ersten Bericht 2012 (mit dem Datenbestand von 2010) und dem nun vorgelegten zweiten Bericht (mit dem Datenbestand von 2015).

(fur/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf am 02.11.2017 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nebenbei erwähnt

    Als Handwerker bin ich auf das Auto angewiesen. Die ständige Verknappung und Verteufelung des Autos kommt bei mir deshalb äusserst schlecht an. Insbesondere der Kanton Zürich ist mit seiner Verkehrspolitik häute richtig Gewerbefeindlich. Sollen die Grünen doch mal eine Liste einführen, auf der sich Auto-Verhinderer eintragen können damit ich als Handwerker weiss, der will mit der Handkarre bedient werden - und zahlt diesen Service auch. Als Privatperson meide ich allerdings die Städte mit dem Auto grundsätzlich.

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  • maja naef am 02.11.2017 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hätten die wohl gern

    immer diese Übertreibungen. Die reinste Manipulation der Leser.

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  • Neutral am 02.11.2017 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faktor X

    Von den Grenzgängern in Basel verliert man kein einziges Wort - wieder mal eine tolle Studie habt ihr da präsentiert! Sehr repräsentativ das Ganze, muss ich schon sagen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thom am 05.11.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velosteuer

    Wann wird die Velosteuer eingeführt? Verursachergerechte Kostenverteilung!! Es kann nicht sein, dass Fussgänger und vor allem der motorisierte Verkehr für die selbstverrlichenden Wünsche der Linken aufkommen müssen! Auch das deliktische Verhalten gewisser Pedaler sollte massiv mit teureren Bussen geahndet werden!

  • Stadtcowboy am 05.11.2017 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus Basel geflüchtet

    Ich bezweifle diese Statistik und denke, es handelt sich um Verbreitung von linksgrünen Ideologien. Vielleicht sollte der geneigte Statistiker mal die Bevölkerungsstruktur zu Rate ziehen. Da könnte es doch andere Ursachen für die niedrige Autoquote geben, als die Einsicht, Mann und Frau lebe den Umweltschutzgedanken wie von der herrschenden Politik gewünscht. Ich selbst bin schon vor Jahren aus Basel weggezogen und gehe nur in die Stadt, wenn es sich nicht vermeiden lässt,

  • Manuela B am 04.11.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    nieder mit den Andersdenkenden

    weder ÖV noch Velos haben die Städte erobert, sondern grüne Ideologien. Alles was mit ÖV und Velos zu tun hat wird in höchsten Tönen gelobt, alles was mit Autoverkehr zu tun hat wird als übelstes aller Übel gebrandmarkt. Demagogie pur. Vorgetragen mit dem Sendungsbewusstsein von Sektierern und Besserwissern. Weltfremde Stimmungsmache gegen einen respektablen Anteil der Schweizer Bevölkerung, fehlt nur noch dass sie mit ewiger Verdammung drohen.

  • Albert am 03.11.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versagt

    Die politik hat mehr als versagt das wird sich rächen. Es ist kein einziges verkehrsproblem gelöst worden sondern nur verdrängt. Die rot grünen haben es sich einfach nur so gemacht wie es für sie jetzt gerade passt und angenehm ist. Die nächste generation muss dann den scherbenhaufen aufräumen. Weitsicht ist nicht das ding der grünen und visionen schon garnicht aber die bürgerlichen leider auch nicht

  • henry santer am 03.11.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne velo

    ich brauche für meinen unterhalt keine, aber auch nicht eine statd. die sind dem untergang ausgeliefert. zum überleben ihrerseits gibts meinerseits nichts aber auch garnichts. wir auf des landes auen habens gut.!